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Reisegespräche 3

Chapter 115 by Geilspecht99 Geilspecht99

“Wer ist eigentlich die Brautjungfer?” wollte Sieghart schliesslich wissen.
“Thea, eine alte Freundin von mir. Sie war auch unter den Fittichen der Gräfin und ist erst kürzlich freigekommen.”
“Ich glaube, ich weiß von wem du sprichst. Sie wirkt so unschuldig, ich kann sie mir nicht bei eurem Ritual vorstellen”, sagte Sieghart, der sich nur zu gut an Theas grüne Augen erinnern konnte.
“Ganz so unschuldig ist sie nicht, aber ich versteh, was du meinst. Sie hat zwar noch nicht viel Erfahrung, aber sie ist topmotiviert”, sagte James.
“Ich habe sie und Orgiastis gebeten, gemeinsam zu üben, bis wir zurück sind”, ergänzte Vicky. Sieghart wusste natürlich auch, wer Orgiastis war.
“Willst du mir sagen, dass beide gemeinsam in Glimmerwein sind und was bitte solen sie üben?”
“Damit es mehr Spaß macht, habe ich ihn dazu verdonnert, täglich Tora-Nüsse zu essen, also rate Mal”, war Vicky freche Antwort.
“Du hast den alten Schwerenöter und Trunkenbold auf die Kleine angesetzt?”
“Beruhige dich, die zwei verstehen sich prima”, bremste ihn James.
“Sie sind in der Tat ein süßes Pärchen. Sie waren jetzt ein paar Tage allein, vielleicht haben sie das auch bemerkt", ergänzte Vicky, die da so ne Ahnung hatte.
“Aber er könnte ihr Großvater sein!” Auch James war gespannt, was Vicky darauf erwidern würde, da er eigentlich derselben Ansicht war.
“Dürfen wir Sterblichen darüber entscheiden, wer sich lieben darf und wer nicht?”, vertrat sie offensiv die Ansicht der Rahjakirche, die die Liebe als Segen Rahjas oder eines ihrer Geschwister ansah. Man sollte aber auch wissen, dass die Kirche den Begriff “Liebe” nie ganz von “Sex haben” abgegrenzt hatte und damit bewusst Widersprüche in Kauf nahm.
“Natürlich nicht”, ergab sich Sieghart, mit Rahja-Gläubigen war in dieser Hinsicht nicht zu argumentieren.
”Außerdem will der Alte sie aus irgendeinem Grund gar nicht ficken. Sie ist quasi noch Jungfrau, vielleicht wärst du der Richtige, um ihr bis zur Verlobung zu zeigen, dass Schlucken nicht alles ist”, sagte Vicky das, was sie schon länger im Hinterkopf hatte.

Sieghart fühlte sich übergangen, obwohl das Angebot sehr verführerisch klang.

“Ich bin nicht so, ich triebs nicht mit jeder”, versuchte er, Vicky ins Bild zu setzen.
“Genau darum kommst du in Frage, ihr könntet ja gemeinsam daran arbeiten, eure Hemmungen abzubauen, Orgiastis kann euch da sicher helfen. Aber letztlich ist es ihre Entscheidung,” sagte sie vergnügt. James streckt ihm die Faust zur Fistbomb entgegen.

Sieghart wäre kein guter Geheimdienstler, wenn ihm bei der letzten Konversation nicht eine Kleinigkeit aufgefallen wäre. Aus dramaturgischen Gründen wird dem Leser dieser Teil des Gespräches vorenthalten; es sei nur gesagt, dass er die Wahrheit über ein klitzekleines Detail der Hochzeit erfuhr, das er natürlich für sich behielt.

Es war zwei Stunden nach Mittag, als kurz vor Feenweide Sieghart das Steuer übernahm, Vicky und James versteckten sich hinten im Wagen, um nicht erkannt und aufgehalten zu werden.
Kurz nach Feenweide wurde erreichten sie die gepflasterte Straße und die beiden setzten sich links und rechts zu Sieghart auf den Kutschbock.
“Wie wäre es, wenn wir unsere Ankunft im Labyrinth feiern”, schlug James vor.
“Bei dem Wetter keine schlechte Idee!”, stimmte Vicky zu.
“Was meinst du damit?”, fragte Sieghart
“Es gibt im Park hinter dem Haus ein Labyrinth, in dessen Mitte ein Schwimmteich ist. Dort können wir uns von der anstrengenden Reise erholen und sind ganz unter uns!”
“Ich könnte ja Thea dazu holen, damit ihr euch kennenlernt”, sagte Vicky.
“Und sie kann sich dann aus der Nähe ansehen wie gut du mit drei Schwänzen zurechtkommst?”, prahlte James.
“Warum mit Drei?”, wollte Vicky wissen.
“Vergiss Orgiastis nicht”, lachte James.
“Wie konnte ich nur..”, stimmte sie in James Lachen ein.

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