Want to support CHYOA?
Disable your Ad Blocker! Thanks :)

Chapter 23 by castashadowme castashadowme

Chrissi erzählt von ihrem letzten Jahr.

Verführung wider Willen.

Die beiden Freundinnen rauchten auf der Bank im Alten Botanischen Garten in der kalten Winterluft. Chrissi sprach leise, ihre weiße, dickmaschige Wollmütze zurecht schiebend. "Also, es fing letzte Ostern an. Johannes und ich besuchten seine Eltern. Wie du vielleicht weißt, Johannes' Eltern sind seit geraumer Zeit sehr unzufrieden mit ihm. Er sei zu faul, zu träge, verschwende zu viel von seinem und ihrem Geld. Es herrschte also dicke Luft, gelinde gesagt. Johannes solle endlich bei seinem Vater einsteigen, solle sein Leben auf die Reihe kriegen, und so weiter, und so fort. Es ging hoch her. Es wurde geschrien, gezackt, gebockt, und das alles ging sehr auf Johannes Laune. In all dem Durcheinander begann dann Ulf auch noch zu allem Überdruss damit, mich hier und da aufdringlich zu berühren. Zuerst dachte ich, es sei ein Versehen, aber ziemlich schnell wurde deutlich, dass es alles andere als ein Versehen war."

Chrissi schaute Julia an und zog an der Zigarette. "Verdammt, schmecken diese Dinger gut. Die sind ja gefährlich geil."

Julia blies grinsend ihr Qualm ins Gesicht. "Mega! Warum kaufen wir uns nicht eine Stange und rauchen bis uns übel wird? Wer am meisten Zigaretten schafft, hat gewonnen?"

Chrissi starrte sie entsetzt an und schüttelte den Kopf. "Und du hast mir früher Vorwürfe gemacht, dass ich auf Partys rauche. Ich glaub's kaum."

Julia zuckte mit den Achseln. "Die alte Julia gibt es nicht mehr. Die neue will ununterbrochen rauchen, was sagst du? Wer zuerst kotzt, hat verloren!"

Julia hielt Chrissi eine neue Zigarette hin. Chrissi nahm sie, ließ sie sich anzünden und schüttelte den Kopf. "Lieber nicht. Das ist mir eine Nummer zu exzessiv." Sie blies genüsslich Qualm aus und starrte in die Leere. "Willst du die Geschichte nun hören oder nicht?"

Statt auf eine Antwort zu warten, fuhr sie fort. "Ich meine, ich bin kein Kind von Traurigkeit und so, das weißt du ja am Besten. Ein bisschen Flirten hier und da, da habe ich nichts gegen, aber Ulf übertrieb es. Er starrte mich schmunzelnd an, und hier und da legte er seine flache Hand auf meinen Po oder rieb mir den Rücken, wenn keiner hinschaute. Ich versuchte mich ihm zu entziehen, ihm aus dem Weg zu gehen, aber vergeblich. Er fand irgendwie immer eine Gelegenheit, neben mir oder hinter mir zu stehen, um mich heimlich zu berühren. Wegen all dieser Streitereien sagte ich Johannes davon nichts. Ich wollte kein Öl ins Feuer gießen. Ich wollte Frieden, keinen weiteren Grund für einen Streit liefern. Ich wollte ja, dass sich Johannes mit seinem Vater verträgt."

Julia schaute sie an. "Wieso wolltest du das?"

Chrissi zuckte mit den Achseln. "Erstens wollte ich einen guten Eindruck auf seine Eltern machen. Und zweitens ist Johannes tatsächlich etwas kurzsichtig. Ulf könnte ihm sehr helfen. Er ist dabei, sich wirklich eine große Chance zu nehmen. Er benimmt sich manchmal wie ein rebellischer Teenager."

Julia grinste. "Gerade das mag ich an ihm."

Chrissi sah ihre Freundin nachdenklich an. "Ja, weil du dich auch so verhältst. Ihr seid euch irgendwie ziemlich ähnlich, aber im Falle von Johannes geht es nicht um ein geschmissenes Germanistikstudium, sondern um ein Familienvermögen, und seine Eltern verlieren langsam die Geduld mit ihm. Er verschwendet total viel Geld und bekommt eigentlich nichts auf die Reihe. Es wird immer schlimmer, um ehrlich zu sein. Und im übrigen sind wir keine Teenager mehr. Keiner von uns!!"

