Was ist denn jetzt los?!

Verrat auf ganzer Linie

Chapter 130 by Hentaitales Hentaitales

"Mai, mach keinen Scheiß!" stieß ich hervor. "Gib mir Maja zurück, und dann lass uns den anderen helfen!"

Aber Mai schüttelte nur den Kopf. "Bleib ganz still da sitzen", sagte sie. "Ich will deiner Tochter nichts antun, aber wenn du dich jetzt irgendwie einmischst, war's das mit ihr."

Ich starrte verzweifelt zu ihr. "Aber... Warum, Mai? Was soll das? Sarah und du, ihr habt doch seit Jahren-"

"Das ist vorbei", sagte Mai knapp. "Wir waren unvorsichtig. Sie hat uns gekriegt. Und so leid es mir für dich tut, ich arbeite jetzt für sie."

"Du- du bist-" Ich musste das gehörte erst mal schlucken. "Du bist jetzt auf Ashleys Seite?"

Mai nickte langsam, fast traurig. "Ich habe leider keine Wahl. Es- Es ist nicht so, dass ich es will. Ich finde ihre Pläne immer noch total irre. Aber wenigstens wird sie meine Familie aus der ganzen Sache raushalten. Und immerhin ist für mich-"

In diesem Moment wurde sie von einem Klopfen an der Tür auf meiner Seite unterbrochen, und ich fuhr herum, um in das grinsende Gesicht von Jan - oder war es Erik? - zu blicken, der leicht angeschlagen wirkte, aber dennoch bester Laune zu sein schien. "Guten Morgen Tina", trällerte er und reichte mir ein Paar Handschellen ins Auto. "Wärst du so nett, dir die hier anzulegen?"

"Was habt ihr mit Jenny und Andy gemacht?" wollte ich finster wissen.

"Oh, die haben wir bereits versandfertig verpackt", feixte der hünenhafte Kerl. "Haben sich gar nicht so sehr gewehrt, wie ich dachte. Bei dir soll ich aber nicht gleich hinlangen, sondern dir erst mal ne Chance geben, friedlich mitzukommen. Also, wie steht es?"

Hinter mir hörte ich Mai zustimmend brummen. "Tu, was Erik sagt", verlangte sie. "Denk an Maja."

Offenbar hatte ich wirklich keine Wahl. "Also gut", sagte ich und schloss die Schellen um meine Handgelenke, um sie dann vorzuzeigen. "So recht?"

"Sieht gut aus", nickte Erik und prüfte selbst noch einmal den Sitz der Fesseln, ehe er die Tür öffnete. "So, aussteigen bitte!"

Ich folgte seinen Anweisungen, und auf der anderen Seite stieg ebenso Mai aus, ging um unser Auto herum und legte mir Maja zurück in die Arme. Es war gar nicht einfach, sie mit angelegten Handfesseln sicher zu halten, aber nach ein paar Momenten hatte ich es raus. "Und wie geht es jetzt weiter?" wollte ich wissen.

Erik winkte mir zu. "Einfach mal mitkommen."

Wir gingen zu dem weißen Liefer- oder Krankenwagen, bei dem die hintere Tür immer noch offenstand, und Erik stieg hinein. Ich folgte ihm und konnte so sehen, dass der Wagen innen eher auf den Transport von Personen als auf den von Paketen ausgelegt war: an den Wänden und in der Mitte gab es jeweils eine Sitzbank, und an der Decke war Stauraum für Gepäck angelegt. Auf der rechten Bank saß Jenny, die Hände wie ich in Handschellen, neben ihr lehnte Andy an der Rückwand des Transporters und wirkte etwas benebelt, als hätte er ein Betäubungsmittel bekommen. Auf der linken Bank hatte Jan Platz genommen, etwas schwer atmend, daneben saß Ashley, die sehr zufrieden wirkte.

Und auf der mittleren Bank saß ein weiterer, sehr groß gewachsener und breitschultiger Mann, fast noch massiver in seinem Erscheinen als die anderen und deutlich älter - vielleicht Ende dreißig, Anfang vierzig. Er hatte schwarzes, lockiges Haar, einen Vollbart in der selben Farbe, und als er mich sah, breitete sich ein erstaunlich sanftes Lächeln auf seinem Gesicht aus. "Tina", sagte er. "Und dann auch gleich noch mit deiner Tochter."

"Äh, ja", sagte ich vorsichtig. "Was wird das hier?"

"Aber Tina!" meldete sich nun Ashley zu Wort, stand auf und legte dem großen Mann zärtlich einen Arm um den breiten Nacken. "Was sind denn das für Worte? Freust du dich gar nicht?"

Und da erst erkannte ich, wer da vor mir stand.

Jakob. Mein Vater.

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Was bitte machte Jakob hier?!

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