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Chapter 5 by ThormGravis
Wie reagiert Lara?
Rückzug und Attacke
Lara brauchte einen kurzen Augenblick, um die Balance auf dem Sims zu halten. Ihr Blick folgte dabei dem Speer, der in hohem Bogen durch die Nachtluft segelte und sich schließlich weit unter ihr in den Boden des Rondells bohrte. Diese Waffe gehörte nicht zum Arsenal der historischen, kulturellen und zeremoniellen Waffen, die Generationen von Crofts gesammelt hatten. Auf den ersten Blick hätte Lara den Speer dem afrikanischen Kulturraum zugeordnet, doch hatte sie ihn nicht aus der Nähe betrachten können und ein Irrtum war keineswegs ausgeschlossen. Viel interessanter war für Lara ohnehin die Frage, warum ein Einbrecher einen Speer als Waffe mitbrachte, egal woher dieser nun genau stammen mochte. Lara hätte Pistolen und Messer erwartet, aber dieses archaische Wurfgeschoss war schon sehr ungewöhnlich für einen Raubüberfall im Mittelengland des 21.Jahrhunderts.
Lara hatte jedoch keine Zeit, über die genaue Bedeutung dieses Umstandes nachzudenken, denn einen Augenblick später erschien eine Gestalt am zerstörten Fenster. Lara erkannte ein muskulösen, schwarzen Hünen, den sie auf locker 2 Meter Körpergröße schätzte. Sein von Muskeln strotzender Oberkörper und die nicht minder trainierten Arme waren unbedeckt. Im schwachen Mondlicht glaubte Lara einige Tätowierungen erkennen zu können. Darüber hinaus trug er nur goldene Armbänder und einige Lippenringe als Schmuck. Lara hätte eine andere Sorte Einbrecher vermutet, aber wenigstens schien dieser Muskelmann gut zum Speer zu passen. Nun kletterte er aus dem Fenster und achtete dabei nicht auf die scharfkantigen Glasfragmente, an denen er sich Arme, Brust und Beine aufschlitzte. Er verzog keine Miene, blutete aber wie ein normaler Mensch, als er auf den Sims hinaus stieg, so dass Lara nun auch seinen Lendenschurz sehen konnte.
All dies nahm Lara im Bruchteil eines Augenblicks wahr. Sie wäre gern zu **** übergegangen, solange der Riese erst halb aus dem Fenster geklettert und somit noch eingeschränkt war, doch sie trug keine Schuhe und hatte kein Interesse daran, auf die Glasscherben zu treten, die sich über den Sims verteilt hatten. Auch der Schwarze war barfuß, aber ihn hinderte dies offensichtlich nicht daran, den Sims zu betreten. Lara schüttelte ungläubig den Kopf. Er ging nicht langsam und bedacht wie ein indischer Fakir, sondern trat ganz normal auf und verlagerte sein ganzes Gewicht auf den jeweiligen Fuß, obwohl dabei Dutzende von Splittern in die Sohlen getrieben wurden. Er schien es nicht zu bemerken.
"Was zur Hölle", fluchte Lara und fragte sich für einen kurzen Moment, ob sie noch träume, aber unglücklicherweise war dies die Wirklichkeit. So blieb ihr nichts anderes übrig als einige Schritte zurückzuweichen, um den Abstand zu halten. Trotz seines massigen Leibes ging der Mann sicher über den Sims. Lara hielt es für keine Idee, hier gegen ihn zu kämpfen, denn ihre Kampftechnik beruhte auf Schnelligkeit und Wendigkeit, die sie hier beide nicht sonderlich gut ausspielen konnte.
Der Schwarze sagte kein Wort, starrte sie nur unverwandt an und kam auf sie zu. Seine einzige körperliche Reaktion war die gewaltige Beule, die sich unter seinem Lendenschurz abzuzeichnen begann, als er Lara nicht aus den Augen ließ. Lara lächelte gequält. Selbst seltsame Freaks wie dieser hier fanden ihren Körper erregend. Letztlich waren alle Männer wohl gleich.
Schließlich erreichte Lara ein offen stehendes Fenster und sprang hinein. Sie rollte sich auf dem Teppich ab und befand sich im Musiksalon. Ihr Großvater hatte die Kammermusik geliebt und diesen Ort eingerichtet, Laras Eltern hatten kostbare Instrumente gesammelt. Sie hingegen bevorzugte etwas modernere Klänge und hatte in ihrer Jugend nicht viel Talent dabei gezeigt, das Spiel mit Geige und Klavier zu erlernen. Nun griff sie zum erstbesten Gegenstand, den sie als notdürftigen Waffenersatz akzeptierte. Es handelte sich einen schweren Kontrabass, der wohl seit Jahrzehnten in seinem Ständer ruhte. Lara packte ihn am Steg und am Korpus und rammte ihn der Breitseite voran gegen den schwarzen Hünen, der sich auf dem Sims gerade vorbeugte, um ihr in den Raum zu folgen. Er kämpfte für einen Augenblick mit dem Gleichgewicht, dann fiel er rückwärts in die Tiefe.
Lara achtete nicht auf die zerbrochenen Überreste des wohl recht wertvollen Musikinstruments, sondern schaute aus dem Fenster. Der Hüne war an ihrem Schlafzimmerbalkon vorbei bis auf den Erdboden gestürzt. Sein rechter Arm war am Ellenbogen grotesk abgewinkelt und aus seinem Oberschenkel ragte ein gesplitterter Knochen heraus. Dennoch erstarb Laras siegesfrohes Lächeln alsbald, denn der Hüne erhob sich wieder und stapfte auf das Hauptportal zu. Er ging zwar unbeholfen, schien jedoch trotz seine massiven Verletzungen keinen **** zu verspüren.
Im weiteren Verlauf...
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Lara Croft
Die nicht jugendfreien Abenteuer einer Grabräuberin
Wer hat nicht von ihr gehört? Lara Croft, die Actionlegende, die Grabräuberin. Doch aus Gründen der Altersfreigabe und somit der Umsätze verschweigen uns die Computer-Spiele, Comics und Filme uns seit jeher jene Abenteuer der Actionheldin, die keine Jugendfreigabe erhalten würden. Hier können wir hingegen Zeugen ihrer mehr oder weniger freiwilligen und heldenhaften Abenteuer für die erwachsene Leserschaft werden.
Updated on Apr 4, 2024
by ThormGravis
Created on Apr 9, 2016
by ThormGravis
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