What's next?
Unser neues Dienstmädchen
Arissa fing sich beängstigend schnell. Das kurze Erstarren wich aus ihren Zügen, und der Ausdruck ihrer mandelförmigen Augen wandelte sich in Sekundenschnelle: Die Überraschung wurde von einer glühenden, sichtlich amüsierten Neugier abgelöst.
Ihr Blick klebte nicht an meinem schweißnassen Gesicht. Er wanderte mit einer fast chirurgischen Gründlichkeit an meinen nackten Beinen hinab, verharrte auf den zarten Spitzenbändern, die tief in mein Becken schnitten, und blieb schließlich an dem massiven Zylinder hängen, dessen Kanten den roten Stoff bis zum Äußersten dehnten. Sie sah den Ring, der sich in mein Schambein grub. Sie sah das schwere Vorhängeschloss.
Und dann geschah das, was meine Würde vollends in Schutt und Asche legte:
Ihre vollen, geschwungenen Lippen verzogen sich zu jenem wohlbekannten, spöttisch-wachen Lächeln. Sie legte den Kopf schief, sodass eine Strähne ihres glatten schwarzen Haares über die Schulter fiel, und ließ den Bund frischer Geschirrtücher mit einem dumpfen Klatschen auf die Kante der Kücheninsel fallen.
„Na, sieh mal einer an…“, sagte sie leise. Ihre Stimme war vollkommen ruhig, getragen von jener trockenen, schneidenden Beiläufigkeit, die jeden Hauch von Respekt im Keim erstickte. Sie stützte eine Hand in die schmale Hüfte, strich sich mit der anderen über den Saum ihres Rocks und musterte mich von Kopf bis Fuß. „Da hat aber jemand sehr gründlich dafür gesorgt, dass du dir nicht mehr die Finger wund reibst, was?“
Mein Magen krampfte sich zusammen, als hätte sie mir die Faust hineingerammt. Das Blut schoss mir mit solcher Wucht in die Wangen, dass meine Ohren dröhnten. Sie erinnerte sich. An jedes Detail. An die pralle Jogginghose vor der Abstellkammer, an die Scham, an ihren Spruch mit den Taschentüchern. Eine so attraktive Frau, die ohnehin diesen unausgesprochenen Sex-Appeal versprühte, sah mich nun als den verkrüppelten, willenlosen Schatten eines Mannes.
Ich brachte keinen Ton heraus. Meine Lippen waren taub, die Zunge klebte am Gaumen. Ich war der angehende Mediziner, der Sohn des Hauses – und stand vor ihr wie eine geschminkte Hure, entmannt und in Dessous gezwungen.
„Und Rot steht dir auch noch“, fuhr Arissa mit einem feinen, tiefen Glucksen fort, trat einen halben Schritt näher und nickte in Richtung meines Schritts. „Schöne Spitze. Sehr zart. Aber sag mal… scheppert das nicht furchtbar, wenn du dich bewegst? Das sieht ja aus wie der Verschluss an meinem alten Fahrrad.“
Ein ersticktes Wimmern entglitt meiner Kehle. Ich wollte den Kopf senken, wollte im Boden versinken, doch in diesem Moment schwang die Schwingtür vom Flur erneut auf.
„Arissa? Sind Sie das schon?“, erklang Vanessas helle, melodische Stimme.
Sie trat in die Küche, gehüllt in ihren bodenlangen, perlmuttfarbenen Seidenmorgenmantel, gefolgt von Loona, die noch ihre Kaffeetasse in der Hand hielt. Keine von beiden wirkte überrascht. Keine wirkte ertappt. Die bürgerliche Kälte, mit der die beiden Frauen den Raum betraten, erstickte sofort jede Hoffnung auf eine rettende Ausrede.
Vanessa ließ den Blick kurz über Arissa schweifen, dann glitt er zu mir – nackt, zitternd, mit der halbierten Orange in der Hand – und ein makelloses, herablassendes Lächeln legte sich auf ihre Züge.
„Guten Morgen, Arissa“, sagte Vanessa so geschmeidig, als bespräche sie die Einkaufsliste für das Wochenende. Sie trat an die Kücheninsel, strich sich eine Haarsträhne hinter das Ohr und warf ihrer Haushaltshilfe einen vielsagenden, amüsierten Blick zu. „Sie sind heute aber früh dran. Wie ich sehe, haben Sie unsere kleine… Umstrukturierung schon bemerkt.“
Arissa wandte sich nicht verlegen ab. Zwischen den beiden attraktiven Frauen entstand in Sekundenschnelle ein lautloses, furchterregendes Einverständnis.
