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Chapter 24 by Daemony Daemony

Wie kann sie verhindern, dass es auffällt?

Sie setzt sich auf seinen Schoß

Heike ließ ihren Blick unauffällig durch die Zelle schweifen. Bis jetzt schien niemand auf sie und Milena zu achten, aber das bedeutete nichts. Der als Frau verkleidete Mann neben ihr wurde zusehends unruhig, sein Atem wurde lauter und Heike konnte spüren, wie er unter ihrer Berührung unwillkürlich mit den Hüften zuckte. Verdammt, Augen und Ohren waren überall. Ein falscher Blick, ein zu lautes Geräusch – und sie wären verloren.

Die Luft um sie roch nach Angst, Verzweiflung und abgestandenem Schweiß. Der übergewichtige Wärter draußen vor dem Gitter schaute von dem Papierkram auf, mit dem er sich beschäftigt hatte, und rieb sich den Nacken. Oh Gott, er musste bemerken, dass da etwas mit den beiden Europäerinnen nicht stimmte wenn er in ihre Richtung sah.

Heike wusste nicht genau, warum sie es tat. Vielleicht war es Instinkt, vielleicht war es die blinde Panik, die in Milenas Augen aufblitzte. Ohne darüber nachzudenken, rutschte sie hinüber und ließ sich auf Milenas Schoß nieder, als wäre es die natürlichste Sache der Welt.

„Was machst du da?“ Milena keuchte erschrocken auf und zischte die Worte kaum hörbar an ihr Ohr.

„Ich decke dich. Bleib still.“

Heike spürte, wie sich Milenas Körper versteifte. Und nicht nur ihr Körper. Die Erektion war inzwischen unkontrollierbar und drückte trotz zweier Lagen Stoff zwischen ihnen heftig gegen Heikes Unterleib.

Milenas Atem war flach, ihre Hände legten sich auf Heikes Rücken, als wolle sie die andere wegdrücken. Doch sie wehrte sich nicht gegen den engen Körperkontakt. Vielleicht verstand sie, dass es die beste Option war, einer fatalen Entdeckung zu entgehen.

Heikes war angespannt, ihr Herz schlug wie ein Hammerwerk in ihrer Brust. Einige der anderen Frauen in der Zelle hatten das merkwürdige Schauspiel bemerkt. Manche von ihnen wandten sich ab und entfernten sich vorsichtig, um nicht in irgendetwas hineingezogen zu werden, das für alle Beteiligten schlimme Folgen haben könnte. Andere beobachteten sie interessiert, ein amüsiertes Funkeln in den Augen. Immerhin, keine sagte etwas. Man lernte in dieser Umgebung sehr schnell, wann man den Mund halten musste.

Das leise Quietschen des Stuhls ließ Heike erstarren. Der Wärter stemmte sich ächzend in die Höhe und näherte sich der Abtrennung zu den Gefangenen. Sie atmete betont langsam aus, **** sich zur absoluten Ruhe. Auch Milena unter ihr war still wie ein Grabstein, nur das Zittern eines Muskels an ihrem Oberschenkel verriet die Anspannung.

Der Wärter blieb stehen und ließ seinen Blick über die Insassen der Zelle schweifen. Eine lange Pause, in der das Brummen der Neonröhren über ihnen lauter wurde, bis es ihr in den Ohren dröhnte. Dann kratzte er sich ungeniert im Schritt und brummte ein paar unverständliche Sätze. Seine Stimme war tief, die Worte abgehackt, sie hingen drohend in der Luft. Dann antwortete eine der Frauen leise, unterwürfig.

Er blieb noch einen Moment stehen, das Kratzen wurde intensiver. Dann drehte er sich um und ging weg. Heike schaute ihm ungläubig nach, wie er die Zelle verließ. Die Tür knarrte, fiel dumpf ins Schloss. Seine Schritte verklangen.

Heike wagte es nicht, sich sofort zu rühren. Noch ein paar Atemzüge, noch ein paar Schläge ihres rasenden Herzens blieb sie stocksteif sitzen.

Dann spürte sie Milenas warme Lippen direkt an ihrem Ohr. „Danke“, hauchte sie.

Heike schluckte. Draußen lauerte immer noch die Gefahr. "Was war denn das? Hast du verstanden, was er gesagt hat?"

"Ja. Er geht aufs Klo. Ich bin lange genug hier, um das schon mehrmals erlebt zu haben. Vorher sagt er immer ein paar Sachen wie: Macht keinen Ärger, während ich weg bin."

Überrascht spürte Heike, wie eine Hand sanft über ihren Rücken streichelte, eine stumme Geste der Dankbarkeit - oder der Zärtlichkeit. Sie drehte leicht den Kopf und sah Milena an. "Wie heißt du? Ich meine, wie heißt du wirklich?"

Er knirschte mit den Zähnen. Nach einer Weile, als sich seine Anspannung ein wenig gelöst hatte, hörte Heike ein zaghaftes Flüstern. „Mein Name ist nicht Milena, sondern Milos.“

"Wir müssen etwas gegen dein - Problem unternehmen, Milos", raunte sie, "Wie weit bis du bereit zu gehen?"

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