Chrissi seufzte und zog an ihrer Zigarette. "Wie dem auch sei. Ich wollte also kein Öl ins Feuer gießen, Johannes keinen Grund geben, sich mit seinem Vater weiter zu überwerfen, also sagte ich nichts. Nun, wie zu erwarten, nahm dies Ulf zum Anlass, mich immer mehr und intimer zu berühren, so nebenbei, mir über den Po oder über die Schulter, den Brustansatz zu streicheln. Er überstürzte nichts, weißt du. Er zog immer, wenn's mir zu viel wurde, die Hand zurück, als hätte er einen sechsten Sinn dafür, wann es mir zu viel, zu intensiv wurde. Er blieb stets knapp jenseits der Grenze, überschritt sie, aber nicht zu sehr. Er blieb sehr freundlich, sehr zuvorkommend und aufmerksam mir gegenüber, so dass ich allmählich die Angst verlor und mich an die Berührungen gewöhnte, weil ich ja wusste, dass er nicht übertrieb."

Chrissi ließ den Kopf hängen. "All dies geschah dann ja auch in einer Zeit, in der Johannes und ich uns mehr und mehr wegen der Sache mit seiner Eltern stritten und er sich mehr und mehr zurückzog, weil ich seiner Meinung nach zu sehr auf Seiten seiner Eltern, insbesondere seines Vaters statt auf seiner stand. Ich versicherte ihm das Gegenteil, aber das genügte ihm nicht. Er zog sich sehr zurück."

Julia brummte. "Du willst also sagen, dass es Johannes' Schuld ist, dass du die Berührungen von Ulf genossen hast."

Chrissi trat ihre Zigarette aus. "So einfach ist das nicht. Ich weiß. Aber er hätte es wirklich vermeiden können. Ich litt sehr unter Liebesentzug. Das ist keine Entschuldigung. Es ist ein Fakt. Es ist alles so falsch."

"So was sagen nur Menschen, die Angst vor ihren eigenen Begierden haben, und glaub mir, ich weiß, wovon ich spreche, ich gehörte lange genug zu dieser Sorte," sagte Julia und trat ihre Zigarette aggressiv und ungeduldig aus.

Chrissi schwieg. "Wie dem auch sei. Zu Pfingsten also, ich hatte mit Johannes schon mehrere Wochen nicht mehr geschlafen, ging Ulf den nächsten Schritt und griff mir eines Abends unter den Rock. Er hauchte mir ins Ohr 'dass ein so feines Mädel doch keinen Slip benötige' und ließ mich schaudernd an der Küchentheke stehen. Fast hätte ich den Wein vergossen, den ich holen sollte. Ich spürte Ulfs Griff noch den ganzen Abend auf meiner Pussy und wurde immer erregter von seinen Blicken. In der Nacht versuchte ich Johannes zum Sex zu bewegen, ich war einfach megahypergeil, aber er verschloss sich wieder, fing stattdessen ein Streit über seine Eltern ein, mit dem Effekt, dass ich es mir später heimlich auf der Toilette selbst machen musste." Chrissi schluckte. "In jener Nacht phantasierte ich das erste Mal aktiv und intensiv darüber, mich von Ulf ficken zu lassen. Ich kam in Sekunden."

Chrissi schüttelte den Kopf. "In den nächsten Tagen stritt ich mich zunehmend mit Johannes, wie du dir vorstellen kannst, teils aus schlechtem Gewissen, teils aus Frustration. Der Pfingstbesuch weitete sich zur Katastrophe aus, und Ulf zeigte keine Anstalten mit seinen Annäherungsversuchen aufzuhören, zumal er mir meine Grunderregtheit anmerkte. Es verging kaum eine Stunde, in der ich mich nicht berührte und mit Komplimenten überschüttete. Eines Abends also folgte er mir in den Weinkeller, um mich zu beraten, aber stattdessen schob er mir im Dunkeln seine Hand von hinten zwischen die Beine. Das war das erste Mal, dass ich mich nicht mehr im Geringsten wehrte. Ich genoss seine Hand auf meiner Möse, während er schnaufte und irgendetwas von Wein faselte, von Chateaux Margaux, und so weiter. Ich hörte aber fast nichts. Ich spürte nur seinen Zeigefinger auf meiner nur durch den Slip geschützten Klit, wurde feucht und erregt, und wäre beinahe gekommen."

Julia blies Qualm aus und schaute Chrissi an. "Mann, ich werde ganz wuschig von deiner Geschichte. Sag mir, dass er dich daraufhin gleich an Ort und Stelle durchgenommen hat, die alte verkommene Sau!!"