„Schwer zu übersehen, Frau Vanessa“, erwiderte Arissa trocken, strich sich eine dunkle Haarsträhne hinters Ohr, wobei das Grinsen auf ihren Lippen noch eine Spur breiter wurde. Sie nickte vage in meine Richtung. „Ich habe mich nur gerade gefragt, ob er so überhaupt noch den Müll runtertragen kann.“
Loona lachte hell auf. Sie lehnte sich neben ihre Mutter an die Arbeitsplatte, nippte an ihrem Kaffee und sah mich mit jener funkelnden, grausamen Zärtlichkeit an, die mich jedes Mal tiefer in ihr Netz zog.
„Er kann alles, was wir von ihm verlangen, Arissa“, sagte Loona mit honigsüßer Bestimmtheit. „Man muss ihn nur ein bisschen anleiten. Er war in letzter Zeit einfach viel zu unruhig im Kopf. Mama und ich haben beschlossen, dass ihm eine feste Führung guttut, solange Richard verreist ist.“
„Eine hervorragende Entscheidung“, kommentierte Arissa ohne jedes Zögern. Ihre dunklen Mandelaugen wanderten noch einmal über die stählernen Streben, die sich unter der burgunderroten Spitze abzeichneten. Sie schüttelte langsam den Kopf, vollkommen ungeniert. „Der Junge hatte sowieso immer viel zu viel Unsinn im Kopf. Vor ein paar Wochen ist er mir im Flur fast auf den Staubsauger gefallen, so prall war seine Hose. Jetzt ist wenigstens Ruhe im Karton.“
Jedes Wort brannte sich wie kochendes Wachs in meine Haut. Die drei Frauen standen vor mir, schlossen den Kreis, tranken ihren Kaffee und sprachen über mein versiegeltes Fleisch, als ginge es um die Zähmung eines ungezogenen Haustiers. Es gab keine Schamgrenze mehr, keinen Raum, in den ich mich hätte flüchten können.
Vanessa legte eine Hand auf meine zitternde Schulter. Ihre Berührung war trügerisch sanft, doch ihr Griff bohrte sich tief in den Muskel.
„Nun schau nicht so gequält, John“, schnurrte sie, und ihre lackierten Fingernägel wanderten langsam an meinem Schlüsselbein hinab, über die Brust, bis sie den Bund der weinroten Spitze berührten. Sie zupfte das Band einmal kurz an und ließ es hart auf meinen Beckenknochen schnalzen. „Arissa gehört praktisch zur Familie. Vor ihr brauchst du dich nicht zu schämen. Im Gegenteil: Sie hat heute eine Menge im großen Salon zu tun. Staub wischen, die Fensterbänke polieren… und du wirst ihr dabei helfen.“
Mein Blick irrte panisch zu Loona. „Loona… bitte…“
„Kein ‚Bitte‘, Kleiner“, schnitt Loonas Stimme durch mein Flehen, eiskalt und unumstößlich. Sie stellte ihre Tasse ab und sah mich mit funkelnden Augen an. „Du wirst Arissa zur Hand gehen. Auf Knien, wenn sie es verlangt. Und du bleibst genau so angezogen, wie du bist. Schließlich soll Arissa auch etwas davon haben, dass unser braver Student endlich seinen Platz im Haus gefunden hat.“
Arissa glättete ihren Rock, stemmte die Hände in die Seiten und sah mich von oben herab an, während ihre Augen dunkel funkelten.
„Na dann, John“, sagte sie mit jenem schneidenden, schadenfrohen Lächeln, das mir das Blut in den Adern gefrieren ließ. „Leg das Messer weg und hol die Wassereimer aus der Kammer. Aber zügig. Wir haben heute noch einiges vor.“
Das Messer entglitt meinen feuchten Fingern und landete mit einem dumpfen Schlag auf dem Holzbrett.
