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Chapter 80 by gha93 gha93

What's next?

Wieder in der Küche

Als ich das Schlafzimmer verließ und in der Tür zur Küche stand, stellte ich fest, dass wir Gesellschaft bekommen hatten.

Anja saß an ihrem gewohnten Platz vor dem Fenster gegenüber von Robert. Und neben Jennifer, wo ich sonst saß, hatte es sich Ben gemütlich gemacht und aß gut gelaunt eine Schüssel Cornflakes.

Von der guten Laune, die Anja seit ihrer immer weiter fortschreitenden Transformation hatte, war nichts mehr zu sehen.

Stattdessen schaute sie missbilligend zu ihrer Schwester.

Der Grund dafür war nicht schwer zu erkennen. Statt wie gebannt an Anjas Lippen zu hängen, war Roberts Aufmerksamkeit an diesem Morgen ganz auf den Körper seiner anderen Stieftochter gerichtet.

Anja war eifersüchtig.

Grinsend schüttelte ich den Kopf und trat ein.

Während ich mich auf den Stuhl gegenüber meiner Freundin setzte, eilte Pia wortlos die Treppe hinauf.

"Guten Morgen, ihr beiden", begrüßte ich die Neuankömmlinge.
"Morgen, Tom", grüßte mich Ben mit vollem Mund.

Anja antwortete nicht, sondern sah nur weiter zu Jennifer.

Ich nahm mir ein Brötchen und schnitt es auf.

"Hallo, Schatz", sagte ich zu Jennifer und warf ihr einen Kuss zu.
"Hi ...", antwortete sie zögerlich.

Ihr Gesicht war knallrot.

Erst jetzt bemerkte Robert meine Anwesenheit.

"Hu? Ah, Tom. Wo hast du denn Pia gelassen?", fragte er verwirrt.
"Die ist nur kurz auf der Toilette."
"Alles in Ordnung bei euch? Ihr wart ja ganz schön lange da drin", fragte er.
"Ja. Klar. Wir mussten nur was besprechen. Mach dir keine Gedanken darüber."

Robert biss in sein Brötchen und brummte verständnisvoll. Es dauerte nicht lange, bis sein Blick wieder zu meiner Freundin wanderte.

Links von mir hörte ich Anja genervt stöhnen.

Dann, gerade als sie den Mund öffnete, um etwas zu sagen, kam Pia zurück in die Küche.

"Guten Morgen, Ben. Guten Morgen, Anja. Habt ihr gut geschlafen?", fragte sie gut gelaunt, als hätte es den Streit vor ein paar Minuten nie gegeben.

Anja gab sich keine Mühe zu antworten.

"Hast du gesehen, was Jennifer anhat, Mama?", fragte sie stattdessen.
"Habe ich, Schatz", antwortete Pia ruhig. "Deine Schwester ist eine erwachsene Frau. Sie kann anziehen, was sie möchte."

Jennifer lächelte zaghaft, aber Anja schien damit nicht zufrieden zu sein.

"Aber ich ...", setzte sie erneut an.
"Kein 'Aber'. Lass sie in Ruhe." Dann, nach einer kurzen Pause fügte sie hinzu: "Du hast auch schon Sachen angehabt, bei denen ich nur mit dem Kopf schütteln konnte. Jetzt ist eben deine Schwester dran."

Frustriert schüttelte Anja den Kopf.

"Wenigstens hatte ich eine Hose an ...", murmelte sie vor sich hin.
"Wie bitte?", fragte Pia mahnend.

Anja seufzte.

"Nichts ..."

Es wurde Zeit das Thema zu wechseln.

"Hey, Anja. Wo hast du eigentlich Markus gelassen? Hat er heute nicht hier übernachtet?", fragte ich ehrlich interessiert.

Anja verdrehte frustriert die Augen.

Das war eindeutig nicht ihr Morgen.