Chrissi schüttelte den Kopf. "Nein, aber er spürte wohl, dass ich es ihm erlaubt hätte, dass er mich geknackt hat." Sie schaute Julia traurig an. "Am nächsten Tag stritten sich die Hirschlers vollends, Schreierei und Brüllerei, und Johannes und ich fuhren zurück nach Berlin. Es war eine harte Zeit. Johannes wurde immer unberechenbarer. Es war die Zeit, als er begann, ständig lange zu arbeiten und so weiter, also mit anderen Worten, wie ich dann später herausfand, sein Geld und seine Zeit konsequent mit Nutten zu verschwenden." Chrissi ließ den Kopf hängen. "Ich gab mir wirklich Mühe, dass alles ins Lot zu bringen, geduldig zu sein, zwischen Johannes und seinem Vater zu vermitteln. Aber vergebens. Johannes lehnte jedes Angebot ab und wünschte seinen Vater zum Teufel, und ich stand da, hilflos, sexhungrig, frustiert und desorientiert."

Julia gab Chrissi eine weitere Zigarette. Chrissi nahm sie zögernd an, ließ sie sich anzünden und pustete kopfschüttelnd den Qualm der frisch angezündeten Zigarette aus. "Eines Tages stand Ulf plötzlich vor unserer Tür. Johannes war nicht da. Er sagte, er wolle seinen Sohn sehen, und ich ließ ihn herein. Johannes war aber nicht zu erreichen, und so saßen wir im Wohnzimmer voreinander und warteten. Ulf schaute mich lächelnd und geduldig an, trank einen Whiskey aus Johannes' Vorrat und kommentierte die Einrichtung. Irgendwann sagte er, dass er froh sei, dass sein beknackter Sohn wenigstens eine so vernünftige Partnerin wie mich hätte, dass er und ich ja nur das Beste für ihn wollten und so weiter. Ich gab ihm recht. Dann lehnte er sich nach vorn und schaute mir mit einem selbstbewussten, männlichen Blick in die Augen und fragte, ob wir einen Chateaux Margaux hätten. Mir lief es kalt den Rücken herunter. Mit weichen Knien stand ich auf und sagte, dass ich nachsehen gehe. Also ging ich zu unserem Weinregal. Kaum erreichte ich es aber, stand schon Ulf hinter mir, legte beide Hände auf meine Pobacken und küsste mir auf den Nacken. Ich sagte nichts und ließ ihn gewähren. Ich war einfach zu geil, um Widerstand zu leisten. Er streichelte mir über den Rücken, über die Schulter. Seine Geduld, seine Selbstsicherheit ließen mich wie Wachs in seinen Händen zergehen. Ich wurde immer feuchter und erregter, ließ ihn bereitwillig seine Hand in meinen Schritt gleiten, und ehe ich mich versah, lag ich auf Johannes und meinem Bett und ließ mich von Ulf ficken."

Chrissi blies den Qualm aus und schaute um sich. Es befand sich aber niemand in Sicht- und Hörweite, also fuhr sie seufzend fort. "Es war leider der Fick des Jahrhunderts, Jules. Er fickte mich, wie kein Mann mich je gefickt hatte. Ich weiß nicht, woran es lag, wie es geschah, ob Ulf irgendein Mittel genommen hatte, aber wir fickten stundenlang. Er fickte mich von hinten, im Stehen, im Liegen, von vorn, ich ritt ihn, blies ihn, kam häufiger, als ich zählen konnte. Es war krass. Irgendwann stand er kommentarlos auf, sagte, dass sein Sohn ihn anrufen soll und verließ majestätisch schreitend unsere Wohnung. Ich lag nackt und benutzt auf dem Bett und wusste weder ein noch aus. Spät in der Nacht kam Johannes letztlich **** nach Hause. Ich wollte ihm alles gestehen, aber er war in einer fürchterlichen Laune. Als ich ihm erzählte, dass sein Vater ihn sprechen wolle, rief er ihn sofort an und sie stritten sich lauthals." Chrissi seufzte. "Kurz befürchtete ich, Ulf würde etwas sagen, die Sache mit mir gegen Johannes ausspielen, aber Ulf sagte nichts, und ich sagte auch nichts. Es hätte nur zu üblen Verwerfungen geführt."

Julia schaute Chrissi verdorben an. "Und was passierte dann?"

Chrissi ließ den Kopf hängen. "Es passierte, was passieren musste. Ulf kam immer wieder nach Berlin, zu Kurzbesuchen, und irgendwie schaffte er es immer die Zeit genau so abzupassen, dass Johannes nicht da war und er sich mit mir begnügen musste. Ich nahm ihm das Versprechen ab, mit seinem Sohn nicht die Geduld zu verlieren, und im Gegenzug hatte ich Sex mit ihm."

"Oft?"