Ich brachte keinen Laut hervor. Mein Hals war wie zugeschnürt; die Demütigung brannte heißer als jedes Fieber, während die Blicke der drei Frauen auf mir ruhten. Vanessa nippte lächelnd an ihrem Kaffee, Loona musterte mich mit diesem eiskalten, besitzergreifenden Glanz in den Augen, und Arissa – attraktiv, unnahbar, in ihrem schmalen Rock – drehte sich bereits mit einer geschmeidigen Bewegung auf den Absätzen um und ging voraus in den hinteren Flur.
„Komm schon, John“, warf sie über die Schulter, ohne das Tempo zu drosseln. „Wir haben nicht den ganzen Vormittag Zeit.“
Ich setzte mich in Bewegung. Jeder Schritt über die kühlen Dielen war eine Qual: Das weite Leinenhemd flatterte um meine nackten Oberschenkel, das kleine Messingschloss schlug mit hellem metallischem Klacken gegen den stählernen Zylinder, und die burgunderroten Spitzenbänder schnitten tief in mein gereiztes Fleisch. Hinter mir hörte ich das leise Glucksen von Loona und ein amüsiertes Murmeln von Vanessa, bevor die Schwingtür der Küche hinter mir ins Schloss fiel und die beiden Damen im hellen Salon zurückließ.
Der schmale Flur führte direkt zur hinteren Abstellkammer – genau jener fensterlose, kaum zwei Quadratmeter große Raum, vor dem ich damals mit praller Hose und dröhnendem Bass in Arissa hineingerannt war.
Arissa betrat die Kammer zuerst, schaltete das grelle Licht der nackten Glühbirne an der Decke ein und trat zur Seite, um mir Platz zu machen. Der Geruch nach Bohnerwachs, Zitrusreiniger und der feine, herbe Duft ihres Parfüms erfüllten die stickige Luft.
Als ich über die Schwelle trat, griff Arissa mit einer beiläufigen Handbewegung hinter mich und zog die massive Holztür mit einem satten *Klack* ins Schloss.
Die Enge schnürte mir die Kehle zu. Wir standen kaum eine Armlänge voneinander entfernt. Das grelle, weiße Licht der Glühbirne ließ keinen Schatten zu, verbarg keine Unebenheit. Meine nackten Beine, die geröteten Scheuerstellen an den Beckenknochen, der schwere Edelstahl und das hauchdünne, florale Gewebe der roten Spitze lagen gnadenlos vor ihren mandelförmigen Augen.
Arissa lehnte sich mit dem Rücken gegen das Regal, verschränkte die Arme vor den Brüsten und musterte mich. Sie sagte kein Wort. Sie ließ einfach die Stille wirken, während ihr Blick langsam – zentimeterweise – an meinem Körper herabglitt.
Ein feines, unerbittliches Lächeln umspielte ihre vollen Lippen.
„Dreh dich mal um“, forderte sie leise.
Ich schluckte trocken. „Arissa… bitte, die Eimer stehen doch da drüben—"
„Hab ich gesagt, dass du reden sollst?“, unterbrach sie mich, und in ihrer sonst so höflichen Dienstbotenstimme schwang plötzlich die kühle Autorität einer Frau mit, die ganz genau wusste, dass ich in dieser Wohnung jedes Recht auf Würde verloren hatte. „Dreh dich um, John. Ich will sehen, wie das Ding von hinten sitzt.“
Mein Herz schlug mir bis zum Hals. Ich konnte ihren Blick nicht erwidern, starrte auf ihre schlanken Knöchel und drehte mich langsam, mechanisch um.
Der schmale Spitzensteg des Strings schnitt prall zwischen meine Gesäßbacken, hielt die hintere Fixierung des Zylinders auf Spannung. Das Leinenhemd reichte kaum über mein Steißbein.
Ich hörte das leise Rascheln ihres Rocks, als sie sich einen Schritt näherte.
Plötzlich spürte ich zwei kühle, feste Fingernägel, die knapp über meinem Hosenbund in den Stoff griffen. Arissa zupfte das elastische rote Band an, zog es ein paar Zentimeter von der Haut weg und ließ es mit einem scharfen, trockenen Schnalzen gegen mein Becken schnellen.
Ein erstickter Keuchlaut riss aus meiner Kehle, meine Muskeln spannten sich krampfhaft an.
