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Chapter 7 by kokosmilch kokosmilch

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Shibari

Er drehte sich um und ging ein paar Schritte. Für einen Augenblick hoffte sie, es wäre vorbei, dass er die Kirche verlassen würde.

Neben einer der vorderen Bankreihen blieb er stehen, bückte sich, hob etwas auf. Sie erkannte zunächst nicht, was es war. Dann verstand sie: Ein langes, aufgerolltes Seil.

"Das ist nicht nötig, ich werde nicht weglaufen", wollte sie sagen. Aber kein Wort kam über ihre Lippen. Sie wusste, es wäre sinnlos zu protestieren und würde nur weitere Strafen zur Folge haben.

Jasmin hörte, wie er hinter sie trat. Dann berührte das Seil ihren Körper.

Er arbeitete still, ruhig und professionell. Kein hastiger Griff, keine Bewegung zu viel. Die Fasern schnitten nicht ein, aber sie hielten so fest, dass Jasmin sofort wusste, wie aussichtslos jeder Versuch wäre, sich zu befreien.

Das Seil glitt immer wieder über ihre Haut, trocken und rau, während er es weiterführte. Langsam, mit einer Sicherheit, die zeigte, dass er genau wusste, was er tat.

Er zog ihre Arme enger an ihren Körper. Die Schlingen legten sich um ihre Handgelenke, dann weiter um ihre Unterarme, hielten alles dicht an ihrem Oberkörper. Jeder neue Zug des Seils nahm ihr ein wenig mehr Bewegungsfreiheit. Jasmin hielt unwillkürlich den Atem an, während er ihren Leib einschnürte.

Das Seil legte sich straff um ihre Brust, schnürte ihren Busen ab. Die Linien zogen sich parallel und symmetrisch über ihren Körper, als folgten sie einem vorbestimmten Muster.

Sie hatte so etwas einmal im Internet gesehen. Ein Bild , das sie damals schnell wieder weggeklickt hatte. Ein japanisches Wort lag ihr auf der Zunge. Shibari. Eine Kunst des Fesselns, hatte der Artikel behauptet. Von denjenigen, die es praktizierten, wurde es als etwas Ästhetisches, fast Zeremonielles angesehen.

Das Seil glitt weiter nach oben. Schließlich führte er das Ende zu dem Band, das er um ihren Hals gelegt hatte. Die letzten Windungen verbanden alles miteinander: ihre Hände, die Arme, ihren Oberkörper, den Hals.

Als er fertig war, trat er einen Schritt zurück und betrachtete sie wie ein Kunstwerk, das er geschaffen hatte.

Sie konnte sich kaum bewegen. Jeder kleine Versuch spannte sofort das Geflecht aus Seil enger um ihren Körper. Selbst das Atmen ließ die Knoten sich allmählich enger anziehen.

Die Kirche war noch immer leer. Die langen Reihen der Bänke verloren sich im Halbdunkel.
Und jederzeit konnte jemand durch die offene Tür kommen.

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