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Chapter 14 by Papas_Liebling Papas_Liebling

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Vor dem Kleiderschrank

Samira tapste barfuß ins Schlafzimmer. Ein Badetuch war eng um ihren Körper gewickelt, ihre noch immer feuchten Haare waren unter einem zweiten Handtuch verborgen. Es gab hier keinen großen Spiegel, in dem man sich betrachten konnte; dies wäre ein Zeichen von Eitelkeit gewesen. Nur auf der Innenseite einer Schranktür war auf Augenhöhe ein kleiner Spiegel angebracht, damit man nach dem Ankleiden den korrekten Sitz des Kopftuchs kontrollieren konnte.

Als sie hineinsah, bemerkte sie, dass ihr Gesicht noch immer glühte, aber nicht vom Wasser oder von der Hitze.

David hatte gesagt: Er ist ein Idiot, wenn er nicht sieht, wie schön du bist. Was sagte das über sie aus, wenn sie es selbst auch nicht gesehen hatte? Sie ließ ihre Lider zufallen, um ihr Spiegelbild auszublenden und so der Frage auszuweichen. Stattdessen sah sie vor sich - David.

In die Stille des Zimmers hinein fragte sie sich: "Warum kann er mich nicht loslassen?" Und doch musste sie sich eingestehen, dass nicht er das Problem war. Sie war es, die den Gedanken an ihn nicht loslassen wollte.

Um sich abzulenken, rief sie sich die Aufgaben ins Gedächtnis, die sie zu erledigen hatte. Anziehen, Aufräumen, dann könnte sie sich einen Tee machen und anschließend das Essen vorbereiten. Einfache Dinge. Routinen, die Ruhe und Sicherheit bedeuteten.

Sie löste das Badetuch über ihrer Brust. Es rutschte raschelnd zu Boden und bildete einen Ring um ihre Füße, der sie scheinbar an dieser Stelle einschloss, wo sie morgens immer stand, um ihren Tag zu beginnen. Samira hob ein Bein und trat hinaus.

Die Auswahl ihrer frischen Kleider fiel ihr ungewöhnlich schwer. Ein Hidschab, natürlich, ohne den würde sie sich nackt fühlen. Und weiter? Ihre Hand strich locker über die Alltagskleidung, die ordentlich aufgereiht im Schrank hing. Da waren Salwar, weite Hosen, die die Silhouette ihrer Beine verbargen. Baumwollkleider in gedeckten Farben, die ihren weiblichen Körper verschwinden ließen. Dies wäre die vernünftige Wahl. Respektabel. Das Aussehen, was ihr Ehemann erwartete.

Sie berührte den Ärmel eines Kamiz, eines längeren Hemdes, das normalerweise locker über der Hose getragen wurde. Ein dünnes Kleidungsstück, leichte Baumwolle, cremefarben. Etwas für heiße Sommernächte, in denen man auf einem blickgeschützten Balkon oder in einem ummauerten Garten mit der **** saß, bis bis die Hitze abgeklungen und es Zeit zum Schlafengehen war. Sie hatte es schon ewig nicht mehr getragen.

Es fiel locker über ihre Schultern, weich und lose. Der feine Stoff kitzelte leicht, als er sich an ihre Haut schmiegte. Direkt auf die Haut. Kein Untergewand, keine Leibwäsche. Kurz hielt sie die Luft an und hörte in sich hinein.

Will ich das?

Die Antwort kannte sie schon.

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