„Sitzt ganz schön stramm, Kleiner“, murmelte sie direkt hinter mir. Ihr Atem strich warm über meinen nackten Nacken. „Und schneidet ordentlich ein. Aber steht dir wirklich gut. Viel besser als diese labberigen Boxershorts, die ich sonst immer aus deinem Zimmer in die Wäsche tragen musste.“
Sie trat wieder vor mich, sodass ich gezwungen war, ihr ins Gesicht zu sehen. Ihre goldbraune Haut wirkte unter dem Scheinwerferlicht makellos, ihre Augen funkelten vor unverhohlener Häme. Sie legte den Kopf leicht schief, strich sich eine glatte, schwarze Haarsträhne hinters Ohr und beugte sich ein Stück vor.
Ohne jede Vorwarnung streckte sie ihre rechte Hand aus.
Ihre manikürten Fingerkuppen legten sich direkt auf den feuchten Spitzenstoff, der sich über die harten Längsstreben des Stahls spannte. Mit erstaunlicher Kraft packte sie das Gehäuse, umschloss den Zylinder und rüttelte einmal kurz, fast prüfend daran.
Das kleine Vorhängeschloss schlug schmerzhaft gegen meinen inneren Oberschenkel, während der obere Ring mit unnachgiebiger Härte gegen mein Schambein presste.
Ich zuckte krampfhaft zusammen, die Hände griffen instinktiv nach den Regalbrettern links und rechts, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Tränen der Scham und des Schmerzes stiegen mir in die Augen.
„Nicht so zappelig“, tadelte sie mit einem leisen Glucksen und behielt ihre Finger auf dem Metall. Sie strich mit dem Daumen über den Bogen des Vorhängeschlosses, spürte das schwere, starre Profil des Käfigs. „Also wirklich massiv. Da rührt sich gar nichts mehr, hm? Kein Wunder, dass du so brav den Tee servierst.“
Sie sah mir direkt in die Augen, ihr Gesicht kaum dreißig Zentimeter von meinem entfernt.
„Weißt du noch, wie du damals hier draußen in mich reingerauscht bist?“, flüsterte sie mit schneidendem Spott. „Wie deine Hose fast geplatzt ist vor Geilheit? Du konntest dich doch kaum auf den Beinen halten, so dringend wolltest du es dir machen. Und jetzt schau dich an.“
Sie drückte das Gehäuse noch einmal leicht nach unten, sodass ein spitzer Schmerz durch meine Leiste zog.
„Eingesperrt wie ein kleiner Hund. In Mamas schicker Reizwäsche. Und wer hat den Schlüssel? Die kleine Loona?“ Sie lachte leise, ein dunkler, spöttischer Ton. „Die beiden haben dich wirklich an den Eiern, John. Und ehrlich gesagt: Es geschieht dir ganz recht. Du hast sowieso viel zu arrogant gewirkt mit deinen dicken Büchern.“
Sie ließ das Metall endlich los. Das Schloss pendelte aus, mein Atem ging stoßweise, flach und heiß.
Arissa bückte sich mit eleganter Selbstverständlichkeit nach dem blauen Putzeimer, der unten im Regal stand. Ihr Bleistiftrock spannte sich über ihren Hüften, betonte jede Linie ihres Körpers – eine attraktive Frau Anfang vierzig, vor der jeder Mann Haltung bewahren wollen würde, und die mich gerade wie ein entmanntes Stück Inventar begutachtet hatte.
Sie drückte mir den Eimer und zwei schwere Putzlappen in die zitternden Hände.
„Wasser rein. Bis zum Rand“, befahl sie und deutete mit dem Kinn auf das tiefe Ausgussbecken in der Ecke der Kammer. „Und dann auf Knien in den Salon. Wenn ich auch nur einen Tropfen auf dem Parkett sehe, sorge ich persönlich dafür, dass Loona dir heute Abend noch ein paar engere Höschen raussucht.“
Das Wasser rauschte tosend in den Zinkbottich, doch in meinen Ohren klang es wie ein fernes Rauschen aus einer anderen Welt. Meine Finger umklammerten den Rand des Spülbeckens so fest, dass die Knöchel weiß hervortraten.
Arissa.
