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Chapter 4 by Jan1974 Jan1974

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Sauna

Da die meisten Gäste sich hier nicht die Mühe machten, einen Bademantel überzuwerfen, wenn sie von A nach B gingen, ließ auch ich meinen auf der Liege liegen. Die Stimmung im Spa war entspannt und frei von jeder Aufgesetztheit – niemand schien sich groß darum zu kümmern, wer was trug oder eben nicht. Es war diese angenehme Selbstverständlichkeit, die ich an solchen Orten mochte.

Ich griff mir eines der vielen Saunatücher, die ordentlich gefaltet in den offenen Holzregalen bereitlagen, und machte mich auf den Weg zur 80-Grad-Sauna. Die Holztür schwang leise auf, als ich sie öffnete, und mir schlug sofort die wohlige, trockene Wärme entgegen, die den Körper wie eine sanfte Wand umschließt.

In der Sauna war nur noch ein weiterer Gast – ein Mann, vielleicht Anfang bis Mitte 40. Er saß auf der mittleren Bank, an der gegenüberliegenden Seite, und hob den Kopf, als ich eintrat. Ganz instinktiv, wie es sich gehört, begrüßte ich ihn mit einem ruhigen „Hallo“, während ich die Tür leise hinter mir schloss.

Er nickte und antwortete ebenso freundlich. Seine Stimme war tief, aber unaufdringlich.

Ich warf ihm einen kurzen, unauffälligen Blick zu. Ein ansprechender Körper – nicht übertrieben trainiert, aber fit. Breite Schultern, leicht definierte Brust, dunkle Haare, die leicht feucht auf seiner Stirn klebten. Und seine Augen – ein klares Blau, das im Kontrast zur warmen Holzverkleidung der Sauna fast kühl wirkte. Ja, definitiv jemand, der in mein Beuteschema passen könnte. Aber ich ließ mir nichts anmerken.

Mit einer ruhigen Bewegung ging ich auf die andere Seite der Sauna, breitete mein Tuch auf der mittleren Bank aus und setzte mich zunächst, bevor ich mich langsam zurücklehnte. Ich lag auf dem Rücken, die Beine geschlossen, die Arme locker neben mir, die Augen halb geschlossen. Ich wollte nicht sofort in irgendeine Interaktion abdriften – jetzt war erst einmal Zeit für Wärme, Ruhe und ein bisschen wohltuendes Schwitzen.

Die trockene Hitze kroch langsam über meine Haut, legte sich wie ein Film auf meine Schultern, meine Schenkel, meinen Bauch. Ich atmete ruhig, spürte das leise Prickeln auf meiner Haut, und ließ den Alltag mit jedem Atemzug ein Stück weiter hinter mir.

Der Mann sagte nichts weiter. Er schien ebenso entspannt wie ich – oder zumindest nicht unangenehm aufdringlich. Seine Präsenz war spürbar, aber nicht störend. Im Gegenteil – irgendwie war es angenehm, dass da noch jemand war. Nicht, weil ich etwas erwartete. Sondern weil eine gewisse Spannung in der Luft lag. Ganz subtil. Ganz leise.

Ich schloss die Augen, atmete tief ein, und ließ die Wärme weiter in mich hineinfließen.

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