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Chapter 17 by Mercadus Mercadus

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Thermik der Schuld

Michelle schloss die Tür hinter sich, ihr Rücken glitt daran hinunter wie ein nasser Fetzen. Oben. Dachgeschoss. Die Luft war tot. Kein Sauerstoff, nur Schuld und Sperma in der Atmosphäre.

Das Kleid klebte ihr am Rücken. Zwischen den Schenkeln fühlte sich alles an wie ein offenes Geheimnis.

Sie schälte sich raus wie eine Raupe aus einer zu heißen Hülle, fiel nackt aufs Bett, Arme ausgestreckt, als hätte jemand „Freeze!“ gerufen. Der Ventilator drehte sich nutzlos im Kreis. Er drehte nichts. Er tat nur so.

Wie sie.

Der Vibrationsalarm brannte sich in ihre Hüfte, als würde das Handy glühen. **Thomas.**

Der Saubere. Der Junge mit den guten Ideen, dem schönen Gesicht. Der an sie glaubte, obwohl er längst wissen müsste, dass sie nicht einmal an sich selbst glaubt.

Sie hob ab.

„Hey“, sagte sie, und hörte sich selbst nicht.

„Hi, Baby. Ich bin gleich fertig mit der Arbeit. Ich dachte… ich komm später noch vorbei? Ich bring was Kaltes mit. Und dich zum Schwitzen.“

Michelle lachte. Kurz. Falsch.

„Nee, Thomas. Nicht heute. Ich bin… müde. Kopfschmerzen. Hitze. Du weißt schon.“

Er schwieg. Ein Hauch zu lang.

„Du klingst... komisch.“

„Ach, was. Ist nur das Wetter.“

Er wusste, dass sie log.

Und sie wusste, dass er es wusste.

„Du hast 'ne andere Art zu atmen, wenn du lügst“, sagte er leise. „So… flatternd. Als ob du was verbergen willst, aber dir der Mut fehlt, einfach aufzulegen.“

Stille. Nur ihr Atem, schwer wie die Hitze über Berlin. Ihre Schenkel klebten aneinander wie die Seiten eines alten Pornohefts.

Dann Thomas wieder, seine Stimme leiser, dunkler, als würde er in ein Notizbuch sprechen.

„Ich stell mir Sachen vor, weißt du. Wenn ich allein bin. Wenn du sagst, du kannst nicht. Ich denk mir: Vielleicht liegt sie grad da, nackt, schwitzend, mit irgendnem anderen. Vielleicht zwei. Vielleicht macht sie Sachen, die sie mit mir nie tun würde, weil ich zu sauber bin. Zu nett. Zu… verliebt.“

Michelle schloss die Augen. Auf dem Laken: Flecken, Abdrücke ihrer nassen Fotze, Lust und Dreck. Noch feucht. Noch echt.

„Thomas… bitte nicht.“

„Doch. Ich stell’s mir vor. Ich seh dich wie in 'nem Film. Du bist die Hauptdarstellerin, Michelle. Immer. Die Heilige, die auf Knien rutscht, die Hure, die weint, wenn sie kommt. Ich will dich in beidem. Aber ich krieg nur die Hälfte.“

Sie schluckte.

„Vielleicht war ich heut mit jemandem“, sagte sie plötzlich.

Ehrlichkeit. Oder Trotz. Oder Wahnsinn. Schwer zu sagen.

Thomas lachte. Keine Freude. Eher eine Absage an die Realität.

„Du warst mit zwei. Ich weiß es. Mit diesen alten Typen da aus’m Haus. Krüger und der andere, der aussieht wie ein vertrockneter Dackel im Blaumann.“

„Was?!“ Fast geschrien. Falsche Empörung.

„Michelle, komm schon. Du denkst, ich seh das nicht? Du bist heiß, du bist gefährlich, du bist… was ich nie sein kann. Du brauchst Dreck.“

Sie lag da, Herz wie ein Flackerlicht, die Hand auf dem Bauch, da wo Krügers Faust sie gehalten hatte.

„Ich kann heut nicht, Thomas.“

„Ich weiß“, sagte er. „Aber ich werd dich trotzdem lieben. Auch wenn du mich irgendwann ansiehst wie einen von denen.“

Klick. Das Gespräch war tot. Der Raum war es schon vorher gewesen.

Sie starrte an die Decke. Sah dort nichts. Hörte nur Müllers Winseln im Kopf, Krügers Grunzen, ihre eigenen Geräusche, die sie nicht mehr kannte.

Der Ventilator drehte sich weiter, sinnlos.

Wie sie

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