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Chapter 3 by Emmchen2010 Emmchen2010

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Im Rotlicht

Sister Grenz spürte, wie sich ihre Nackenhaare aufstellten. Das Rotlichtviertel. Sie hatte Geschichten darüber gehört – unsaubere Gerüchte, von denen sie sich fernhalten wollte. Hier lebten Menschen, die andere Werte verfolgten, die in einer Welt des Verfalls gefangen waren. ****, Prostitution, **** – all das war weit entfernt von dem reinen Leben, das sie als Missionarin führte. Dieser Ort war ein Test, eine Herausforderung für ihren Glauben.

Die beiden jungen Frauen beschleunigten ihre Schritte, aber je weiter sie gingen, desto tiefer drangen sie in die unbekannten Straßen ein. Die Gehwege waren rissig, und die Schatten der schmalen Gassen schienen sich wie dunkle Finger um sie zu legen. Plötzlich war da ein Geräusch – gedämpfte Stimmen, unverständliche Worte in einer fremden Sprache, die wie ein Wispern über die nächtliche Stille glitten.

Sister Grenz erstarrte. Ihre Augen huschten zu den Ecken, wo die Schatten dicht gedrängt waren. Und dann sah sie sie: Drei Frauen standen am Straßenrand, kaum erleuchtet von den schwachen Lichtern der Laternen. Ihre Bewegungen waren ruhig, fast hypnotisch, und ihre Augen folgten den beiden Missionarinnen mit einem intensiven, durchdringenden Blick.

"Schau mal, was wir hier haben", sagte eine der Frauen, ihre Stimme war tief, mit einem fremden, slawischen Akzent durchsetzt. Ihre Worte hallten in der leeren Straße wider, und plötzlich schien die Luft schwerer zu werden. Sister Grenz konnte ihren Blick nicht abwenden.

Sister Alt spürte ebenfalls die bedrohliche Präsenz und zog leicht an Grenz Arm. „Komm“, flüsterte sie dringend. „Lass uns schnell weitergehen.“

Doch Sister Grenz blieb wie angewurzelt stehen. Etwas an diesen Frauen zog sie an. Es war nicht ihre Erscheinung, nicht ihre knappe Kleidung oder die Art, wie sie sich bewegten – es war etwas Tieferes, Unerklärliches. Ihre dunklen Augen schienen in ihre Seele zu blicken, und in ihrem Inneren erwachte ein seltsames Gefühl, etwas Altes, etwas, das sie bisher nie gespürt hatte.

"Du bist eine von uns", flüsterte die Frau, die am nächsten stand. Ihre Hand streckte sich langsam aus, als ob sie Sister Grenz zu sich heranlocken wollte. „Dein Blut kennt uns.“

Mein Blut? Die Worte hallten in ihrem Kopf nach. Sie versuchte, sich zu wehren, ihren Blick abzuwenden, doch sie konnte nicht. Ihre Beine fühlten sich schwer an, als ob sie in den Boden gesunken wären. Ihr Herz klopfte laut, und die Verwirrung in ihrem Geist nahm zu. Was meinte sie damit?

"Grenz!" Sister Alts’ Stimme war jetzt panisch. Sie riss sich los und begann zu laufen, ihre Schritte hallten in der stillen Straße wider. Doch Sister Grenz konnte nicht folgen. Sie war wie gelähmt, gefangen in diesem Moment, unfähig, sich zu bewegen.

Die Stimmen der fremden Frauen schienen sich zu verdoppeln, ihre fremden Worte verschmolzen zu einem hypnotischen Gesang, der sich um sie legte wie ein Netz. Etwas stimmte nicht. Aber sie konnte es nicht benennen. Alles, was sie tun konnte, war stehen zu bleiben und zuzuhören, wie die Worte sich in ihr festsetzten, wie sie in eine Trance glitt, aus der es kein Entkommen zu geben schien.

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