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Chapter 2
by
Reyhani
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Beschnuppern
Natürlich sind wir am Samstag wie verabredet am frühen Nachmittag rüber zu den Schmidts gegangen. Ich war total aufgekratzt aber versuchte, mir nichts anmerken zu lassen. Es war nicht nur die Vorfreude, dass Andrea hinterher eingestehen müsste, dass ich Recht hatte. Natürlich hatte sie sich verhört. Nein, die ganze Woche über war die Stimmung zwischen uns so prickelnd wie lange nicht mehr gewesen.
Wir hatten uns gegenseitig mit der irren Geschichte vom Nachbarschaftsfick heiß gemacht. Einmal hatten wir sogar Sex auf der Wohnzimmercouch. Das war das erste Mal im neuen Haus außerhalb des Ehebetts. Andrea sagte, sie könne sich dann vielleicht endlich für eine Farbe entscheiden. Ich nahm das als ein Zeichen, dass wir dabei waren, endgültig im neuen Zuhause anzukommen. Einer Zukunft mit Sex im eigenen Wohnzimmer sah ich gerne entgegen, ob das nun spießig war oder nicht.
Frau Schmidt öffnete in einem einfachen, roten Trägerkleid, das weit genug war, um ihrer Figur zu schmeicheln. Sie nahm erst die Flasche Sekt entgegen und dann Andrea in den Arm. Bevor ich dran war, machte sie mir in strengem Ton klar, dass sie von nun an auch für mich nicht Frau Schmidt, sondern nur noch Doro war.
Dann drückte sie mich an den Busen, der bei uns seit Tagen Gesprächsthema war. Wenn sie das geahnt hätte. Er war wie in meiner Phantasie weich und üppig aber anders als in meiner Phantasie von einer dünnen Schicht Stoff bedeckt. Immerhin trug sie keinen BH, wie ich deutliche fühlen konnte. Wegen des guten Wetters waren wir alle nur in leichten Sommerklamotten.
Doro führte uns durchs Haus nach hinten auf die Terrasse. Dort wartete ihr Ehemann, Frank. Es wurden **** verteilt und der unvermeidliche Small Talk lief an. Die beiden waren angenehme Gastgeber und Gesprächspartner. Neugierig aber dabei nicht aufdringlich und unheimlich offen.
Doro war ein sehr warmherzige Frau, die das Gespräch am Laufen hielt. Sie wollte alles über uns wissen, besonders über mich, denn Andrea kannte sie schon besser von kurzen Gesprächen auf der Straße und am Gartenzaun. Sie hatte meine Versuche bemerkt, unseren verwahrlosten Garten in den Griff zu bekommen, und bot Rat und Hilfe an. Zwischendurch lachte sie viel und dann wackelte ihr Busen, dass es nur so eine Freude war.
Frank griff immer dann ins Gespräch ein, wenn es etwas klarzustellen oder zu berichtigen gab. Er hielt sich zurück und schaute seiner Frau bewundernd bei ihrer Gesprächsperformance zu. Er genoss es sichtlich, sie immer wieder zu berühren, eine Hand auf ihre Schulter oder ihren Oberschenkel zu legen oder ihr kurz über den Arm und einmal sogar über die Außenseite ihrer Brust zu streicheln. Ich hatte fast den Eindruck er wollte sie für uns in Szene setzen.
Als das Gespräch auf ihr Haus kam, ergriff er das Wort, um von den Renovierungsprojekten der vergangenen Jahre zu erzählen. Seine Tatkraft war ihm anzusehen. Er trug ein Muskelshirt und hatte wirklich, sehr imposante Oberarme. Jetzt war es an Doro, ihn zu bewundern und seine Arbeit zu preisen.
Ein Thema, das Andrea und mich besonders interessierte, war die Nachbarschaft.
