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Chapter 12
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Scheibner kommt, die erste Miete zu kassieren
Scheibner eilt über den Flur von der WG zum Apartment 3 B, wo er die neue Mieterin Yasemin Yilmaz weiß. Er hat es sich einiges kosten lassen, die Wohnung komplett neu einzurichten, um sicher zu gehen, dass die Kleine sofort einzieht. Der Hausmeister kümmerte sich um Transport und Aufstellung der Möbel. Außerdem ließ er versteckte Kameras installieren, die ihre Bilder online an einen Server im Keller senden, in jedem Raum mindestens zwei, einschließlich einer Linse hinter dem Einwegspiegel im Bad. Besonders stolz ist er auf die Mini-Kamera in einem der Knopfaugen des Teddies, der von einem Regal auf das Bett im Schlafzimmer schaut. Herr Ivan war sofort für das Projekt zu begeistern, als Scheibner ihm sagte, dass er die Arbeiten als Sonderleistung direkt mit der Bewohnerin abrechnen könne.
Er stürmt ins Apartment und, als er im Wohnzimmer niemanden findet, weiter ins Schlafzimmer. Dort liegt die junge Frau angekleidet auf dem Rücken auf dem Bett und schaut selig lächelnd an die Zimmerdecke. Da er nicht heimlich hereingeschlichen ist, bemerkt ihn die Bewohnerin sofort. Sie stemmt sich auf einen Ellbogen hoch und glotzt ihn mit offenem Mund an.
Was macht ein nackter, sichtlich sexuell erregter, älterer Mann in ihrem Zimmer? Noch bevor ihr Gehirn die unerhörte, seltsame Situation verarbeiten kann, wendet sie sich reflexhaft von der unerwünschten Erscheinung ab und schreit mit überschlagender Stimme: "Verschwinden Sie sofort aus meiner Wohnung."
Unerwartet ruhig antwortet der Fremde: "Das werde ich nicht. Denn dies ist mein Haus."
Yasemin war heillos verwirrt. "Das kann nicht sein. Ich habe einen Vertrag mit Herrn Meller geschlossen. Ihm gehört das Haus."
"Tja, nur zur Hälfte, Schätzchen. Ich bin sein Geschäftspartner. Und damit habe ich die gleichen Ansprüche wie er und werde umgehend die Miete kassieren."
"Nein, nein, da muss ein Missverständnis vorliegen. Ich wohne hier zwei Monate mietfrei auf Probe", versucht sie sich herauszuwinden.
"Wenn du fein aufgepasst hast, hat Meller nur auf seine eigenen Ansprüche verzichtet. Meine bestehen uneingeschränkt. Lies den Vertrag: Ich kann jederzeit und auf jede mir genehme Weise die mir zustehenden Leistungen einfordern. Und ich will Sex, hier und jetzt und sofort."
"Bitte nicht. Ich kann nicht", jammert sie.
Er bleibt unnachgiebig. "Das hättest du dir überlegen sollen, bevor du unterschrieben hast."
"Ist so ein Vertrag nicht eigentlich sittenwidrig?", hofft sie einen Ausweg gefunden zu haben. Meller hat dieses Argument vorausgesehen und sich vorbereitet. Er pariert:
"Seit 2002 nicht mehr, seit damals sind Verträge über sexuelle Leistungen rechtsgültig. Ich habe das von meinen Anwälten prüfen lassen."
Das ist zwar nicht die ganze Wahrheit, aber er hat nicht vor, ihr ein Schlupfloch zu lassen. Schließlich lernt sie in einer Verwaltung. Wenn sie sich da mit Gesetzen nicht selbst besser auskennt, ist das ihr eigenes Versäumnis. Nachhilfe wird er ihr nicht geben. Er erkennt, wie ihr Widerstand bröckelt, aber noch gibt sie nicht ganz auf.
"Dann kündige ich auf der Stelle!" Sie steht auf, streicht ihren Rock glatt und will an ihm vorbei aus dem Zimmer flüchten. Natürlich ohne ihn anzusehen.
"Halt, nicht so schnell", hält er sie auf, "du musst im Rechtskunde-Unterricht wirklich besser aufpassen. Von jemandem, der im Bauamt arbeitet, erwartet ich, dass er über Kündigungsfristen Bescheid weiß. Für Mieterinnen gilt bei einem unbefristeten Mietverhältnis die gesetzliche Kündigungsfrist von drei Monaten. Du bist natürlich nicht verpflichtet, in dieser Frist hier zu wohnen, aber das entbindet dich nicht von der Zahlungspflicht. Ich kann jederzeit und an jedem Ort kassieren. Lieber wäre es mir aber, wenn wir uns hier einig werden. Es wäre ja sonst schade um die schöne, komfortable Einrichtung, wenn wir sie nicht angemessen nutzen."
Yasemin gibt sich geschlagen. Ergeben setzt sie sich auf die Bettkante, den Blick weiterhin zu Boden gerichtet.
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Das Studentinnen-Haus
oder: Wie man als Vermieter viel Spaß hat
Beim Immobilien-Unternehmer Meller kann man mietfrei wohnen - wenn man eine junge, hübsche Studentin ist und sich dem Hausbesitzer gegenüber aufgeschlossen zeigt...
Updated on Oct 8, 2025
by Toby Mark
Created on Oct 13, 2020
by Toby Mark
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