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Chapter 9 by Rotstiftakrobat Rotstiftakrobat

Welches Kostüm ist für mich?

Tinkerbell

So schnell es die Geschwindigkeitsbegrenzung und der Verkehr zu lassen, fahre ich nach Hause. Vor meiner Haustür sehe ich bereits Brad, als ich auf den Hinterhof Parkplatz fahre. Jetzt so kurz vor Beginn meiner Arbeit bin ich spürbar nervös. Nicht zu wissen, was heute Abend passiert, ist aufregend und verängstigend zugleich. Ich steige aus meinem Van und achte darauf, dass ich meine Beine geschlossen halte, denn ich möchte nicht, dass mir noch mal das gleiche passiert wie mit Jack. Dabei halte ich die Comics, die Brad mir heute Vormittag gegeben hat in der Hand.

In Brads Gesicht befindet sich wieder dieses Grinsen. Er scheint sich sehr über das, was heute Abend passiert zu freuen. Wir begrüßen uns mit einer Umarmung, obwohl wir uns gar nicht richtig kennen. Irgendwie ist er aber nett und es fühlt sich nicht falsch an. Ich öffne die Haustür und wir gehen die knarzenden Treppenstufen hinauf zum Apartment. Ich öffne die Tür, die etwas quietscht und wir treten ein in meine -mir aber fremde- Wohnung. Die Augen von Jack werden groß, als er das ganze Video -und Foto-Equipment sieht und was alles so in der Wohnung zurückgeblieben ist: „Wow, du hast echt nicht gelogen, als du sagtest, dass Jez alles in ihrer Wohnung zurückgelassen hat. Das sieht ja so aus, als sei sie gestern noch hier gewesen. Irgendwie cool, aber auch gruselig.“

Leise antworte ich ihm, während ich die Comics auf die Anrichte der Küchennische lege: „Ja, ich weiß auch noch nicht so richtig was ich davon halten soll. Ich verstehe einfach nicht warum sie die Ausrüstung die wirklich teuer ist, einfach so zurücklässt. Das ist alles schon irgendwie sehr merkwürdig und gruselig. Und natürlich auch ihre Kostüme. Ich glaube nicht, dass die günstig sind. Okay, Brad folge mir, die Kostüme sind im Ankleidezimmer, wobei ich das eher Rumpelkammer nenne.“

Brad folgt mir durch die Enge der Wohnung, und ich öffne die Tür zum Kleiderschrank, in dem weiterhin die vielen verschlossenen Kartons stehen. Brad schaut sich einige Momente die Kleiderstangen sehr genau an. Er schmunzelt dabei und muss auch etwas lachen: „ Okay, jetzt verstehe ich, was du heute Morgen meintest das ist glaube ich wirklich nicht dein Style. Hat Jez überhaupt Hosen getragen?“

Ich nicke und lache. „Ich glaube nicht. Ich habe aber auch noch nicht in den Kartons nachgeschaut und heute Morgen musste es schnell gehen. Okay, also die Kostüme sind hier links.“, deute ich mit meiner Hand in Richtung der zwei Kleiderstangen. Brad nickt. Ich fahre fort: „Du kannst dir ja mal einen Überblick verschaffen. Ich muss zugeben, dass ich noch nicht die Zeit hatte mir die Comics, die du mir gegeben hast anzuschauen. Ich hole sie schnell.“

Ich verlasse kurz den Raum und gehe seelenruhig zur Anrichte. Erst jetzt schaue ich das erste Mal auf das Cover und sehe Peter Pane. „Das kenne ich sogar.“, freue ich mich innerlich, frage mich aber zeitgleich was daraus das Cosplay sein könnte. Mit den Comics in der Hand gehe ich zurück zu Brad, der begeistert durch die Kostüme stöbert. Als ich die Tür öffne schaut er mich an und sieht, wie ich noch das Cover studiere: „Kennst du Peter Pan?“, fragt er mich. Ich nicke. „Super, das macht es einfacher. Also heute Abend geht es bei der Veranstaltung um das Thema Fehen und Elfen. Ich weiß, dass Jez mal Tinkerbell gecosplayed hat und glaube, dass könnte ein super Einstieg für dich sein!“, führt er begeistert aus und erzählt mir alles über heute Abend, Peter Pan und die Eigenschaften von Tinkerbell. Dabei grinst er wieder über beide Ohren.