„Das sind alles sehr anständige und nette Leute hier“, schwärmte Doro. „In letzter Zeit gab es viel Fluktuation. Der Großteil der ersten Besitzergeneration ist inzwischen verstorben oder ins Altersheim gezogen. Deshalb sortiert sich grade alles neu. Aber es ist ja gut, dass auch mal neue Leute kommen. Es sind jetzt auch wieder junge Familien hier, z.B. eure anderen Nachbarn.“
Dann zählte sie noch ein paar Familien aus der Siedlung auf, die zu ihrem engsten Freundeskreis gehörten, und was sie schon alles zusammen unternommen hatten. Die ganzen Namen konnten wir uns natürlich nicht merken. Aber Doros Quintessenz war nachvollziehbar:
„Ich will hier jedenfalls nie wieder weg. Das liegt an Frank, am Haus und der Nachbarschaft. Das gehört alles irgendwie zusammen. Es wäre so schön, wenn ihr auch ein Teil davon werden könntet. Es ist so wichtig, dass die direkten Nachbarn sich gut verstehen. Bei euch habe ich keinen Zweifel, ihr strahlt so etwas Vertrauenserweckendes aus. Ich möchte euch ganz schnell noch viel näher kennenlernen.“
Doro wurde auf eine süße Art rot und senkte den Blick. Es war als würde sie sich für einen Moment in eine ganz junge Frau verwandeln. Um ihr über diesen emotionalen Moment hinwegzuhelfen, übernahm Frank:
„Wir versuchen, mit Hilfe des Nachbarschaftsvereins die Siedlung zu einem lebenswerten Ort zu machen. Wir vernetzen uns und helfen uns gegenseitig. Wer mal Rat oder einen Handwerker braucht oder jemanden, der den Rasen mäht, oder auch speziellere Dienstleistungen – unter den Nachbarn gibt es immer einen, der einen kennt oder auch mal selbst anpackt. Ihr solltet auch überlegen, ob ihr Mitglieder werden wollt. Um ehrlich zu sein, alle sind schon ganz neugierig auf euch. Wir haben euch extra heute Nachmittag eingeladen, weil wir gleich noch ein Treffen mit dem Verein haben. Natürlich werden wir nur Positives über euch berichten.“
Andrea und ich sahen uns überrascht an. Von diesem Verein wussten wir noch gar nichts, aber dass Doro und Frank da aktiv waren, passte irgendwie. Ich hatte eine eher negative Einstellung zu solchen Nachbarschaftsvereinen. Gemeinsames Müllaufsammeln organisieren, Rügen wegen nicht gemachter Vorgärten aussprechen oder Fahrradausflüge in umliegende Biergärten veranstalten – das war nicht so mein Ding. Aber vielleicht konnte es ja doch ganz nützlich sein. Vielleicht gehörte es einfach zu unserem neuen Leben. Innerlich seufzte ich.
„Ja, wir haben den Abend leider schon verplant“, entschuldigte sich Doro. „Deshalb müssen wir euch gleich schon wieder rausschmeißen. Geht leider heute nur kurz. Aber versprochen, das nächste Mal gibt es eine richtige Einladung mit Grillen oder Sauna, was ihr wollt.“
Frank nickte und hakte kurz ein: „Aber für den eigentlichen Zweck der Einladung müssen wir uns schon noch ein bisschen Zeit nehmen, Häschen. Am besten wir kombinieren das mit der Hausführung.“
„Gute Idee, ich zeige Thomas den Garten und du schnappst dir Andrea und ihr besichtigt deinen grandiosen Dachausbau.“
Doro hakte sich bei mir unter und sprach mich direkt an: „Ich habe schon gemerkt, dass du für den Garten zuständig bist. Da wirst du einiges zu tun haben. Aber es lohnt sich. In unserer Lage kann man ganz viel machen. So schlecht, wie immer alle sagen, ist der Boden hier auch wieder nicht. Komm, ich zeig dir alles. Da kannst du dir Anregungen holen.“
Damit zog sie mich zum Ende der Terrasse und ein paar Stufen hinab auf den Weg, der sich durch die Beete schlängelte. Ich drehte mich noch einmal um und sah, dass Andrea schon ins Gespräch mit Frank vertieft war. Dabei sahen sie nach oben und Frank deutete auf irgendetwas an der Fassade. Dann verschwanden sie im Haus. Da würde sie ihren Spaß haben. Tatsächlich war sie es gewesen, die sich nächtelang über den Grundriss gebeugt hatte, um sich über die Zimmeraufteilung, Raumgestaltung etc. den Kopf zu zerbrechen.
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Auf gute Nachbarschaft
Neu in der Vorstadtsiedlung
„When in Rome, do as the Romans do“, heißt es ja so schön. Das gilt auch für meine Frau Andrea und mich. Wir haben uns ein Haus in der Vorstadt gekauft und versuchen uns zu integrieren. Zum Glück sind unsere Nachbarn alle sehr aufgeschlossen und nehmen uns mit offenen Armen auf.
Updated on Mar 15, 2026
by Reyhani
Created on Dec 18, 2025
by Reyhani
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