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Chapter 4 by ThormGravis
Was unternimmt Lara?
Sie sieht sich um
Lara Croft hatte das bemerkenswerte Talent, sofort nach dem Erwachen völlig klar und orientiert zu sein - für Abenteurer eine äußerst nützliche Eigenschaft. Auch jetzt benötigte sie nur Bruchteile von Sekunden, um die Traumbilder zur Seite zu schieben und in der Realität zu agieren. Ihr war bewusst, dass der Schrei aus dem Hier und Jetzt gekommen war. Es war ein Dumpfer, erstickter Schrei gewesen und Lara tippte gleich aus drei Gründen darauf, dass ihr Butler ihn ausgestoßen hatte: Der Schrei würde zu seiner Stimme passen. Er war außer ihr der einzige, der sich noch in Croft Mansion aufhielt. Und der dritte und wichtigste Grund war, dass ihr Butler stets k.o. geschlagen wurde, wenn irgendjemand bei ihr einbrach. Leider kam dies viel zu häufig vor. Lara beschloss ein ernstes Wort mit dem Kundenmanager der für ihr Anwesen zuständigen Sicherheitsfirma zu wechseln...
Doch nun galt es zunächst, sich um das Hier und Jetzt zu kümmern. Lara lauschte in die Dunkelheit, ob vielleicht weitere Geräusche zu hören wären. Für lange Augenblicke konnte sie nur ihren eigenen Pulsschlag spüren und glaubte schon, sich vielleicht doch geirrt zu haben, als Glas splitterte. Es klang nicht nach einem Fenster oder einer gläsernen Tür, sondern eher nach einer der Vitrinen, in denen Lara verschiedene Kunstobjekte und Ausgrabungsstücke aufbewahrte. Leider war ihr Gehör nicht gut genug, um von hier aus erahnen zu können, wo sich der oder die Eindringlinge gerade genau befanden. Sicher war jedoch, dass sie handeln musste. Wenn die Einbrecher ihr Sicherheitssystem so einfach hatten überwinden können, dann hatten sie vielleicht auch Kenntnis vom Grundriss des Anwesens. Und somit war es nur eine Frage der Zeit, bis hier jemand auftauchen würde, um sie zu töten, zu verschleppen, zu **** oder zu fesseln - nicht notgedrungen in dieser Reihenfolge.
Lara hatte großes Vertrauen in ihre Martial Arts-Künste, doch musste sie davon ausgehen, dass die Einbrecher vielleicht mit Schußwaffen anrückten. Wenn sie damit wirklich umgehen konnten und sich clever anstellten, war eine offene Auseinandersetzung keine gute Idee. Also musste Lara improvisieren und ihren besten Vorteil ausspielen - die genaue Kenntnis des Terrains. Sie schwang sich anmutig aus dem Bett und eilte nackt zur Tür. Ihre große Oberweite bewegte sich leicht zu ihren Schritten, verlor dabei aber nicht ihre perfekte, runde Form. Einen Augenblick lauschte sie in die Dunkelheit und als nichts zu hören war, zog sie die Tür auf. Der leere Flur erstreckte sich gähnend vor ihr, doch aus dem Erdgeschoss drang eine Stimme zu ihr herauf, deren Worte sie nicht verstehen konnte. Sie war sich jedoch sicher, dass es sich nicht um ihren Butler handelte. Also war der letzte Zweifel ausgeräumt, dass sich Einbrecher in ihrem Anwesen befanden. Lara schloss die Tür so leise es ihr möglich war und verriegelte sie. Dann lief sie zur gegenüberliegenden Zimmerseite, wo die offene Glastür auf den Balkon hinausführte. Unterwegs ergriff sie die Kleidungsstücke, die auf einem kleinen Hocker neben ihrem Bett lagen. Es handelte sich um einen aus äußerst wenig Stoff hergestellten Bikini sowie eine knalleng geschnittene Hotpants. Es war nicht das beste Outfit für einen Kampf, aber immer noch besser als nackt durch die Nacht zu laufen.
Vom Balkon aus warf sie einen schnellen Blick nach unten, konnte aber weder Geländewagen noch Motorräder erkennen. Sie hatte solche Gefährte erwartet, mit denen Einbrecher eventuell abseits der normalen Wege Croft Mansion hätten erreichen und später die Beute abtransportieren können, doch außer den Reifenspuren, die Lara selbst am Nachmittag auf dem Kiesrondell hinterlassen hatte, war nichts zu sehen. Lara verschob die Überlegung, was dies bedeuten könne, auf einen späteren Zeitpunkt. Sie zog sich hastig an, dann sprang sie behände auf die steinerne Brüstung des Balkons und kletterte an einigen Rankpflanzen nach oben. Glücklicherweise war sie derartige Kletteraktionen von ihren Abenteuern gewohnt, so dass es sich bei diesem Unterfangen für sie um ein Kinderspiel handelte. An der Fassade des zweiten Stockwerkes angekommen, drückte sie sich mit dem Rücken an die Außenwand und ging seitwärts über einen nicht allzu breiten Steinsims. Gewöhnlich riet jenen, die derartige Manöver durchführen wollten, mit dem Gesicht zur Wand zu gehen, so dass man nicht in den Abgrund blicken musste, doch angesichts von Laras mehr als üppigen Vorbau war dieser gutgemeinte Tipp geradezu absurd.
Nach wenigen Augenblicken hatte Lara ihr Ziel erreicht. Sie befand sich vor dem Fenster der oberen Waffenkammer. Hier bewahrten die Crofts seit Generationen antike Waffen auf. Ihre Pistolen wären Lara sicherlich lieber gewesen, doch die waren im Tresor im Erdgeschoss eingeschlossen, und so nahm Lara, was sie kriegen konnte. Ein Morgenstern, ein Säbel oder eine Armbrust waren zwar antiquiert, aber besser als nichts. Sie wollte schon versuchen, das Fenster von außen zu öffnen oder zur Not einzuschlagen, als sie drinnen einen Bewegung bemerkte.
Lara handelte mehr aus Instinkt als wirklich einer Überlegung zu folgen. Und diese Intuition rettete ihr wohl das Leben. Sie wich in einer schnellen Bewegung auf dem Sims zurück, als ein schwerer Speer von Inneren des Raumes durch das Fenster geschleudert wurde. Dort, wo sie eben noch gestanden hatte, explodierte jetzt die Scheibe und ein Regen aus feinen Glasscherben schoss hervor.
Wie reagiert Lara?
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Lara Croft
Die nicht jugendfreien Abenteuer einer Grabräuberin
Wer hat nicht von ihr gehört? Lara Croft, die Actionlegende, die Grabräuberin. Doch aus Gründen der Altersfreigabe und somit der Umsätze verschweigen uns die Computer-Spiele, Comics und Filme uns seit jeher jene Abenteuer der Actionheldin, die keine Jugendfreigabe erhalten würden. Hier können wir hingegen Zeugen ihrer mehr oder weniger freiwilligen und heldenhaften Abenteuer für die erwachsene Leserschaft werden.
Updated on Apr 4, 2024
by ThormGravis
Created on Apr 9, 2016
by ThormGravis
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