Brad durchsucht die Kleiderstangen: „Ahh, da haben wir ja Tinkerbell!“, und greift zwei Kleiderbügel aus den vielen heraus. Ich schaue auf die zwei Kleiderbügel und mir wird kurz schlecht, denn viel Stoff befindet sich dort nicht. Ich weiß nicht was ich mir da vorgestellt habe, aber das war es irgendwie nicht. Ich stottere: „Das soll ich gleich tragen?“ Brad bestätigt meine Frage mit einem eifrigen Nicken.

Ich schaue mir das Kleid genau an. Eines weiß ich schon jetzt: Es wird sehr kurz sein. Eigentlich ist mir das zu kurz. Wie mein Outfit heute über Tag. „Kann ich aber wirklich die 40 Dollar pro Stunde ablehnen?“, frage ich mich. Nein, kann ich nicht. Einen so gut bezahlten Job finde ich so schnell nicht mehr. Da bin ich sicher. Ich schaue weiter auf das Kostüm: „Okay, Brad. Aber nur weil mich hier sowieso niemand kennt.“

Brad hält mir das Kleid entgegen: „Probiere es doch schnell an. Und ja, das Kleid ist gewagt, aber auch darum geht es beim Cosplay. Man versucht die Kunstfiguren ins wahre Leben zu überführen und zur Wahrheit gehört auch, dass man mit erotischen Fantasien spielt. Jette, du wirst für einige meiner Kunden heute Abend eine wahr gewordene erotische Fantasie sein. Sie werden dich mit Respekt behandeln und dich nicht anfassen oder Ähnliches, aber sie werden dich angucken und auch nach Fotos fragen. Damit wirst du klarkommen müssen.“

Ich schlucke schwer und nicke dann, denke aber: „Oh Gott, worauf habe ich mich hier eingelassen. Ich eine erotische Fantasie?“

Brad verlässt den Raum und ich halte den Kleiderbügel mit dem Kleid in meiner Hand. Ich öffne den Reißverschluss, nehme es vom Bügel und halte es vor mir in die Luft. Die grünen Paletten glitzern im schwachen Licht der Kammer. Das Handwerk hinter dem Kleid ist wirklich gut und mit gut meine ich hervorragend. „Wie teuer das wohl war?“, Frage ich mich. Ich ziehe schnell den wenigen Stoff an meinem Körper aus und schlüpfe in das Kleid. Leider komme ich nicht an den Reißverschluss, am Rücken und so bitte ich Brad hinein, um mir zu helfen. Er sieht nur meinen Rücken und lächelt wieder breit. „Perfekt.“, spricht er mehr mit sich selbst. Irgendwie muss ich dabei auch grinsen. Trotzdem wirkt er nachdenklich. Er verlässt wieder den Raum und ich stehe kurz einfach da.“Kann ich das wirklich tragen?“, frage ich mich. Ich verlasse den Raum. Ich muss das Kleid erstmal im Spiegel sehen.

Brad sitzt auf dem Bett und mustert mich, während ich zum Spiegel an der Tür gehe. Ich drehe mich davor und betrachte mich aus allen Winkeln. Im natürlichen Licht funkeln die Paletten noch mehr. Das ganze Kleid sieht aus als sei es aus großen Blättern gemacht. Wahre Handwerkskunst. Meine kleinen Brüste werden wirklich gut verdeckt. Mein Sixpack samt Bauchnabel wird durch einen ovalen Ausschnitt freigelassen und dadurch sehr betont. Der Saum ist allerdings nur knapp unter meinem Po und ich versuche es die ganze Zeit **** das Kleid tiefer zu ziehen. Ich schaue Brad an: „Brad, da gibt es ein Problem. Das Kleid ist so kurz, darin fühle ich mich nicht wohl. Hätte ich eine Shorts, die ich darunter anziehen kann, ok, aber ich habe keine. Wenn ich mich falsch bewege, sieht jeder meinen Po.“

Brad nickt verständlich und wirkt nachdenklich: „Jette, ich kann verstehen, dass dir das zu kurz ist, aber ich würde mich wirklich freuen, wenn du das Outfit heute trägst. Ich sehe auch keine Alternative. Dann müssten wir es sein lassen. Ist es denn wirklich so schlimm für dich? Ich meine, du sagtest ja schon: Dich kennt hier doch niemand und ich glaube, dass sowieso jeder schon ein Mädchen in Unterhose gesehen hat.“

Natürlich ist das schlimm. Ich schaue Brad etwas säuerlich an: „Brad, natürlich kennt mich niemand, aber wie du es beschrieben hast, werde ich heute Abend sowieso ein Objekt, eine erotische Fantasie für alle sein. Muss ich dann auch noch das Risiko eingehen mehr zu zeigen als ich will?“

