What's next?
der Samstag danach
Im Auto beugt sich mein Mann zu mir und küsst mich. Er ist deutlich angetrunken, sein Lachen weich und gelöst, doch in seinen Augen liegt noch immer der Nachhall des Abends. „Das war intensiv“, flüstert er mir ins Ohr. Ich muss lachen, erst unsicher, dann erleichtert. Jetzt, da wir fast allein sind und die Lichter der Stadt an den Fenstern vorbeiziehen, fällt die Anspannung langsam von mir ab. Ich lehne mich zu ihm, lasse den Moment zu und spüre, wie sich die seltsame Unruhe des Abends in etwas Vertrautes verwandelt.
Kaum sind wir in der Wohnung, scheint der ganze Abend noch einmal zwischen uns aufzuleben. Wir reden durcheinander, lachen zu laut und können kaum fassen, wie sehr uns diese Begegnung beschäftigt. Es ist eine Spannung in uns beiden, ungewohnt und schwer zu greifen, als hätte etwas in diesem Abend eine Tür geöffnet, von der wir vorher nicht wussten, dass es sie gibt. Wir fühlen uns freier, offener und zugleich ein wenig überwältigt. Und wir haben langen geilen Sex in allen möglichen Stellungen im Erdgeschoß. Erst kurz vor Sonnenaufgang liegen wir schließlich im Bett, erschöpft von der Nacht und ihren Gedanken, und schlafen weit in den Samstag hinein.
Den Samstag verbringen wir langsam und still, als müssten wir erst wieder in den Tag zurückfinden. Sommerlicht liegt über dem Garten, die Luft ist warm, und doch taucht der Abend immer wieder zwischen uns auf — in halben Sätzen, in Blicken, in kurzen Momenten des Schweigens. Wir genießen die Ruhe, aber unter der Oberfläche bleibt dieses leise Knistern. Irgendwann wird uns klar, dass nicht nur die Begegnung selbst nachwirkt, sondern auch die Art, wie er gesprochen, gefragt und geschwiegen hat. Etwas daran hat uns aus dem Gewohnten herausgelöst. Und wieder lieben wir uns im Garten auf der Terrasse und es ist so ganz anders als alles bisherige.
Am Sonntag habe ich Dienst. Während ich arbeite, schweifen meine Gedanken immer wieder ab. Ich versuche, den Abend nüchtern zu betrachten, doch jedes Mal bleiben einzelne Bilder hängen: sein Lächeln, seine ruhige Stimme, dieses merkwürdige Gefühl, beobachtet und zugleich herausgefordert worden zu sein. Es war aufregend, ja — aber auch einschüchternd. Gerade diese Mischung lässt mich nicht los. Je länger ich darüber nachdenke, desto deutlicher spüre ich, dass an diesem Wochenende etwas begonnen hat, das ich noch nicht richtig einordnen kann.
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