"Er wollte, dass ich ihn noch ein paar Minuten schlafen lasse. Er ... ist nicht so der Morgenmensch."
"Aber muss er dich nicht gleich zur Arbeit fahren?", fragte Pia erstaunt.
"Schon, aber ... es ist ja noch ein bisschen Zeit ...", antwortete Anja wenig überzeugend.

Ich grinste. Es war einfach zu lustig, wie Anja alles tat, was ihr Freund sagte, ohne es überhaupt zu merken.

Unter keinen Umständen hätte sie ihm das noch vor einer Woche durchgehen lassen.

"Na ja, so viel Zeit hast du nicht mehr", fuhr Pia fort. "Es ist doch schon … Oje! Es ist ja schon 7:35 Uhr. Wo ist denn die ganze Zeit geblieben? Ihr kommt zu spät, Leute."

Robert, der bis eben noch verträumt Jennifers flachen Bauch bewundert hatte, sprang erschrocken auf.

Auf Ärger mit seinem Chef konnte er verzichten.

"Oh, verdammt!", rief er, stopfte sich den Rest seines Brötchens in den Mund und verließ fluchtartig das Haus.

Zusammen mit seinem Stiefvater eilte auch Ben aus der Küche. Schnell ging er in sein Zimmer, um seinen Rucksack zu holen und machte sich dann auf den Weg zur Schule.

Auch Anja stand auf, wenn auch etwas langsamer als Robert oder ihr Bruder. Sie hatte es nicht ganz so eilig, ging letztlich aber doch nach oben, um Markus zu wecken. Oder es zumindest zu versuchen.

Jetzt waren nur noch Pia, Jennifer und ich in der Küche.

Bis zur Vorlesung war noch etwas Zeit, sodass Jennifer und ich beim Abräumen des Tisches helfen wollten.

"Lasst ruhig alles stehen. Ich mach das schon", sagte Pia wieder so freundlich wie immer. "Macht euch lieber fertig für die Uni."
"Danke, Pia. Aber Jennifer bleibt heute zu Hause. Das ist in Ordnung."

Pia blinzelte kurz und nickte dann.

"Ach, und Jenny?" Pia wandte sich Jennifer zu. "Es tut mir leid, wie ich mich vorhin verhalten habe. Ich ... ich weiß nicht, was in mich gefahren ist. Natürlich kannst du dich so anziehen, wie du es möchtest. Ich hätte dich nicht so anfahren dürfen."
"D... danke", sagte Jennifer zögernd. "Ist schon okay."
"Ich hab dich lieb, Kleine. Ach, und bevor ich es vergesse. Ich bin wahrscheinlich nachher weg. Ich wollte noch ein paar Besorgungen machen. Es könnte etwas später werden."

Jennifer nickte.

"Kein Problem. Viel Spaß."

Als wir die Treppe hinaufgingen, boxte mich Jennifer plötzlich gegen die Schulter.

"Du mieser kleiner..."
"Hey, hey, hey! Ich hatte nur die besten Absichten."
"Ja, genau ...", sagte sie skeptisch.
"Hat es dir nicht gefallen?"
"Nein. Ich ..."
"Sag die Wahrheit."
"Ich ... Okay, es hat mir gefallen. Zufrieden?"

Ich lächelte.

"Allerdings."

Jennifer rollte mit den Augen und schloss die Zimmertür hinter uns.

"Sagst du mir dann wenigstens, was du vorhin mit meiner Mutter gemacht hast?"
"Warum?"
"Weil ich es wissen will."
"Und ...?"

Jennifer atmete frustriert aus.

"Und weil ich an nichts anderes denken kann. Ich will wissen, was du mit ihr gemacht hast. Was du ihr zugeflüstert hast. Wie du sie verändert hast. Was sie für dich getan hat."

Beim letzten Satz biss sich Jennifer erregt auf die Unterlippe.

Erzählt Tom Jennifer, was er mit ihrer Mutter getan hat?

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