What's next?
Trinkgeld & Zehenspitzen
Der metallische Klick des Schlosses hallte mir noch im Gehörgang nach. Meine Hände zitterten, als ich die kalten Harzschalen um mein taubes, klebriges Fleisch legte und den Riegel vorschob. Das Vorhängeschloss schnappte mit einem dumpfen Ton ein. Der Reiz auf der geröteten Haut brannte höllisch, und die Spermaspuren auf Loonas Spann und dem blanken Parkettboden glänzten noch im trüben Nachttischlicht.
Ich griff nach dem Papiertuch auf der Kommode, um mich auf die Knie zu werfen, als plötzlich das Klacken eines Schlüssels im schweren Schloss der Wohnungstür durch die hohen Decken der Altbau-Eigentumswohnung hallte. Unmittelbar darauf flog die Tür auf, und eine helle Stimme rief durch den langen Flur:
„Hallo? Ich bin wieder da!“
Mein Herz setzte einen Schlag aus. Panik schoss mir eiskalt in die Kehle.
Loona verzog keine Miene. Kein Aufschrecken, kein hektischer Atemzug. Mit einer fast schon unheimlichen Ruhe glitt sie vom Bett, strich ihre Sweatpants glatt und sah mich mit halb gesenkten Lidern an.
„Zehn Sekunden“, flüsterte sie, eiskalt und schneidend. „Boden. Mein Fuß. Deine Hose. Wenn sie einen Tropfen sieht, schläfst du heute Nacht auf den Fliesen im Abstellraum.“
Ich riss mich zusammen, fuhr mit dem Tuch über ihren Spann, wischte die Flüssigkeit mit hektischem Druck weg, schrubbte mit der trockenen Seite das Parkett spurlos sauber und riss meine Jogginghose nach oben. Der Stoff scheuerte über den frisch verriegelten Käfig; der Zylinder stieß hart gegen mein Schambein. Ich warf das zerknüllte Tuch in den Badezimmereimer, strich mir fahrig durch die Haare und trat hinter Loona aus dem Zimmer.
Im Flur unter dem stuckverzierten Gewölbe stand Vanessa.
Sie hatte ihre Designer-Sporttasche beiläufig auf die antike Konsole fallen lassen. Sie trug eine hautenge, anthrazitfarbene Yoga-Leggings und ein passendes Sport-Top, das ihre durchtrainierte Figur perfekt betonte. Mit siebenunddreißig Jahren wirkte sie durch die tägliche Praxis und ihren makellosen Teint eher wie Loonas ältere Schwester als wie eine Stiefmutter. Ihr langes, honigblondes Haar war zu einem lockeren Knoten hochgesteckt, ein paar Strähnen klebten feucht an ihren Schläfen.
„Gott, dieser Kurs hat mich heute zerstört“, seufzte sie, strich sich über den Nacken und kickte ihre gepolsterten Laufschuhe mit den Fersen von den Füßen. Dann blickte sie auf und lächelte uns matt an. „Hi ihr beiden. Gut, dass ihr da seid.“
„Hey Vanessa“, sagte Loona mit einer samtweichen, unschuldigen Freundlichkeit, die mir einen Schauer über den Rücken jagte. Sie lehnte sich mit verschränkten Armen lässig an den Küchentresen. „War wieder die Donnerstagsgruppe mit den ganzen Managern?“
„Furchtbar. Null Körperspannung, aber wollen alle direkt den Handstand lernen“, stöhnte Vanessa, schlenderte ins Wohnzimmer und ließ sich der Länge nach auf die weiße Ledercouch fallen. Sie streckte die Beine aus, die Füße in dünnen, schwarzen Bambussöckchen, und warf den Kopf in den Nacken.
Dann wanderte ihr Blick zu mir.
„John… sei so lieb. Meine Waden fühlen sich an wie Beton. Du weißt ja, wo die Verspannungen sitzen.“
Es war keine Bitte. Es war der gewohnte, beiläufige Tonfall, mit dem man ein Haushaltsgerät einschaltete. Eine familiäre Selbstverständlichkeit, verpackt in ein sanftes Lächeln.
Ich schluckte trocken. Meine Lippen schmeckten immer noch schwach nach Loonas Haut, mein Schritt pulsierte schmerzhaft in dem engen Harzgehäuse, und die Knie fühlten sich an wie Blei.
„Klar“, brachte ich heiser heraus.
Ich ging ins Wohnzimmer, trat an das Ende der Couch und sank auf den Teppichboden. Auf die Knie. Genau dorthin, wo ich hingehörte.
Ich nahm ihren rechten Fuß in die Hände, zog vorsichtig die dünne Socke ab und begann, mit beiden Daumen Druck auf ihre Fußsohle auszuüben. Ihre Haut war warm vom Training, roch nach Lavendel-Massageöl und Anstrengung. Ich arbeitete mich langsam vor, drückte feste Kreise in ihr Fußgewölbe und wanderte dann die straffe, sehnige Wade hinauf.
