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Chapter 5 by ThormGravis
Was sieht Lara?
drei Einbrecher
Lara atmete ruhig und langsam, aber dennoch spiegelte sich jeder lautlose, kaum nennenswerte Zug ihrer Lungen durchaus erkennbar in einer leichten Bewegung ihrer prallen Brüste wieder, die sich unter dem dünnen Stoff des seidenen Bademantels hoben und senkten und die Reißfestigkeit des Kleidungsstücks auf eine ernsthafte Probe stellte. Ein dünner Seidengurt, sorgsam um Laras Wespentaille gebunden, hielt den Mantel in Position, jedoch blieben ihre schier endlos langen, schlanken Beine weitgehend unbedeckt.
Lara warf sicherheitshalber einen Blick in den weitläufigen Empfangsraum und auf dessen übrige Türen, um nicht im nächsten Augenblick von hinten überrascht zu werden, dann wandte sie sich dem Geschehen im Salon zu. Sorgsam darauf achtend, dass sie ihre Anwesenheit nicht durch einen Schattenwurf oder ein Geräusch verriete, drehte sie sich leicht in den opulenten Türrahmen und schaute hinein.
Alle belustigte Vorfreude über die Möglichkeit, einige fehlgeleitete Einbrecher vermöbeln zu können, schwand sofort aus ihren Augen, als sie erkannte, dass mindestens drei ungebetene Gäste zugegen waren, die nicht nur ihren greisen Butler Winston niedergeschlagen und gefesselt hatten, sondern auch mehrere wertvolle Fundstücke so unsanft behandelt hatten, dass nun Scherben den Boden ihres Salons überzogen.
Um Winston machte sie sich nicht allzu viel Sorge, da der alte Mann keine schwere Verletzung abbekommen hatte und überdies hart im Nehmen war. Es war nicht das erste Mal (und würde sicher auch nicht das letzte Mal sein), dass er unter Einbrechern, Söldnerkommandos oder irgendwelchen übernatürlichen Widersachern gelitten hatte, die Croft Mansion im Laufe der Jahre mit schöner Regelmäßigkeit heimgesucht hatten. Dabei hatte sich der Alte als recht unverwüstlich erwiesen und räumte oft schon während der finalen Auseinandersetzung im Hintergrund wieder auf. Dass jedoch einige Fundstücke von historischem oder künstlerischem Wert nun in Scherben lagen, die Lara persönlich aus irgendwelchen fernen Tempeln gestohl… geborgen hatte, ging zu weit. Es gab nur eine Person, die in Croft Mansion historisch wertvolle Artefakte mit völliger Rücksichtslosigkeit behandeln und zerstören durfte, und das war einzig und allein Lara selbst.
Ihr kurzer Blick verriet Lara überdies, dass es sich wohl nicht um ganz gewöhnliche Einbrecher und auch nicht um die übliche Sorte muskulöser und tumber Söldner handelte, die gewöhnlich von mysteriösen Hintermännern engagiert wurden, um irgendetwas aus Laras Besitz zu stehlen. Nein, diese drei Typen waren zweifellos außergewöhnlich und stachen aus der Masse jener, die Croft Mansion in den vergangenen Jahren heimgesucht hatten, markant heraus: Ein Mann, der ihr den Rücken zugewandt hatte, war ein wahrer Fleischberg: gut zwei Meter groß mit schmierigem, zu einem dünnen Zopf gebundenen Haar und trotz seiner beachtlichen Größe so fett, dass die Speckwülste sich unter dem schlapprigen T-Shirt und der kurze Hose mehr als deutlich abzeichneten. Der zweite Mann war noch ein Stück größer, wirkte aber schlaksig und hager wie ein ausgezehrter Basketballer mit langen, wenig definierten Armen und höchstens der Hälfte des Gewichtes seines Nebenmannes.