Seit meinem zwölften Lebensjahr ging diese Frau durch diese Flure. Sie war da gewesen, als ich mit aufgeschlagenen Knien aus der Schule kam; sie hatte meine ersten Gymnasialhefte zur Seite geräumt, meine Teenager-Zimmer nach durchwachten Nächten gelüftet, meine zerknitterten Schulhemden gebügelt. Für mich war sie über ein Jahrzehnt lang der feste, loyale Schatten im Hintergrund unseres Haushalts gewesen – eine Respektsperson, gewiss, aber eben auch die Angestellte, der man mit der distanzierten, selbstverständlichen Höflichkeit des bürgerlichen Sohnes begegnete. Noch vor zwei Jahren hatte mein Vater am Esstisch betont, dass Arissa zur Familie gehöre, man ihr aber stets mit der Autorität des künftigen Hausherrn gegenüberzutreten habe.
Und jetzt?
Jetzt hatte dieselbe Frau, die meine Schmutzwäsche gewaschen hatte, mir ungeniert an den Hintern gefasst. Sie hatte mein Gehäuse in die Hand genommen, daran gerüttelt wie an einem morschen Zaunpfahl und sich über mein ersticktes Keuchen amüsiert.
Es war eine Form der Entwurzelung, die tiefer schnitt als jede Zurechtweisung durch Vanessa. Vor der eigenen Stiefmutter und Stiefschwester erniedrigt zu werden, trug wenigstens noch die zynische Logik eines pervertierten Familienkriegs in sich. Aber vor Arissa? Es war der absolute soziale Bankrott. Die Hierarchie dieses Hauses, an die ich mich mein ganzes Leben geklammert hatte, existierte nicht mehr. Ich war nicht der Erbe, nicht der künftige Mediziner, nicht einmal mehr ein Mann. Ich war das lebende Spielzeug geworden, über das selbst das Hauspersonal spöttisch den Kopf schütteln und Witze reißen durfte.
„Wasser abdrehen, John“, schnitt Arissas Stimme durch meine Gedanken. Sie stand im Türrahmen der Kammer, eine Flasche Parkettöl in der Hand, und tippte mit dem Fuß ungeduldig auf die Fliesen. „Oder willst du die Kammer unter Wasser setzen?“
Ich schloss den Hahn hastig, griff nach dem Henkel des vollen Eimers und hob ihn an. Das Gewicht zog mich nach unten; der obere Stahlring rammte sich unbarmherzig in mein Schambein, während der schwere Eimer gegen mein nacktes Schienbein schwappte.
„Nicht tragen. Du hast gehört, was ich gesagt habe“, stellte Arissa kühl klar. Ihre dunklen Augen funkelten spöttisch. „Auf die Knie. Schieben.“
Eine letzte Welle von Stolz bäumte sich in mir auf – ein erbärmliches, ohnmächtiges Aufflackern –, doch als ich in ihr ebenmäßiges, spöttisches Gesicht blickte, brach der Widerstand lautlos in sich zusammen. Ich sank vornüber. Meine nackten Knie schlugen dumpf auf das harte Holz des Flurs.
Mit beiden Händen packte ich den Eimer, zog ihn zentimeterweise vor mir her und kroch auf allen Vieren hinter Arissas wippendem Bleistiftrock her, direkt in den sonnendurchfluteten Salon.
Dort bot sich eine Szenerie von bizarrer, grausamer Idylle.
Vanessa und Loona saßen nicht mehr am Esstisch, sondern hatten es sich auf dem großen Samtsofa bequem gemacht. Auf dem niedrigen Glastisch vor ihnen standen zwei zierliche Schalen mit frischen Erdbeeren und zwei Gläser perlender Prosecco. Vanessa hielt ihr Glas an den Lippen, die Beine elegant übereinandergeschlagen, während Loona lässig den Arm über die Rückenlehne gelegt hatte.
Als die Schwingtür aufging und Arissa mit mir im Schlepptau den Raum betrat, verstummte ihr leises Geplauder.
Loonas Mundwinkel zuckten nach oben. „Schau an, Mama. Unser neues Dienstmädchen tritt seinen Dienst an.“
„Sehr brav, Arissa“, säuselte Vanessa und nahm einen winzigen Schluck. Ihre Augen wanderten genüsslich an meinem gekrümmten Körper herab. „Er braucht ohnehin mehr Bewegung im Beckenbereich. Die Streckung tut seinen Faszien gut.“
Arissa blieb mit verschränkten Armen mitten im Raum stehen, genau zwischen dem Sofa und mir. Sie wirkte völlig in ihrem Element – eine Frau, die unverhofft zur Zuchtmeisterin des Sohnes ihres Arbeitgebers befördert worden war und jede Sekunde davon auskostete.
