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Chapter 16 by daimon daimon

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Hurentest Teil 1: Die Aufgabe (21.März)

Sandra und Simone saßen schließlich wieder im Fond der Luxuslimousine. Der Chauffeur lenkte den Wagen sicher durch die Straßen der Stadt, über denen bereits die Beleuchtung anging. Aus Dämmerung wurde langsam Nacht.

Die Stimmung der Schwestern war etwas gedrückt. Die Spannung, die in der Luft lag, ließ sich fast mit Händen greifen. Die Art wie ihrer beider Erregung unterbrochen und die Erwartung ihrer Körper enttäuscht worden war hatte ihnen sichtlich die Stimmung verdorben.

Sandra beschloss, die Initiative zu ergreifen und begann in bewährter Weise über ihrer beider Kindheit und Jugend und über ihre eigenen Erlebnisse zu plaudern. Sie vermied dabei jegliche Anspielung auf ihre Laufbahn als Prostituierte.

Simone beteiligte sich dankbar am Gespräch und fühlte sich immer besser. Sie würde später, wenn sie wieder alleine wäre, versuchen, das Gefühlschaos, in das sie ihre Schwester gerade erst gestürzt hatte, zu verarbeiten.

Beide Frauen waren ähnlich gekleidet. Schlichte schwarze knielange Abendkleider, hochhackige, aber dezente schwarze Pumps (zum Glück hatten beide die gleiche Schuhgröße) und engmaschige Netzstrümpfe. Simones dunkelblonde Mähne schmiegte sich verführerisch um ihre Schultern, während Sandras deutlich kürzere und strenge Haare einen streng-professionellen Eindruck vermittelten.

Mit dem Schminken hatten sie es nicht übertrieben. Sie hatten Augen und Lippen mit wenigen Handgriffen geschickt betont. Sandra hatte ihr erlaubt, sich an ihrer reichen Parfumauswahl zu bedienen.

Simone hatte sich üppiger als es sonst ihre Art war mit dem teuren Duftwasser eingesprüht. Sie wollte auch den letzten Rest des ekelhaften Gestankes vertreiben, der sie an ihr wenig erfreuliches Erlebnis im Badezimmer erinnerte.

Als sie bei der vornehmen schwabinger Bar angekommen waren, waren beide Frauen bester Dinge und freuten sich auf einen vielleicht schönen, in jedem Fall aber interessanten Abend.

Sandra blickte sich kurz um, dann winkte sie in den schummrigen Raum und steuerte auf eine der geschickt verborgenen Nischen im hinteren Teil der Bar zu.

Juliette sah gar nicht aus, wie sich Simone eine Freundin ihrer Schwester vorgestellt hatte. Sie war derart leger gekleidet, dass sich Simone völlig overdressed vorkam. Erst, als sie sich verstohlen umgeschaut und bemerkt hatte, dass Juliette die einzige Frau in Jeans und T-Shirt war, kehrte so etwas wie Selbstsicherheit zurück. Sie begriff, dass Juliettes Outfit Ausdruck eines unerschütterlichen Selbstvertrauens und einer gesellschaftlichen Stellung war, die es ihr erlaubte, sich derart vom übrigen Publikum abzusetzen.

Simone war beeindruckt. Die üppige rote Mähne wirkte auf sehr teure Art ungepflegt. Spuren von Schminke waren nicht zu erkennen. Es wäre auch schade gewesen, die kecken Sommersprossen zu überdecken, die ihrem Gesicht einen schalkhaft-fröhlichen Eindruck verliehen.

Irgendwann hatten die beiden Freundinnen ihr Begrüßungszeremoniell beendet und Juliette wandte sich der jüngeren Frau interessiert zu.

„Du bist also die jüngere Schwester von Sandra! Ich freue mich sehr, dich kennen zu lernen!“

Es passte zu ihrem Auftreten, dass sie gleich zum Du überging.

„Ebenfalls sehr erfreut!“

Brachte die eingeschüchterte Angesprochene hervor.

„Kommt, setzt euch doch zu mir! Wir haben uns viel zu erzählen. Was möchtet ihr denn ****?“

Die Drinks kamen, die Freundinnen plauderten und Simone musterte fasziniert ihre Umgebung. In so einem Schuppen war sie noch nie gewesen!

„Sandra hat mir erzählt, dass du dich für das Business interessierst?“

„Na ja, interessieren ist zu viel gesagt.“

„Erste Regel, meine Liebe: sag, was du willst und rede nicht um den heißen Brei herum!“

„Also, Sandra hat mir erzählt, dass du eine Agentur leitest …“

„Wenn wir miteinander auskommen wollen, dann achte darauf, wie du mich ansprichst!“

„Aber …“

Sandra war nun doch sehr irritiert. Was bildete sich diese Schnepfe ein!

„Sie haben mich geduzt. Ich bin über 18 und es ist allgemein üblich …“

Wie auf ein Stichwort brachen Sandra und Juliette in grölendes Gelächter aus. Sie hatten in diesem Moment gar nichts damenhaftes.

„Ich glaube, wir sollten ein paar Dinge klarstellen!

Du bist hier, weil du pleite bist, und auf die Schnelle ein paar Kröten verdienen willst. Du solltest schleunigst von deinem hohen Ross absteigen, sonst ist dieses Gespräch beendet.“

Simone rang mit sich. Seit ihrer Kindheit war niemand mehr so mit ihr umgesprungen.

„Hans kann dich gerne nach Hause fahren,“ bot Sandra an, die sie amüsiert musterte.

„Nein! Bitte entschuldigen Sie. Ja, ich bin pleite, aber ich bin nicht nur aus diesem Grund hier.“

„Nicht? Findest du die Vorstellung, dich irgendwelchen fremden Männern anzubieten, nicht abstoßend und verwerflich?“

„Ich …“

„Also, Sandra, seid ihr wirklich verwandt? Du warst nie so auf den Mund gefallen. Heraus mit der Sprache? Findest du die Vorstellung, für jeden, der das nötige Kleingeld hat, die Beine breit zu machen, geil? Bist du eine derartige Schlampe?“

„…“

„Das führt zu nix hier. Du bist offenbar nicht in der Lage, dich in Worten auszudrücken. Fällt es dir leichter, Taten sprechen zu lassen?“

Simone war sich nicht sicher, was sie meinte und, ob sie überhaupt eine Antwort erwartete.

Juliette zog die Pause genussvoll in die Länge, ehe sie, nach einem kurzen Seitenblick auf Sandra, die dem einseitigen Wortwechsel interessiert verfolgte, fortsetzte:

„Ich habe folgenden Vorschlag: Siehst du den hübschen jungen Kellner, der gerade am Tresen steht?

Wenn du wirklich eine Schlampe bist, gehst du hin und bläst ihm einen.“

Simone war sprachlos. Sie wollte etwas erwidern, schloss den Mund, setzte wieder an …

„Du hast 10 Minuten. Dann möchte ich dich wieder hier am Tisch sehen. Um überprüfen zu können, ob du deinen Auftrag erfüllt hast, gibt es noch eine Auflage: Du bringst uns den Samen deines Kunden in deinem Schlampenmaul mit. Wenn du das Zeug verschluckst, musst du dir eine neue Ladung besorgen.“

Sie hatte tatsächlich „Kunde“ gesagt. Simone kämpfte mit sich. Was gab es eigentlich zu kämpfen, raus hier, weg, nach Hause in ihre sichere vertraute Welt!

Simone erhob sich mit niedergeschlagenen Augen und ging.

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