What's next?
Versönlicher Abend
Der Abend war lau und so gingen die beiden, nackt wie sie waren, mit Lola zurück zum Schloss. James erklärte Lola, wieso er sie gerne als Aufpasserin für Vicky hätte und er bot ihr außerdem den Posten der Hauptfrau seiner Wache an. Lola erbat sich noch etwas Bedenkzeit wegen der Fixanstellung, da hatten sie schon die Veranda erreicht. James warf sich sein Leinenhemd über, während es ihm nichts ausmachte vor Lola nackt zu sein, so kam ihm das vor Sieglinde, die ja fast seine Mutter sein könnte, doch komisch vor.
Sieglinde hatte alles nett arrangiert. Sie servierte ihnen eine Köstlichkeit aus dem Weinkeller und Knabbereien. Sie wollte sich wortlos aus dem Staub machen, als Vicky sie aufforderte sich selbst auch einzuschenken und sich dazu zu setzen.
“Ich möchte mich bei dir entschuldigen, Sieglinde. Dass du nach uns gerufen hast, passte perfekt zu unserem Spielchen, aber wir hätten nicht geglaubt, dass du uns wirklich erwischst”, begann Vicky.
“Ich bin auch nicht ganz unschuldig. Ich habe sie quasi gezwungen,” ergänzte Lola. Sieglinde hätte mit allem gerechnet, aber gleich zwei Entschuldigungen hatte sie nicht erwartet. Die angenommene Entschuldigung wurde mit zwei Umarmungen besiegelt. James, der sich, zumindest aus Sieglindes Sicht, nichts vorzuwerfen hatte, stellte fest, dass Sieglinde sich für ihre Dienste ohnehin noch eine Belohnung verdiente. Vielleicht hätte sie ja einen Wunsch, den man ihr erfüllen könnte, worauf sie erwiderte, Calista und Kasimir wieder im Schloss zu haben, hätte ihr vor einer Woche noch genügt. Aber James beendete die Diskussion mit der Aufforderung an Sieglinde, sich etwas Neues einfallen zu lassen.
Sieglinde stellte fest, dass seitdem die Kinder im Schloss waren, wieder Leben, Spaß und Chaos zurückgekehrt sind. Sie berichtete auch davon, dass das Personal sich sehr über die neuen Herren freute und bedankte sich in deren Namen. James erörterte noch ein paar Ideen, die ihm so vorschwebten und dabei leerten sie den hervorragenden Rotwein. Die Sonne war bereits untergegangen, im Nordwesten stand der Himmel noch in Flammen, als Vicky Sieglinde bat, Lola ein standesgemäßes Zimmer zu geben.
Man verabschiedete sich, die Herrschaften gingen in ihre Gemächer und Sieglinde vertröstete Lola noch ein paar Minuten, ehe sie wieder auftauchte.
Sie führte Lola in den Trakt für die Gäste, Lola konnte im Schein der Laterne nicht viel erkennen, war aber vom Inventar überwältigt. Sie erreichten die vorletzte Tür eines Ganges, durch die Sieglinde ein Gemach betrat. Sie öffnete die Fenster und entzündete zwei Kerzen, die den Raum in sanftes Licht tauchten. Lola erkannte einen hohen, großen Raum, an dessen Ende ein riesiges Himmelbett stand, links und rechts davon war je ein Fenster. In einer anderen Ecke stand eine Eckbank mit Tisch und Stühlen und neben dem Bett war ein Schreibtisch aus schwarzem Holz. Es gab sogar eine Waschecke mit Handtüchern und einem großen Krug Wasser, eine fürstliche Unterkunft.
“Das ist ja der absolute Wahnsinn!”, war Lola begeistert.
“Man gewöhnt sich daran.”
“Habt Ihr auch so ein Zimmer?”
“Ich logiere nebenan. Und ich denke, das ‘Du’ wäre angebracht, jetzt wo wir zusammenarbeiten.” Sie bot Lola die Hand an, wurde aber sogleich umarmt.
“Gerne, und vergib mir wegen vorher. Lass uns neu anfangen.”