Vanessa gab ein tiefes, entspanntes Seufzen von sich und schloss die Augen. „Oh Gott, ja… genau da. Du hast wirklich goldene Hände, John.“
Vom Tresen aus beobachtete Loona das Schauspiel. Sie hatte sich ein Glas Wasser eingeschenkt, nippte langsam daran und sah auf mich herab. Ihre stechend grünen Augen fixierten mich über den Glasrand hinweg, voller Hohn und absoluter Überlegenheit. Sie wusste genau, was in mir vorging: dass ich vor wenigen Minuten ihr noch blind die intimste Unterwerfung geleistet hatte, dass ihr Saft fast noch an meinem Kinn klebte, während ich nun vor ihrer ahnungslosen Stiefmutter kniete und wie ein braver Schuljunge die Füße massierte.
Vanessa öffnete ein Auge, sah an ihren Beinen herab auf mich und musterte meine Haltung.
„Sag mal, John… kann es sein, dass du schon wieder breiter geworden bist?“, fragte sie beiläufig, während ich ihre linke Achillessehne bearbeitete. „Deine Schultern wirken viel definierter. Und der Nacken erst. Das Krafttraining zahlt sich ja richtig aus. Von deinen Runden um den Block bekommt man jedenfalls nicht so ein Kreuz.“
Ich spürte, wie mir die Hitze ins Gesicht stieg. Hinter meiner runden Brille brannten die Augen. „Ich… ich versuche einfach dranzubleiben.“
„Sehr gut“, murmelte sie schläfrig und legte die Arme über die Augen. „Ein bisschen Haltung schadet dir überhaupt nicht. Du hingst früher immer so schlaksig in der Ecke herum wie dieser Zauberer aus den Filmen. Jetzt sieht das endlich nach was aus. Dein Vater wird staunen, wenn er vom Projekt zurückkommt.“
Loona stieß vom Tresen ein leises, melodisches Kichern aus. „Ich sorge schon dafür, dass er nicht faul wird, Vanessa. Er braucht klare Vorgaben. Sonst lässt er sich hängen.“
„Ein Glück habe ich dich hier, Große“, murmelte Vanessa mit einem zufriedenen Lächeln.
Nach weiteren zehn Minuten, in denen meine Finger krampften und der Käfig bei jeder kleinen Gewichtsverlagerung schneidend an mein Schambein stieß, klopfte sie mir leicht mit der Fußspitze gegen die Schulter.
„Reicht für heute, John. Du hast mir den Abend gerettet.“ Sie griff nach ihrer Sporttasche, zog ein edles Lederportemonnaie hervor und fischte zwei faltige Zwanzig-Euro-Scheine heraus. Sie hielt sie mir hin, ohne mich wirklich anzusehen, wie man einem Botenjungen ein Trinkgeld reicht. „Hier. Kauf dir was Schönes. Oder leg es für deine Schulsachen beiseite.“
Ich nahm das Geld mit zitternden Fingern entgegen. „Danke, Vanessa.“
„Gern geschehen. Ich springe kurz unter die Dusche.“ Sie stand geschmeidig auf, reckte sich und schlenderte barfuß in Richtung Master-Bathroom.
Kaum war die schwere Flügeltür mit einem leisen Klicken ins Schloss gefallen, trat Loona an mich heran. Ihre Schritte auf dem Parkett waren lautlos. Sie blieb direkt vor mir stehen, dort, wo ich immer noch auf den Knien kauerte, die Brille auf der Nase, die vierzig Euro in der Faust.
Sie sah von oben auf mich herab, neigte den Kopf zur Seite und streckte die flache Hand aus.
„Gib her“, sagte sie leise.
Ich zögerte nicht. Ich legte die Scheine gehorsam in ihre geöffnete Handfläche.
Loona strich das Geld mit den Fingerspitzen glatt, faltete es einmal zusammen und steckte es sich mit einem spöttischen Grinsen in die Gesäßtasche ihrer Shorts. Dann hob sie langsam ihr rechtes Bein. Ihre nackte Fußspitze wanderte an meiner Kehle empor, strich über mein Kinn und drückte mit unnachgiebigem, sanftem Zwang gegen meine Lippen.
Ich öffnete den Mund.
Loona schob ihre Zehen geschmeidig an meinen Zähnen vorbei, bohrte sie tief auf meine Zunge, bis ich ihren kühlen Spann zwischen meinen Lippen spürte. Der Druck füllte meinen Mundraum vollständig aus, der feine, herbe Geschmack ihrer Haut legte sich bitter über meinen Gaumen. Sie verlagerte ihr Gewicht minimal, zwang meinen Kopf weiter in den Nacken und sah mit halb geschlossenen Lidern auf mich herab, während ich gierig und gehorsam ihre Zehen umfasste.
„Guter Junge“, flüsterte sie mit leiser, vibrierender Stimme und bewegte die Zehen langsam auf meiner Zunge hin und her. Ihre Augen funkelten voller dunkler Vorfreude. „Emma gehorcht aufs Wort. Vanessa zahlt. Die Deppen im Internet zahlen. Und du funktionierst einfach weiter.“
Sie zog ihren Fuß langsam wieder heraus, strich mit der Unterseite ihrer Sohle noch einmal beiläufig über meine feuchten Lippen und ließ das Bein sinken.
„Räum das Wohnzimmer auf“, befahl sie kühl, wandte sich ab und schlenderte in Richtung ihres Zimmers.
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