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Chapter 2 by Emmchen2010 Emmchen2010

Bleibt Melinda oder kann sie Fliehen?

Der letzte Bus

Es war spät, viel später als gewöhnlich, als Sister Grenz und Sister Alt die kleine, heruntergekommene Bushaltestelle erreichten. Der Himmel war von einem tiefen Orange in ein schummriges Grau übergegangen, und die Sonne, die vor wenigen Minuten noch wärmend auf ihre Gesichter gefallen war, war hinter den grauen Betonklötzen der Stadt verschwunden. Ein letzter Hauch von Wärme lag noch in der Luft, aber die Nacht kroch schon langsam heran, kühl und unheimlich.

"Ich glaube, wir haben den letzten Bus verpasst", sagte Sister Alt mit einem besorgten Blick auf ihre Armbanduhr. Der Zeiger tickte bedrohlich näher an die 19-Uhr-Marke, und in ihrem Herzen wusste sie, dass die nächste Verbindung erst am nächsten Morgen kommen würde.

Sister Grenz spürte einen Anflug von Nervosität. Sie war in einer fremden Stadt, in einer Gegend, die nicht gerade für ihre Sicherheit bekannt war. Die Mission hatte sie weit von ihrem gewohnten Leben und ihrer **** entfernt, und obwohl sie ihre Aufgabe liebte, gab es Momente wie diesen, in denen sie die Wärme ihres Zuhauses und die Sicherheit ihrer Gemeinde schmerzlich vermisste. Aber das war Teil der Prüfung, das wusste sie. Es ging darum, auch in den ungewissen Momenten stark zu bleiben, auf Gott zu vertrauen und den Weg zu finden.

"Wir müssen laufen", sagte sie leise, mehr zu sich selbst als zu Sister Alt. Ihr Atem bildete kleine, unsichtbare Wölkchen in der kalten Luft, als sie um sich blickte. Die Straßen wirkten leer, fast verlassen. Nur vereinzelte Autos fuhren vorbei, und die wenigen Passanten, die noch unterwegs waren, schienen hastig und eilig. Niemand wollte in dieser Gegend länger als nötig verweilen.

Sister Alt nickte, obwohl auch sie eine gewisse Unruhe spürte. Die Mission war wichtig, doch sie hatten gelernt, in solchen Situationen vorsichtig zu sein. Trotzdem gab es keinen Weg zurück. Das Pfarrhaus, in dem sie untergebracht waren, war etwa drei Kilometer entfernt, und die Straßen lagen bereits im Zwielicht. Gemeinsam setzten sie sich in Bewegung, mit schnellen, zielgerichteten Schritten, wie zwei Schwestern, die an eine höhere Macht glaubten, die über sie wachte.

Die ersten paar Minuten waren still. Die beiden jungen Frauen gingen nebeneinander, den Kopf leicht gesenkt, während die Dunkelheit um sie herum dichter wurde. Das flackernde Licht der Straßenlaternen tauchte den Gehweg in ein ungleichmäßiges, gespenstisches Schimmern. Sister Grenz **** sich, den Kopf oben zu halten, auch wenn die unheimliche Stille der Umgebung sie dazu brachte, die Schultern einzuziehen. Bleib stark. Gott ist bei uns.

Ihre Gedanken begannen zu wandern. Sie dachte an ihre ****, an ihre Mutter, die immer stolz darauf gewesen war, dass sie sich für diesen Weg entschieden hatte. Die Mission war für Sister Grenz mehr als nur eine Pflicht – es war eine Berufung, ein Weg, Gott näher zu kommen und anderen Menschen zu helfen. Doch heute Abend fühlte sie sich plötzlich sehr klein, sehr weit entfernt von allem, was sie kannte. Das leise Summen der Autos in der Ferne vermischte sich mit einem nagenden Unbehagen in ihrem Inneren.

"Das hier ist das Rotlichtviertel, oder?" fragte sie schließlich leise. Ihre Stimme klang unsicher, fast flüsternd, als ob sie die Worte nicht zu laut aussprechen wollte.

Sister Alt warf einen schnellen Blick um sich und nickte knapp. Ihre Kiefer waren angespannt. „Ja“, antwortete sie. „Wir sollten uns beeilen.“

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