What's next?
der Abend neigt sich dem Ende zu
Nervös sitze ich wieder zwischen den beiden Männern. Mein Ehemann kichert leise und sagt, ich sei cool. Unser Gastgeber lächelt, doch in seinem Blick liegt etwas, das mich unruhig macht. „Und wunderschön bist du auch“, fügt er hinzu. Für einen Moment weiß ich nicht, ob ich lächeln oder wegsehen soll. Die Musik im Hintergrund wirkt plötzlich dumpfer, das Stimmengewirr weiter entfernt. „Ich darf doch du sagen?“, fragt er sofort. Seine Stimme klingt freundlich, beinahe beiläufig, und trotzdem spüre ich, wie mir die Situation entgleitet. Verlegen nicke ich. „Ja, klar … dürfen Sie das.“ Er lächelt noch breiter. „Schön. Dann halten wir das so: Du siezt mich, und ich duze dich.“ Ich nicke erneut, obwohl sich in mir ein leises Unbehagen regt.
Ich greife nach meinem Drink und nippe daran, nur um etwas zu tun zu haben. Aus dem Augenwinkel sehe ich unseren Gastgeber an, dann meinen Mann. Die Luft zwischen uns fühlt sich plötzlich dichter an, als hätte sich etwas Unsichtbares über den Tisch gelegt. „Ich glaube, wir sollten langsam Schluss machen für heute“, sage ich leise. Mein Mann lacht nur und lehnt sich zurück. „Ach, einen nehme ich noch.“ In seiner Stimme liegt eine Sorglosigkeit, die mich beunruhigt. Irgendwie scheint ihm die ganze Situation zu gefallen.
Unser Gastgeber hebt kaum merklich die Hand, und kurz darauf werden neue Drinks gebracht. „Danach steht Ihr Wagen bereit, um Sie nach Hause zu bringen“, sagt er ruhig. Seine Worte klingen höflich, fast fürsorglich, doch etwas daran lässt mich aufhorchen. Dann legt er seine Hand sanft auf mein Knie. Die Geste ist so beiläufig, dass sie beinahe zufällig wirken könnte — und genau deshalb weiß ich nicht, wie ich reagieren soll.
Wieder spüre ich, wie mir die Hitze ins Gesicht steigt. Ich werde still, verlegen, unfähig, den Blick sofort zu heben. Er lächelt nur, nimmt einen kleinen Schluck von seinem Drink und sagt leise: „Danke für diesen wunderschönen Abschluss heute.“ Seine Stimme klingt ruhig, fast geheimnisvoll. Doch seine Hand bleibt, wo sie ist, und das Schweigen danach fühlt sich länger an, als es eigentlich sein kann.
Nachdem wir ausgetrunken haben, begleitet er uns hinaus. Die kühle Nachtluft trifft mich wie ein kurzer Weckruf, doch das seltsame Gefühl bleibt. Er verabschiedet sich höflich, beinahe zu höflich, und sein Lächeln wirkt im Licht vor dem Haus schwer zu deuten. Wir steigen ein, die Tür fällt ins Schloss, und der Wagen setzt sich leise in Bewegung. Während die Lichter der Straße an den Fenstern vorbeiziehen, kreisen meine Gedanken unaufhörlich: Was war das gerade? Was wollte er wirklich? Und warum habe ich das Gefühl, dass dieser Abend noch nicht vorbei ist?
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