Was also tun ?
Lesyamina überstürzt nichts.
Lesyamina fühlte sich durch diese Gedanken angetrieben. Ihre Müdigkeit wich der Entschlossenheit so schnell wie möglich von hier zu entkommen und das übrige Land zu warnen.
Das Mädchen stand auf und spürte erneut wie ihr Körper schmerzte. Aber das Gefühl nicht mehr den Orken ausgeliefert zu sein, half ihr damit fertig zu werden.
Sie streckte sich und putzte den groben Dreck von ihrer Haut. Die Kette zog schwer an dem Halskragen der ihre Haut inzwischen wund gescheuert hatte.
Zunächst löste Lesya das Kleid von der Kette.
Es war schmutzig und feucht und hatte zwei grosse Löcher, aber es würde ihr passen und sie zumindest ein bisschen kleiden und schützen.
Wieder spürte Lesya grossen Durst und Hunger.
Sie schaute sich den Himmel an der zwischen den Blättern der Bäume hindurch zu sehen war, denn die Lichtung war klein genug das sich keine grosse Lücke im Blätterdach auftat.
Lesya sah das die Sonne gerade erst aufgegangen war und es wieder ein sonniger Tag werden würde.
Lesya nahm das Kleid und ging zum Bach. Je mehr sie sich bewegte desto besser fühlte sie sich. Lesya spülte sich erst den Mund aus bevor Sie ein paar Schlucke Wasser trank. Sie hörte auf, bevor ihr Bauch zu voll wurde und suchte sich eine tiefe Stelle im Bach um sich gründlich zu waschen.
Das Wasser war kalt, aber es tat ihr gut. Sie wusch sich den Schmutz von der Haut und untersuchte ihren Körper. Zu ihrer Erleichterung fand sie nur Kratzer und kleinere Abschürfungen. Zwei kleine Dornen steckten in ihrer Haut, ansonsten fühlte sie sich nur noch wund von der unsanften Behandlung der Orken.
Es dauerte Länger die Blätter, Nadeln und kleinen Äste aus ihren langen Haaren zu entfernen, die sich während der Flucht und des Schlafens auf dem Waldboden darin verfangen hatten. Sich von diesen Dingen sofort zu befreien war eine kleine Eitelkeit die sich das Mädchen leistete, denn trotz allem war sie stolz auf ihre Elfenhaare, die feiner und leuchtender waren als alle Menschenhaare die sie kannte. Und es hatte sie immer gefreut wenn gerade die Dorffrauen sich heimlich darüber unterhalten hatten das sie das Mädchen um diese Haare beneideten.
Lesya beendete ihre Morgentoilette und wusch auch das Kleid aus so gut das ohne Seife ging, dann wrang das Wasser heraus. Anschliessend hing sie es zwischen die Zweige der Bäume damit es etwas trocknen konnte während sie sich nach Beeren und Nüssen umsah.
Das erst was sie aber fand war eine Taschenpflanze, so benannt weil ihre Blätter gross und hohl waren. Wenn man sie am oberen Ende öffnete konnte man sie tatsächlich als Tragetasche (nur ohne Henkel) verwenden. Zumindest bis die Blätter welkten, also etwa eine Woche.
Sie suchte sich ein grosse Blatt heraus und fertigte sich eine Tasche. Dann suchte sie weiter.
Sie fand einen Bartbeerenstrauch, dessen Früchte aber noch nicht reif waren und in diesem Zustand ungeniessbar. Aber nicht weit davon entfernt wuchs eine Tampa-Nussbaum. Diese Nüsse reiften sehr früh im Jahr und Lesya konnte sich genügend davon einsammeln. Zwar schmeckten Tampanüsse nicht sehr gut und färbten den Mund blau, aber sie waren ungefährlich und gaben Kraft.
Nachdem Lesya einige der Nüsse mit ihren blossen Händen geknackt hatte, denn kräftige Hände hatte sie, suchte sie noch nach weiteren essbaren Pflanzen. Sie fand einige Kräuter und wildes Gemüse. Als ihr Magen und ihre Tasche voll waren kehrte sie zu der Lichtung zurück und untersuchte nun so gut sie es vermochte Kette und Halskragen.
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