Disable your Ad Blocker! Thanks :)
Chapter 3
by
Jan1974
What's next?
Spa
Nachdem ich im Hotelrestaurant eine Kleinigkeit gegessen hatte – ein frischer Salat mit gegrilltem Hähnchen, dazu ein Glas Weißwein – ging ich zurück auf mein Zimmer. Es war noch viel zu früh, um direkt schlafen zu gehen. Ich war angenehm satt, aber nicht träge, und irgendwie kribbelte es noch ein wenig in mir. Also dachte ich: Warum den Abend nicht entspannt ausklingen lassen – mit ein paar Runden im Pool oder einem kurzen Saunagang?
Und vielleicht danach noch ein Drink an der Hotelbar?
Mal schauen. Erstmal eines nach dem anderen.
Ich griff mir den Hotel-Flyer, der noch auf dem kleinen Tischchen neben dem Sessel lag, und blätterte zur Spa-Seite. Da fiel mir auf, dass ich – natürlich – keine Badesachen eingepackt hatte. Typisch. Ich schüttelte leicht den Kopf über mich selbst. Aber beim Weiterlesen war ich erleichtert: Der Pool im allgemeinen Schwimmbereich war zwar textilpflichtig, aber im Saunabereich gab es ein separates Schwimmbecken – textilfrei. Perfekt.
Ehrlich gesagt, war mir das sogar lieber. Ich mochte das Gefühl von nasser Badekleidung noch nie. Und im Spa-Bereich ist Nacktheit für mich nichts Anstößiges – eher etwas Befreiendes.
Ich stellte mich unter die Dusche und ließ das heiße Wasser kurz über meinen Körper laufen. Einen Rasierer brauchte ich nicht – dank meiner Ganzkörper-IPL-Behandlung hatte ich endlich Ruhe vor dem ewigen Rasieren. Keine Stoppeln an den Beinen, keine vergessenen Stellen unter den Achseln, keine hektischen Korrekturen im Intimbereich. Nur glatte, weiche Haut. Immer.
Nach dem Duschen griff ich zum weißen, flauschigen Bademantel, den das Hotel bereitgelegt hatte, und schlüpfte hinein. Er war wunderbar weich auf der Haut – ein kleines, fast luxuriöses Detail, das mir ein Lächeln entlockte. Badelaken musste ich keine mitnehmen, laut Hotelinfo lagen diese ausreichend im Spa bereit. Noch schnell in die Badeschlappen, die neben dem Bett standen, und ich war bereit.
So bekleidet – nur im Bademantel – verließ ich mein Zimmer und trat in den Flur hinaus. Der Teppich dämpfte meine Schritte, die Luft war ruhig, fast meditativ. Im Aufzug traf ich auf drei andere Gäste: ein älteres Paar, beide ebenfalls im Bademantel, und ein junger Mann, vielleicht Mitte dreißig, der wohl gerade auf dem Weg in den Fitnessbereich war – seine Sporttasche sprach eine deutliche Sprache. Als ich einstieg, musterte er mich kurz. Nicht unangenehm, eher überrascht.
Ich begegnete seinem Blick mit einem freundlichen Lächeln. Sein Blick wanderte kurz über meine Beine, dann wieder in mein Gesicht. Er senkte verlegen den Blick, als würde ihm erst im Nachhinein auffallen, dass er ein bisschen zu lange geschaut hatte. Ich ließ ihn gewähren – ich war es gewohnt, dass Blicke manchmal länger haften bleiben, als man es sich eingestehen möchte.
Als ich im Spa ankam, war ich angenehm überrascht: Der Bereich war nicht überfüllt. Einige wenige Gäste lagen auf Liegen, andere bewegten sich ruhig zwischen den Saunen oder kamen gerade aus dem Wasser. Die Stimmung war gedämpft, ruhig, fast schon andächtig. Ich fand schnell eine freie Liege in einer halboffenen Nische, legte den Bademantel ordentlich zusammen und setzte mich.
Auf dem kleinen Beistelltisch neben mir lag eine Getränkekarte, daneben ein Infoflyer über die verschiedenen Saunen. Ich blätterte ihn durch: eine klassische finnische Sauna bei 90 Grad, eine Aromasauna mit wechselnden Düften, eine Bio-Sauna bei moderaten 60 Grad – und die, die mich interessierte: die 80-Grad-Sauna, angenehm warm, aber nicht zu aufdringlich. Aufgüsse gab es laut Plan später am Abend, aber für den Anfang war mir nach Stille und Wärme – nicht nach Show und Schweiß.
Ich legte das Infoblatt zurück, atmete tief durch und ließ den Blick noch einmal durch den Raum schweifen. Vielleicht würde ich gleich einen Saunagang machen, vielleicht später noch eine Runde schwimmen. Ich ließ mir Zeit. Ich war hier, um mich treiben zu lassen.
Und genau das tat ich auch.
What's next?
Disable your Ad Blocker! Thanks :)