Die beiden ungleichen Männer hörten, ohne selbst ein Wort zu sagen, auf die Beschimpfungen und Kommandos, die der dritte in der Runde abließ: "Ihr beide seit unfähig. Unfähig. Eine Schande für den Doktor. Ich hätte lieber einige seiner Kreationen mitgenommen als euch beide, aber aus irgendeinem Grund glaubt der Doktor, ihr wärt zu irgendetwas nütze. Ich hatte euch befohlen, leise zu sein. Wollt ihr etwas, dass diese Bitch Lady Croft wach wird? Würde das nicht unserem wohlfeinen Plan widersprechen? Aber wahrscheinlich habt ihr schon längst wieder vergessen, was ich euch auf dem Hinweg eingebläut habe. Ich muss wohl dankbar sein, wenn ihr euch noch daran erinnert, warum wir überhaupt hier sind."
Lara musste sich ein Lachen verkneifen, denn der Sprecher trug seine Tirade in einer Lautstärke vor, die sie spätestens jetzt geweckt hätte, wenn sie nicht schon zuvor aus ihren Träumen geschreckt wäre. Noch amüsanter war, dass der dritte Mann eine piepsige, hohe Stimme hatte und sich überdies unfassbar deutlich von seinen beiden Untergebenen unterschied: Es war ein Kleinwüchsiger, vielleicht 130 Zentimeter groß, leicht korpulent und mit einer strubbeligen Frisur.
"Werde ich hier von einem Zirkus oder einem Kuriositätenkabinett ausgeraubt...", ging Lara durch den Kopf, während sie sich wieder aus dem Türrahmen hinaus in den Eingangssaal drehte und seelenruhig einige Meter weiterging. Dort gab sie einen achtstelligen Code in ein Tastenfeld ein und ein kleines, gut in der Wand verborgenes Geheimfach sprang auf, aus dem Lara zwei Desert Eagle und vier Magazine hervorholte, von denen sie zwei sofort in die Waffen schob. Auf dem Rückweg fragte sie sich, was diese Typen hier wohl suchten. So komisch sie auch aussahen, waren die Worte des kleinen Anführers doch so merkwürdig gewesen, dass es Lara zu denken gab. Und offenbar wussten die Einbrecher auch nur zu genau, mit wem sie es zu tun. Nun, sie würde schon einige Antworten erhalten, wenn sie diese drei kuriosen Gestalten befragte. Mit einem Lächeln auf den Lippen und beiden Waffen im Anschlag drehte sich Lara wieder in die Tür zum Salon. Der Morgenmantel geriet durch ihren Schwung selbst leicht in Bewegung und für einen Moment drohten Laras pralle Brüste, die auch jetzt nicht ihre perfekte Form einbüßten oder den Gesetzen der Schwerkraft folgten, ihr seidenes Gefängnis zu sprengen. "Guten Morgen, die Herrschaften, kann ich ihnen vielleicht Tee und Gebäck anbieten, wenn sie sich schon als Gäste selbst ein..."
Lara erstarrte in der Bewegung und die letzten Worte ihres coolen Spruches brachen ab. Obwohl sie noch einen Moment zuvor den Kleinwüchsigen hatte schimpfen hören, war nun niemand außer dem gefesselten Winston mehr im Raum zu sehen. Die drei Einbrecher waren verschwunden.
Sind die drei Kerle wirklich weg? Wie geht es weiter?
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Lara Croft
Die nicht jugendfreien Abenteuer einer Grabräuberin
Wer hat nicht von ihr gehört? Lara Croft, die Actionlegende, die Grabräuberin. Doch aus Gründen der Altersfreigabe und somit der Umsätze verschweigen uns die Computer-Spiele, Comics und Filme uns seit jeher jene Abenteuer der Actionheldin, die keine Jugendfreigabe erhalten würden. Hier können wir hingegen Zeugen ihrer mehr oder weniger freiwilligen und heldenhaften Abenteuer für die erwachsene Leserschaft werden.
Updated on Apr 4, 2024
by ThormGravis
Created on Apr 9, 2016
by ThormGravis
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