Gibt es weitere Treffen mit Lukas?
Unruhige Wochen
Bis zu jenem Teamabend hatte ich meine Singlezeit wirklich genossen.
Ich mochte die Freiheit, abends zu machen, was ich wollte. Keine Kompromisse, keine Erwartungen, keine Enttäuschungen. Ich ging gerne allein ins Kino, kochte für mich, machte Sport und fühlte mich wohl mit mir selbst. Männer waren für mich kein Thema mehr gewesen. Nach Bernd hatte ich innerlich abgeschlossen.
Aber jetzt war alles anders.
Seit dem Abendessen mit Lukas spürte ich eine tiefe Sehnsucht nach einem lieben Partner. Nicht nach irgendjemandem — nach jemandem, der mich wirklich sieht. Der mit mir lacht, mit mir schweigt, mit mir zusammen ist. Diese Sehnsucht kam plötzlich und stark. Sie machte mich unruhig, manchmal sogar traurig.
Die Zweifel blieben jedoch hartnäckig.
Die Erfahrung mit Bernd hatte mich geprägt. Ich hatte damals gedacht, ein ruhiger, zurückhaltender Mann sei genau das Richtige. Am Ende war es nur Stillstand gewesen. Langweilig. Ich hatte mich angepasst, meine eigenen Wünsche zurückgestellt, bis nichts mehr von mir übrig war. Die Angst, dass sich das mit Lukas wiederholen könnte, saß tief.
Selbst der Vorsatz „Ich versuche es einfach und genieße die Zeit“ half nicht wirklich weiter. Ich war blockiert. Ich traute mich nicht, noch einmal die Initiative zu ergreifen. Nach dem schönen Abendessen wartete ich darauf, dass Lukas den nächsten Schritt machte.
Im Büro begegneten wir uns oft.
Immer freundlich. Immer mit einem Lächeln. Manchmal ein kurzer Smalltalk über die Arbeit. Aber es lag eine sonderbare Spannung in der Luft. Etwas Unausgesprochenes. Wenn wir uns im Flur trafen, hielten unsere Blicke manchmal einen Moment zu lange. Dann schauten wir beide schnell weg.
Vor zwei Wochen war dieser schöne Abend gewesen.
Und seitdem — nichts.
Kein Vorschlag für ein weiteres Treffen. Keine Nachricht. Kein Zeichen, dass er mehr wollte. Ich fragte mich ständig: Will er eigentlich nichts mehr von mir wissen? Oder ist er einfach nur genauso schüchtern und zurückhaltend wie ich es früher war?
Die Ungewissheit nagte an mir.
Manchmal, wenn ich abends allein zu Hause saß, kreisten die Gedanken:
Habe ich etwas falsch gemacht? War ich zu direkt? Zu forsch? Oder war der Abend für ihn nur eine nette Ausnahme, und jetzt hat er kalte Füße bekommen?
Ich wollte ihm nicht hinterherlaufen. Aber ich wollte auch nicht warten, bis Gras über die Sache wächst.
Die Sehnsucht nach Nähe und die Angst, wieder enttäuscht zu werden, kämpften jeden Tag in mir.
Und Lukas blieb still.
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