Chrissi seufzte. "Ja, sehr oft. Im Sommer sind wir dann wieder nach Göttingen gefahren. Es war ein sehr heißer Sommer, wie du weißt, also trug ich sehr kurze Röcke und auf Wunsch von Ulf bald auch schon keinen Slip mehr. Er fingerte mich, so oft er konnte, und fickte mich manchmal mehrmals am Tag im Weinkeller. Johannes und seine Mutter bekamen nichts mit. Manchmal trafen wir uns mitten in der Nacht im Wohnzimmer. Es war längst schon keine einseitige Angelegenheit mehr. Ich suchte seine Nähe immer mehr und war permanent feucht in seiner Gegenwart. Ich genoss den Sex mit Ulf einfach immer mehr, zumal Johannes und ich hatten schon seit Monaten nicht mehr miteinander geschlafen hatten, und er mir ohnehin kaum noch Aufmerksamkeit schenkte. Unter anderem deinetwegen, wie du weißt."

Julia nickte. "Und keiner hat es herausbekommen? Niemand ist aufmerksam auf euch geworden?"

Chrissi schüttelte den Kopf. "Nein. Nach dem Sommer war es dann Ulf und mir klar, dass wir eine Affäre angefangen hatten. Er überhäufte mich mit Geschenken, und kaufte mir auch ein Auto, wie du weißt."

Julia grinste. Chrissi verzog das Gesicht. "Es ist ein Geschenk, keine Bezahlung, verstehst du?!"

Julia nickte und grinste. Chrissi winkte ab. "Denk doch, was du willst. Jedenfalls beendeten Ulf und ich die Scharade. Wir begannen uns zu verabreden, ohne Ausreden, trafen uns in Hotelzimmern, sprachen, verbrachten Zeit miteinander, und begriffen, dass sich etwas zwischen uns entwickelte. Und hier sitze ich nun. Die Geliebte von Johannes' Vater."

Chrissi brummte. Julia berührte sie sanft. "Du musst Johannes alles gestehen. Das ist dir klar, oder?"

Chrissi schüttelte den Kopf. "Nichts ist klar. Es ist einfach falsch. Ich habe diese Affäre schon mehrmals beendet und ich werde es schaffen, sie zu beenden. Dann erfährt niemand davon, und jeder ist zufrieden, ich will kein homewrecker sein."

"Aber bist du das nicht schon lange?"

Chrissi schnaufte. "Ich dachte, du bist meine Freundin? Willst du, dass ich mich schlecht fühle."

Julia atmete durch und runzelte die Stirn. "Ich will vor allem, dass du zu dir ehrlich bist. Ich liebe dich, Chrissi, das weißt du, oder?" Chrissi schaute sie stumm an. Julia berührte sie sanft. "Lass uns darüber reden. Lass uns eine Zigarette rauchen und nicht streiten. Ich habe keine Lust zu streiten, okay?"

Chrissi nickte und hustete. "Ich will aber keine Zigarette mehr. Ich will gar nichts von all diesem. Ich will meine alte Freundin, mein altes Leben, meine Beziehung mit Johannes. Das ist mir einfach alles zu viel."

Chrissi schluchzte, vergrub ihr Gesicht in ihre Hände und schüttelte den Kopf. "Das kann doch alles nicht wahr sein. Wo bin ich da hineingeraten? In irgend so eine Soap? Das ist doch alles ein Witz. Du," sie schaute Julia an, "du warst eben noch Studentin und werdende Schriftstellerin, und nun gehst du auf den Strich, und ich," sie schüttelte den Kopf, "ich wollte Karriere machen, ein gutbürgerliches Leben führen, und habe nun eine Affäre mit dem Vater, dem Vater!, meines Verlobten."

Julia atmete tief ein und aus. "Chrissi, beruhige dich. Das Leben nimmt seinen Lauf. Nicht alles lässt sich kontrollieren."

Chrissi ballte die Fäuse. "Doch, das lässt es sich. Ich mache jetzt mit Ulf Schluss. Ich kriege mein Leben auf die Reihe, und das rate ich dir auch." Sie stand auf und schaute auf Julia. "Krieg dein Leben auf die Reihe, Jules! Wir müssen kämpfen, uns wehren, uns gegen diese Versuchungen wappnen und Widerstand leisten. Ich mach jetzt mit Ulf Schluss. Ein für alle Mal."

Kaum hatte sie das gesagt, marschierte sie gemessenen Schrittes Richtung Ausgang und ließ Julia alleine auf der Parkbank sitzend zurück. Julia schaute ihr hinterher, zog an ihrer Zigarette und dachte nur, dass sie ihr Leben noch nie so auf die Reihe bekommen hatte, wie just in diesem Moment, dass es eher Chrissi war, die sich Selbsttäuschungen hingab, und dass sie im Gegensatz zu Chrissi bereit war, Risiken für Selbsterfüllung einzugehen. Sie schaute sich um und überlegte, was sie mit den Rest des Tages anfangen konnte.

Was erlebt Julia an ihrem freien Tag noch?

Want to support CHYOA?
Disable your Ad Blocker! Thanks :)