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Chapter 15 by kokosmilch kokosmilch

What's next?

Vom Regen in die Traufe

Julia stolperte in ein leeres Nebenzimmer, knallte die Tür hinter sich zu und lehnte sich gegen die Wand. Ihr Herz raste noch immer. Das war das garantiert peinlichste Erlebnis ihres ganzen Lebens. Gut, dass niemand in diesem Salon sie persönlich kannte. Das wäre dann ja doch der Gipfel, wenn sie jemandem begegnete, der sie identifizieren konnte.

Nachdem sie sich einigermaßen beruhigt hatte, griff sie nach ihrem Notizblock, kritzelte hastig ein paar Worte.

Vor-Ort-Reportage. Massagedienstleistungen. Recherche aus erster Hand. Authentische Erfahrung. Körperlicher Einsatz. Positive… äh… Erlebnisse.

Sie presste die Hand vor den Mund, um nicht laut hysterisch loszulachen. Ja klar. Positiv. Dreimal hintereinander positiv. Sie hatte eben mehr welterschütternde Orgasmen erlebt, als das ganze Jahr zuvor - und nun versuchte sie, daraus einen seriösen Artikel für eine Zeitschrift zu formulieren. Wie schräg war das denn?

Aber sie musste Herrn Schmidt beweisen, dass sie eine gute Reporterin war. Dass sie das hinbekam. Sie würde ihm einen Text abliefern, nach dem er gar nicht anders konnte, als sie sofort einzustellen.

Doch dann fror ihr Lachen ein. Fotos! Sie hatte keine. Herr Schmidt wollte unbedingt Bilder von ihr in der Arbeitskleidung.

Sie schaute an sich herab. Arbeitskleidung? Keine Spur. Tatsächlich trug sie überhaupt keine Kleidung. Nichts. Keinen Faden am Leib. Sie war splitterfaser-baby-pudel-nackt.

Wo war der Kimono? Liegen geblieben. Im Massageraum.

„Verdammt,“ murmelte sie.

Dorthin zurück? Nackt. Unmöglich. Diese Peinlichkeit würde sie nicht überleben. Sie brauchte dringend etwas anderes zum Anziehen. Sie rappelte sich auf.

Mit einem tiefen Atemzug öffnete sie die Tür zum Flur einen Spalt und lugte hinaus. Niemand zu sehen. Also raus. Barfuß, unbekleidet, den Notizblock wie ein viel zu kleines Feigenblatt vor sich haltend, schlich sie los.

Zu ihrem Missvergnügen spürte ihr Körper noch immer überdeutlich die Nachwirkungen der intensiven Massage. Reibung an den falschen Stellen. Jede Bewegung war ein kleines Feuerwerk. Zwischen den Schenkeln prickelte es, feucht und wund zugleich. Sie presste die Beine kurz zusammen – was es nur noch schlimmer machte.

Keine Zeit zum Jammern. Sie musste weiter. Weg vom Flur, wo jede Sekunde jemand um die Ecke biegen und sie entdecken konnte. Mit entschlossenem Schnaufen drückte sie die nächstbeste Tür auf, huschte in den Raum – und erstarrte.

Drinnen saßen drei Männer in Bademänteln um einen kleinen Tisch, Karten in der Hand, Münzen und Geldscheine auf dem Tisch, Bierflaschen daneben. Alle drei hoben gleichzeitig die Köpfe und schauten Julia an.

Ihre Blicke glitten langsam von ihrem Gesicht abwärts, tiefer, tiefer, und blieben dort haften. Ihr Grinsen wurde breiter und breiter.

Julia merkte, wie ihre Schenkel instinktiv zusammenzuckten – was prompt ein unkontrollierbares, verräterisches Keuchen auslöste. Oh nein.

Einer der Männer legte seine Karten ab. „Na,“ meinte er, „das hat ja mal jemand ein Ass im Ärmel.“

Der zweite fügte trocken hinzu: „Obwohl sie gar keine Ärmel trägt. Oder sonst etwas.“

_Großartig. Meine erste investigative Reportage, und ich stolpere nackt in eine Pokerrunde. Und stöhne dabei auch noch, als hätte ich ein schlechtes Blatt auf der Hand._

Laut sagte sie: "Ähm, Jungs, könnte einer von euch mir vielleicht seinen Bademantel leihen?"

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