More fun
Want to support CHYOA?
Disable your Ad Blocker! Thanks :)

Chapter 10 by Daemony Daemony

What's next?

Teufelswerk

Pater Mathias starrte die Erscheinung vor sich perplex an. Da stand Erika. In jedem Detail so, wie er sie kannte. Nun ja, ähem, manche Details von ihr hatte er bis jetzt nicht gekannt, und er bemühte sich, gerade diese nicht zu sehr anzustarren. Er verstand nicht, was hier geschehen war. Auch fiel es ihm gegenwärtig unheimlich schwer, logisch zu denken. Als sei er **** und gleichzeitig auf den Kopf gefallen. Die unbekleidete junge Frau vor ihm nahm sein gesamtes Sehfeld ein und auch seine komplette Aufmerksamkeit in Anspruch.

Es kostete ihn körperliche Anstrengung, seinen Blick nach oben zu bewegen, um ihr in die Augen zu schauen. Also, DIE Augen, äh, verflixt, nach oben! Er schluckte trocken.

"Mathias, willst du mich umarmen?", fragte sie mit der leisen, scheuen Stimme, die er so gut kannte.

Wie an einer Schnur gezogen, machte er einen Schritt auf sie zu und breitete weit die Arme aus. Doch bevor er sie berühren konnte, tauchte sie geschickt unter seinen Armen weg und huschte rasch nach hinten. In derselben Bewegung angelte sie den herabgefallenen Mantel vom Boden auf und lief auf flinken Füßen aus der Sakristei. Ihr silberhelles Lachen war das Letzte, was er von ihr wahrnahm.

Er war verwirrt und enttäuscht. Warum spielte sie so mit ihm? Er wollte ihr nachlaufen, da bemerkte er den Zettel. Er lag exakt an der Stelle, wo sie ihren Umhang aufgehoben hatte. Vielleicht war er ihr aus der Tasche gefallen. Neugierig bückte er sich und hob das zusammengefaltete Stück Papier auf. Nach kurzem Zögern öffnete er es und las: Wenn du möchtest, dass ich dem Dorf helfe, dann musst auch du etwas für mich tun. Du weißt schon, was ich will.

Pater Mathias blinzelte. Je länger die Frau nicht mehr in seiner Nähe war, desto klarer fing sein Verstand wieder an zu arbeiten.

"Was war dies für ein Teufelswerk?", dachte er bei sich. Aber welche Wahl hatte er? Ja, er konnte sich schon denken, was diese Hexe von ihm wollte. Nicht weniger als seine Seele. Und dazu nutzte sie den Weg über seine menschliche oder besser männliche Schwäche. Trotz seines Gelöbnisses, nie ein Weib zu haben, war er unter seinem Priestergewand noch immer ein Mann. Ein Mensch, fehlbar und der Versuchung ausgesetzt. Er wusste, es sollte ihr widerstehen. Sein Glaube und sein Wille wären stark genug dafür, hoffte er. Andererseits wäre dies selbstsüchtig und gewissermaßen feige, wenn er sein eigenes Wohl über das seiner Gemeinde stellte. War es nicht seine Pflicht als Hirte, diese Schuld auf sich zu nehmen, um die Leute, die ihm anvertraut wurden, zu retten?

Er schlug die Hände vors Gesicht. Wie sollte er sich nur entscheiden?


Erika saß noch immer in der Kirchenbank, nachdem alle anderen Kirchgänger nach Hause gegangen waren. Sie hatte diese seltsamen Träume, beunruhigende Träume, in denen Pater Mathias eine zentrale Rolle spielte. Die Bilder und Gefühle, die ihr die Träume brachten, waren einerseits schön und andererseits erschreckend. Sie verstand nicht, was sie bedeuteten. Und darüber konnte sie mit niemandem reden.

Sie hatte es versucht, gestern in der Beichte. Was dann geschehen war, erfüllte sie noch immer mit Bestürzung und Scham. Sie hatte das Gefühl, sich entschuldigen zu müssen, brachte aber nicht den Mut auf, dem Pfarrer in die Sakristei zu folgen. So kauerte sie zusammengesunken im Schatten, unfähig, eine Entscheidung zu treffen.

Dann hörte sie die Schritte näherkommen. Die hohen Absätze verursachten ein lautes Klack, Klack, Klack, dessen Echo von den Wänden widerhallte. Erika hob den Kopf. Sie erkannte die in einem eleganten Kostüm gekleidete Dame mit den lockigen schwarzen Haaren, die ihr schon mehrfach in und vor der Kirche aufgefallen war. Ohne zu wissen, warum, hatte sie den Eindruck, dass die Fremde ihr helfen könnte, den richtigen Weg zu finden, und sie schaute ihr erwartungsvoll entgegen. Merkwürdigerweise trug sie einen dunkelroten Mantel über dem Arm.

Im schwindenden Licht glühten die Augen der Frau wie kalte Sterne. Erika meinte, dass sie sich bis in ihr Herz brannten und ihre tiefsten Geheimnisse erkannten. Ihr lief es eiskalt den Rücken herunter, und sie schüttelte sich.

"Ich habe eine Botschaft für dich", die Stimme klang wie Seide, die mit nadelspitzen Glassplittern gespickt war, "er wartet auf dich."

Das Mädchen konnte kaum glauben, was sie hörte. Sollten ihre Träume tatsächlich wahr werden?

"Alles wird gut", sprach die Ältere besänftigend, "Du musst zuvor nur eines tun. Lege dein Kleid ab und ziehe stattdessen das an."

Sie reichte Erika den zusammengelegten Umhang.

"Ich verstehe nicht."

"Tue es einfach und du wirst verstehen."

Sie hatte etwas Gebieterisches an sich, dem die Jüngere gehorchen musste.


Pater Mathias stand noch immer in der Sakristei, innerlich tief zerrissen. Er hörte die Tür knarren, gefolgt von leisen, näher kommenden Schritten. Er schaute auf.

Da war sie. Sie war zurückgekommen und trug wieder den roten Umhang. Und nichts darunter ...

What's next?

Comments

      More fun
      Want to support CHYOA?
      Disable your Ad Blocker! Thanks :)