Ich sehe die Enttäuschung in Brads Gesicht: „Ok, das verstehe ich. Dann ist das wohl nichts für dich. Willst du noch das ganze Kostüm anprobieren oder lassen wir es?“

Irgendwie fühle ich mich Brad gegenüber verpflichtet und etwas neugierig bin ich auch: „Ja, klar.“, antworte ich mit einem freundlichen und mitfühlenden Lächeln. Brad schnappt sich die Flügel auf dem zweiten Kleiderbügel und bringt sie an Schultern und Rücken an. Die Flügel sind durchsichtig mit einer Art leuchtend glitzerndem Skelett. Wirklich süß und schön. Das ganze Outfit glitzert jetzt im Licht. Ich fühle mich irgendwie wie eine Prinzessin und ein bisschen an Karneval erinnert. Ich bin in einem Tagtraum erstarrt, während Brad die Schränke und Verstaumöglichkeiten der Wohnung durchstöbert. Davon bekomme ich aber nichts mit. Was er teilweise so findet sagt er mir nicht, aber er grinst. Dann werde ich aus meinem Tagtraum gerissen: „Jackpot!“, ruft Brad. Ich drehe mich um und sehe wie er mit einem Paar Schuhe in der Hand zurückkommt. Es sind offene Riemchenheels mit locker 12cm Absätzen, in dem gleichen Grün wie das Kleid. „Puuuh, denke ich mir. Auf sowas bin ich noch nie gelaufen.“, Denke ich mir, aber ich möchte Brad zumindest etwas zurückgeben. Er hat sich ja auch Zeit genommen. Ich setze mich auf das Bett und er reicht mir die Heels. Langsam ich brauche einige Zeit, um die Riemen so zu sortieren, dass ich sie meine Beine hochziehen kann. Es fühlt sich ungewohnt an, wenn die Fersen zu weit oben stehen. Tatsächlich geht es selbst im Sitzen ziemlich auf die Wadenmuskulatur. Als ich die Riemen verschnürt und verschlossen habe, versuche ich auf wackelnden Beinen aufzustehen. Das Gleichgewicht zu halten, gelingt mir kaum und so muss Brad mich festhalten und stützen. Mit kleinen Schritten führt er mich in Richtung des Spiegels und ich kann mich das erste Mal in voller Pracht anschauen. „Woooow, die Heels verändern die komplette Körperhaltung. Ich drehe meinen Po in Richtung das Spiegels und kann gar nicht fassen, wie toll mein Po und meine Beine in den Heels aussehen.“ Brad kann das Funkeln in meinen Augen sehen. Er merkt, dass mir gefällt, was ich sehe; also versucht er es erneut: „‚einst du wirklich, dass du nicht das Outfit tragen möchtest? Du siehst wirklich wunderschön aus. Das Outfit passt wie angegossen. Schau dich doch im Spiegel an; findest du nicht auch?“ Ich kann und will irgendwie nicht antworten. Ich betrachte mich im Spiegel und finde wirklich, dass ich sehr, sehr gut aussehe.

Brad ergreift wieder das Wort: „ kannst du dir vorstellen, wie es sich anfühlen wird, wenn meine Kunden dich anschauen. Wie du ihre Fantasien erfüllst? Sie werden dich lieben!“

Ohne ein Wort zu sagen, geht Brad hinüber in die Kammer und fängt an, die Schubladen zu öffnen. In der dritten Schublade findet er Jez‘s Unterwäsche und begutachtet diese. Er kommt zu mir zurück und schaut mir tief in die Augen. Dann reicht er mir etwas in die Hand: „Zieh den an. Das ist ein schöner Kontrast zum Grün und gleichzeitig passen die Farben gut zueinander.“

„Was passiert hier?“, frage ich mich, doch ich bewege mich wie im Autopilot. Langsam und vorsichtig stöckele ich hinüber ins Badezimmer und schließe die Tür hinter mir. Ohne darüber nachzudenken, ziehe ich mir den neongrünen Tanga die Beine hinab und schaue auf das Geheimnis in meiner Hand. Was ich sehe, ist ein sportlicher, aber sehr knapper, hellgelber Tanga. Ich steige in diesen hinein und ziehe ihn über die Heels meine Beine hinauf und in Position. Der Tanga verdeckt wirklich nichts. Trotzdem verlasse ich das Badezimmer und gehe hinüber zu Brad. Er lächelt: „Okay, komm wir müssen noch ein paar Dinge erledigen, bevor die Kunden kommen.“

Er schiebt mich durch die Tür und wir gehen nach unten.

Was erwartet mich?

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