“Das können wir gerne.”
“Wärst du so gut und hilfst mir mit der Rüstung?” Lola drehte sich um und deutete auf die hinteren, schwer zu erreichenden Schnallen ihres Harnisches und Waffenrocks.
“Ich kriege es zwar auch alleine hin, aber für dich ist das ja ein Kinderspiel.”
Sieglinde legte los und eine Minute später konnte Lola die schweren Teile ablegen. Sie schlüpfte aus dem wattierten Untergewand und drehte sich, nur mit normaler Unterwäsche bekleidet, zu Sieglinde um. Lola war immer noch groß, aber ihre weibliche Seite kam erst ohne die Rüstung richtig zur Geltung. Sieglinde hatte nicht das Ziel, diese Milf zu verführen, aber sie schätzte sie als prüde ein und wollte sie ein wenig provozieren. Sieglinde beobachtete sie mit einem selbstbewussten Lächeln, aber keiner Spur von Scham oder dergleichen.
“Machst du jetzt weiter oder kann ich gehen?”, fragte Sieglinde ganz abgeklärt.
Eingeschüchtert zog Lola sich rasch ein Nachthemd über.
“Ich dachte, wir quatschen noch ein bisschen, bis es wirklich Zeit zum Schlafen ist?”, fragte Lola, die sich offensichtlich noch nach Gesellschaft sehnte.
“Ein Andermal gerne, aber ich habe noch was vor.”
“So spät am Abend?”, Lolas freche Seite wagte sich hervor.
“Nun, Frau hat auch so ihre Bedürfnisse.” Lola schaute sie überrascht an.
“Glaubst du etwa, ich bin frigide und habe keine Bedürfnisse?”, ging Sieglinde in die Offensive. Lola fühlte sich ertappt und schwieg.
“Oder denkst du, ich wäre zu alt?” Vickys Keuchen war auf einmal durch die offenen Fenster zu vernehmen und verschaffte Lola Zeit, bis die Fenster geschlossen waren, aber Sieglinde war noch nicht fertig mit ihrer Anklage.
“Die typische Arroganz des Stadtvolkes, glaubt wir Landeier wissen nicht, wie man Spaß hat und feiert.” Lola sagte immer noch nichts.
“Und du traust dich nicht mal zu antworten, weil ich recht habe.”
Erst jetzt brachte Lola zumindest ein verhaltenes Nicken zustande, zu lügen wäre zwecklos gewesen.
“Wenn du das wirklich glaubst, wirst du es hier nicht lange aushalten”, Sieglindes Stimme hatte an Schärfe verloren. Sie schwelgte in Erinnerungen an die Zeit, als sie selbst noch jung war und sie gestand sich ein, dass sie damals keinen Deut besser war als die rothaarige Kriegerin. Wenn sie damals nicht Elisabeth unter ihre Fittiche genommen hätte, wäre sie hier keine zwei Wochen geblieben, das war bald 30 Jahre her.
“Ich werde jetzt in mein Zimmer gehen und mich umziehen. Wenn du in drei Minuten dort draußen stehst”, sie deutete auf den Gang,
“Kannst du mir beweisen, dass du nicht die frigide von uns beiden bist.”
Sieglinde blickte sie mit einer Mischung aus Herausforderung und Einladung an, dann ging sie grußlos in ihr Zimmer, ohne dass Lola noch etwas gesagt hätte.
Lola hatte kurz überlegt, hier zu bleiben, aber die letzten Zweifel wurden beseitigt, als Vicky, trotz der geschlossenen Fenster, immer besser hörbar wurde.
Als Sieglinde wieder aus ihrem Zimmer kam, wartete Lola schon ganz aufgeregt auf sie. Sieglinde war ganz in schwarz gehüllt, vom Kleid bis zum Kopftuch. Sie ging auf Lola zu und zog das Kleidchen nach oben.
“Die Unterwäsche bleibt hier. Versteck deine Haare mit einem Kopftuch oder einer Haube. Nimm dir ein Handtuch mit und zieh leichte Schuhe an.”
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