„Er hat sich in der Kammer schon ganz gut angestellt, Frau Vanessa“, berichtete Arissa mit trockener Schadenfreude, ohne mich aus den Augen zu lassen. „Ein bisschen wehleidig noch, wenn man die Vorrichtung anfasst, aber die Einsicht ist da.“
Mein Kopf brannte wie Feuer. Das Blut rauschte in meinen Schläfen; ich starrte auf das Fischgrätparkett, unfähig, den Blick zu heben. Mein Hintern ragte ungeschützt in die Luft, der schmale, burgunderrote Spitzensteg schnitt prall zwischen meine Gesäßhälften und das Schloss baumelte im Takt meines zitternden Atems knapp über dem gewachsten Boden.
„Das Parkett muss von hinten nach vorn durchgewischt werden“, befahl Arissa und warf mir das nasse Scheuertuch vor die Knie. Es klatschte feucht auf das Holz. „In Faserrichtung. Und ohne Schlieren. Wenn ich sehe, dass du trocken drübergehst, fängst du an der Flügeltür wieder an.“
Ich nahm den Lappen in die Hände, tauchte ihn in das kalte Wasser, wrang ihn zitternd aus und begann, das Parkett vor mir in gleichmäßigen Bahnen abzuwischen. Das Vorbeugen drückte den stählernen Zylinder mit voller Härte gegen mein Schambein; die schmalen Spitzenbänder schabten über meine geröteten Beckenkämme.
„Hüfte tiefer, John!“, erklang sofort Vanessas schneidende Stimme vom Sofa herab. Sie stellte ihr Glas mit einem feinen Klirr auf den Tisch. „Du knickst im Rücken ein. Mach den Rücken lang, streck die Brust heraus. Du wischst den Boden, du versteckst dich nicht.“
„Und nimm die Knie weiter auseinander“, fügte Loona mit scharfem, amüsiertem Tonfall hinzu. Sie beugte sich vor, stützte die Ellbogen auf die Knie und betrachtete meinen nackten Unterkörper aus nächster Nähe. „Wie soll man denn sehen, ob du sauber arbeitest, wenn du die Beine zusammenkneifst? Mach Platz für das Schloss. Es soll schließlich nicht über das gute Parkett meines Vaters kratzen.“
Ich gehorchte. Ich spreizte die Knie, öffnete mein Becken noch weiter, wodurch der Zug auf den Spitzenstring bis an die Schmerzgrenze anstieg.
In dieser demütigenden, vollkommen exponierten Haltung rutschte ich über den Boden. Meter für Meter. Die Knie schmerzten auf dem harten Holz, das kalte Wischwasser tropfte über meine Finger, während über mir die drei Frauen zusammensaßen.
Arissa stand direkt über mir, ihr Rock saß makellos, während sie mit dem Zeigefinger auf eine Stelle knapp neben meiner rechten Hand deutete.
„Da drüben, John. Unter dem Beistelltisch ist noch Staub. Richtig reinkriechen. Flach auf den Bauch, wenn es sein muss.“
Als ich mich mühsam unter die Konsole schob, strich Arissas Schuhsohle scheinbar beiläufig über meine nackte Wade – ein kurzer, herablassender Druck, der mir unmissverständlich klarmachte, wer hier das Sagen hatte.
„Er lernt wirklich schnell“, bemerkte Arissa laut in Richtung Sofa, und in ihrer Stimme lag jener messerscharfe Hohn, der mich innerlich vernichtete. „Hätten wir das mal früher gewusst, Frau Vanessa. Ich hätte mir jahrelang die Rückenbeschwerden sparen können.“
Vanessa und Loona lachten leise, ein harmonischer, grausamer Zweiklang, der im hohen Raum widerhallte.
„Er bleibt ja noch bis Sonntag so bei uns, Arissa“, antwortete Vanessa gelassen, lehnte sich zurück und griff wieder nach ihrem Prosecco. „Sie können ihn morgen früh gleich wieder einteilen. Für die Fenster.“
Ich presste die Stirn gegen das kühle Holz des Tisches, biss mir auf die Lippe, bis der metallische Geschmack von Blut meine Zunge benetzte, und wischte weiter. Drei Frauen, ein Glas Sekt, und ich – auf den Knien, in Damenwäsche, das neue Hausmädchen der Familie.
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