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Chapter 4
by
Meister U
Wessen Armband reißt zuerst?
Zoe
„Na? Bist du jetzt ganz stolz auf dein schwarzes Armband?“
Zoe zuckte zusammen, als Niklas‘ Schatten über sie fiel. Sie lehnte am Rand des Schulhofs, den Rücken an den kalten Metallzaun gepresst.
„Lass mich in Ruhe, Niklas.“
„Das geht nicht.“ Er griff nach ihrem Handgelenk, seine Finger schlossen sich wie Schraubzwingen um das schwarze Silikon. „Regeln sind Regeln. Oder willst du etwa nicht, was du versprichst?“
Sie versuchte, ihren Arm wegzuziehen, aber er war stärker. „Ich… das ist nicht so gemeint.“
„Doch. Genau so ist es gemeint.“ Sein Gesicht war nah an ihres, sein Atem roch nach Kaugummi und Überheblichkeit. „Du ziehst so ein Teil an, um dazuzugehören, was? Um cool zu sein? Dann zeig doch, dass du es ernst meinst.“
„Du verstehst das nicht…“
„Doch, ich verstehe das perfekt.“ Sein Daumen rieb über das Armband. „Du hast dich beworben. Jetzt kriegst du den Job. Ganz einfach.“
Sein Blick war so eisig, dass ihr die Worte im Hals stecken blieben. Sie fühlte sich wie ein Reh im Scheinwerferlicht – gelähmt, mit klopfendem Herzen.
„Bitte nicht“, flüsterte sie.
„‚Bitte‘? Ist das ein neues Codewort?“ Er lachte kurz und hohl. „Bei schwarz heißt es nicht ‚Bitte‘. Bei schwarz heißt es: Bücken.“
„Ich will aber nicht.“
„Dann hättest du das verdammte Ding nicht anziehen sollen!“ Seine Stimme wurde scharf, schneidend. „Du kannst nicht mit der Wimper zittern und gleichzeitig die große, coole Schnepfe markieren. Entscheid dich.“
Tränen traten in ihre Augen. Das war nicht der Moment der Zugehörigkeit, den sie sich erträumt hatte. Das war Erniedrigung.
„Wo?“, hauchte sie geschlagen.
Ein triumphierendes, hässliches Grinsen breitete sich auf seinem Gesicht aus. „Siehste? Geht doch. Da hinten. Die Hecke. Keiner guckt hin.“
Er zog sie vom Zaun weg, sein Griff ließ keinen Widerstand zu. Sie stolperte hinter ihm her, ihr Wille war wie gelähmt.
„Warte…“, keuchte sie.
„Worauf? Dass du dir anders überlegst? Zu spät.“ Er schob sie grob durch das Laub hinter der dichten Hecke. Es war dunkel und roch nach feuchter Erde. „Regel ist Regel. Und ich hole mir, was mir zusteht.“
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