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Chapter 11 by ThormGravis
Was tut Lara?
sie fliegt nach Karthum
Lara war erst überrascht ob des Geschehens, dann schlicht und ergreifend wütend über das Ergebnis der nächtlichen Auseinandersetzung. Selbst der Mann, den sie überwältigt und gefesselt hatte, war verschwunden, was eine Befragung deutlich erschwerte. Lara gestattete sich, ihrer Wut erst eine Stunde lang an einem Sandsack in der Trainingshalle und dann ebenso lange auf dem Schießstand freien Lauf zu lassen. Sie konnte nicht sonderlich gut mit Misserfolgen umgehen und hatte gelernt, dass es am besten war, ihre Aggressionen abzubauen, bevor sie weitere Entscheidungen traf. Und auch diesmal ging es ihr deutlich besser, nachdem sie sich abreagiert hatte.
Vier Stunden später saß Lara im nächsten Flugzeug, dass von London nach Karthum, die Hauptstadt des Sudans flog. Sie musste zugeben, dass sie nicht gerade einer deutlichen Spur folgte, sondern sich ganz auf ihr Gefühl verließ, aber sie weigerte sich zu glauben, dass es ein Zufall war, dass sie von den Pyramiden von Meroe geträumt und zuvor den alten Reisebericht studiert hatte. Der arabische Kaufmann hatte eine Gegend im nordöstlichen Sudan bereist, in dem auch die Pyramiden von Meroe lagen. Lara konnte nicht leugnen, dass die Spur sehr dünn war und ihr Vorgehen nicht gerade akademischen Standards entsprach, aber um diese hatte sie sich ohnehin noch nie gekümmert.
Lara reiste wie üblich mit leichtem Gepäck. Sie hatte lediglich einen Rucksack und eine Reisetasche mit ein wenig Wechselkleidung bei sich. Da nicht genug Zeit gewesen war, ein Privatflugzeug zu mieten, und die Einreisekontrollen im immer wieder von Bürgerkriegen erschütterten Sudan recht streng waren, verzichtete sie sogar darauf, Waffe einzupacken. Sie würde sich vor Ort Pistolen besorgen müssen, aber das dürfte sich wohl nicht als allzu schwierig erweisen. Wenn es etwas in einem armen Land wie dem Sudan im Übermaß gab, dann waren es mit Sicherheit Waffen.
Im Flugzeug bemühte sich Lara, ein wenig Schlaf nachzuholen, der ihr in der letzten Nacht entgangen war, aber sie fand keine Ruhe. Der Flug war unruhig und die Maschine wurde immer wieder von Turbulenzen durchgeschüttelt. Wenn sie für einige Augenblicke einschlief, fiel sie in unruhige Träume, die ihr schwer zu deutende Fragmente bescherte, aus denen sie nicht schlau wurde. Sie sah immer wieder Reiter im Sand, einen Säbel, eine steinerne Schlange mit Rubinen als Augen, ein Unwetter und Verwüstung und Zerstörung. Alles in Allem war die Reise weder erholsam noch bot sie irgendwelche weiteren Hinweise.
Als sie das Flugzeug in Karthum wieder verließ, brannte die Nachmittagssonne heiß auf den Asphalt der Landebahn. Es wunderte Lara nicht, dass keine Shuttlebusse bereit standen. In afrikanischen Ländern war es durchaus üblich, den Weg zum Hauptterminal zu Fuß anzutreten. Lara ließ ihren Blick über die Szenerie schweifen. Selbst für ein krisengebeuteltes Land wie den Sudan gab es auffällig viel Militär am Flughafen. Männer mit Kalaschnikows musterten die Reisenden grimmig, während ein wenig weiter entfernt Militärjeeps mit aufmontierten Maschinengewehren parkten. Lara vermutete, dass es in irgendeiner Provinz wohl wieder einen aufständischen Warlord gab oder dass eine Terror-Miliz oder Partisanen-Gruppe Anschläge angekündigt hatte. Die junge Britin hatte Afrika schon mehrere Dutzend Male besucht und ließ sich von solchen Situationen nicht mehr aus der Ruhe bringen. Wahrscheinlich hätte ihr sogar etwas gefehlt, wenn kein Militär am Flughafen zugegen gewesen wäre.
Im Terminal war es etwas kühler und die Reisenden warteten an den Ausgabebändern auf ihr Gepäck. Lara gehörte zu den wenigen Weißen, die sich in der Maschine befunden hatte, und war die einzige allein reisende Frau, aber auch dies wunderte sie nicht wirklich. Der Sudan war nicht gerade ein beliebtes Urlaubsziel und auch für Geschäftsreisen gab es wenig Anlass. Sie spürte die Blicke zahlreicher Männer auf sich ruhen und ließ sie glotzen. Man konnte es den Kerlen nicht verdenken, dass sie beim Anblick von Laras Körper ihre Augen nicht abwenden konnten, und Lara war es gewohnt, gierig und lüstern angestarrt zu werden.
Daher wunderte sie auch nicht im Geringsten, was als nächstes folgte. Auf dem Weg zum Hauptausgang des Terminals, wo einige Taxis auf zahlungskräftige Ausländer warteten, traten ihr zwei Wachleute in den Uniformen der Armee entgegen. Es waren zwei große Schränke von Männern, um die zwei Meter groß und jeweils doppelt so breit wie Lara. Sie brachten das Kunststück fertig, gleichzeitig grimmig und lüstern zu blicken.
"Sudanesischer Zoll", sagte einer von beiden, "bitte folgen sie uns."
Was erwartet Lara?
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Lara Croft
Die nicht jugendfreien Abenteuer einer Grabräuberin
Wer hat nicht von ihr gehört? Lara Croft, die Actionlegende, die Grabräuberin. Doch aus Gründen der Altersfreigabe und somit der Umsätze verschweigen uns die Computer-Spiele, Comics und Filme uns seit jeher jene Abenteuer der Actionheldin, die keine Jugendfreigabe erhalten würden. Hier können wir hingegen Zeugen ihrer mehr oder weniger freiwilligen und heldenhaften Abenteuer für die erwachsene Leserschaft werden.
Updated on Apr 4, 2024
by ThormGravis
Created on Apr 9, 2016
by ThormGravis
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