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Chapter 5 by berni berni

Komme ich bald hier wieder raus?

Sam bleibt eingesperrt

Stimmen. Gedämpft, entfernt, kaum zu fassen. Dann ein Klicken – grelles Licht bricht durch die Dunkelheit. Erst jetzt erkenne ich, wo ich bin: ein schmaler, kahler Raum, kaum drei Meter lang, die Wände roh, der Boden kalt. Vor mir eine schwere Gittertür, mattgrau, massiv. Kein Fenster. Kein Ausgang.

Ich stolpere nach vorn, rüttle am Gitter, schreie.
Nach einer endlosen Minute erscheint ein Mann im Gang – ruhig, distanziert, mit diesem unbewegten Blick, der mich frösteln lässt.

„Bitte! Lassen Sie mich raus!“ rufe ich.
Er
sieht mich an, prüfend, fast neugierig. Kein Wort. Dann geht er einfach weiter.
Mein Herz hämmert. Ich schreie ihm hinterher, doch die Schritte verhallen, als hätte es ihn nie gegeben.

Dann taucht sie auf. Claire. Das Lächeln, das mir vorhin an der Tür noch freundlich erschien, wirkt jetzt anders – kälter, kalkulierter.
„Claire! Bitte, da muss ein Irrtum vorliegen! Lassen Sie mich raus!“ Sie lehnt sich locker gegen das Gitter, die Arme verschränkt.

„Ein Irrtum? Ich sehe das anders, Sam. Du hast dich für einen ganzen Tag angeboten. Alles, was gewünscht wird – stimmt doch?“
Ich starre sie an. „Das war nicht so gemeint… Ich bin Hausmeister, kein–“

„Kein was?“ unterbricht sie ruhig, der Ton samtweich, aber mit einer Härte darunter. „Ich interpretiere dein Angebot nur wörtlich. Und andere Termine hast du heute ja keine.“

Wut und Angst schießen gleichzeitig in mir hoch. „Verdammte Hure! Ich hasse dich!“ schreie ich, ohne nachzudenken.
Claires Lachen schneidet durch den Raum – hell, klar, grausam. „Das wirst du bereuen, Sam. Oh ja, das wirst du.“

Erst jetzt begreife ich, was hier passiert. Es geht nicht um Arbeit, nicht um Reparaturen oder Hilfsaktionen. Sie haben mich nicht eingestellt – sie haben mich ausgewählt.
Und mein großspurig formuliertes Angebot hat ihnen genau das gegeben, was sie wollten.
Ich sinke auf den Boden, den Rücken an die Wand, starre ins Licht.

Minuten vergehen, vielleicht Stunden, bis Claire wieder auftaucht. „Etwas zum Schlafen, ja?“ fragt sie spöttisch. Ich nicke nur.

„Dann zeig mir, dass du gehorchen kannst. Zieh dich aus und gib mir deine Kleider.“
Ich zögere. Scham, Wut, Verwirrung. Doch am Ende bleibt mir nichts anderes. Ich ziehe mich aus, langsam, und schiebe die Kleidung durch die kleine Öffnung in der Tür.

Claire nimmt sie, mustert mich kein einziges Mal. Dann reicht sie mir durch dieselbe Öffnung eine dünne Matte, eine Decke, ein Stück Seife und einen kleinen Eimer.
„Das sollte reichen. Schlaf gut, Sam.“

Ein letztes Lächeln – dann klickt der Schalter, und das Licht verlischt. Ich sitze im Dunkeln, der Raum riecht nach Staub und Metall. Das Atmen fällt mir schwer. Noch höre ich ihre Schritte, dann Stille.

Irgendwann gebe ich auf, lege mich auf die Matte, ziehe die Decke über mich.
In
dieser Dunkelheit, nackt und erschöpft, schlafe ich schließlich ein – mit der dumpfen Ahnung, dass der Morgen nichts Gutes bringen wird.

Was folgt am Morgen?

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