Want to support CHYOA?
Disable your Ad Blocker! Thanks :)

Chapter 57 by Redboom Redboom

Wie geht es weiter?

Rückfahrt.

Das metallische Klicken des Kofferraums hallte im Hinterhof wider, als Vanessa die letzte Tüte hineinstellte. Die Plastikhaken der Kleiderbügel klapperten leise gegeneinander. Doch es waren zu viele. Viel zu viele.

„Da müssen wir wohl improvisieren“, murmelte sie lächelnd.

Die Rücksitze wurden umgelegt, jede freie Stelle mit den mattglänzenden Einkaufstüten ausgefüllt. Zwischen all den Stoffen, den Seidenpapieren und duftenden Parfumproben fand Leon kaum Platz zum Sitzen. Die Stoffe berührten seine Arme, seinen Nacken – als würden sie ihn jetzt schon einwickeln, weich und unerbittlich.

Auf der Rückfahrt war es still. Nur das leise Surren des Motors, das Klacken der Blinker.

„Und?“ Vanessa warf ihm einen Blick über ihre dunkle Sonnenbrille zu. Ihre Stimme war zu süß, zu weich, um harmlos zu sein. „Wie haben dir deine neuen Sachen gefallen, Liebling?“

Leon schluckte. Der Blick ihrer Augen, obwohl halb verborgen, ließ keine Zweifel.

„Sie... sie waren schön“, murmelte er.

Ein Lächeln breitete sich auf ihren Lippen aus. „Das freut mich. Du warst heute wirklich ein artiges Mädchen.“

Zuhause erwartete sie schon Barbara. „Na, wie war’s denn?“ fragte sie, während sie Leon zwei Tüten aus dem Kofferraum abnahm. Ihre Stimme war spöttisch, aber nicht unfreundlich.

„Ganz reibungslos“, sagte Vanessa und schloss die Autotür. „Unser kleines Mädchen hat sich tapfer geschlagen.“

Barbara grinste, trat einen Schritt näher an Leon heran. „Dann können wir ja bald mit High Heels üben, hm?“

Leon senkte den Blick, murmelte etwas Unverständliches.

Die Tage flossen ineinander. Eine Woche wurde zu zwei, zwei zu vier.

Leon verlor das Gefühl dafür, wann aus diesem Albtraum ein Alltag geworden war.

Jeden Morgen begann mit dem gleichen Ritual: Aufwachen, waschen, rasieren. Nicht nur das Gesicht – auch Beine, Arme, unter den Achseln. Die glatte Haut wurde zum neuen Normal.

Vanessa zeigte ihm, wie man Foundation aufträgt, wie Rouge die Wangen formt, wie man den Lidstrich zieht, ohne zu zittern. Anfangs war es mühsam, doch bald ging es fast wie automatisch. „Sanfte Bewegungen, wie beim Streicheln“, sagte Vanessa oft.

Seine Haare wurden länger. Vanessa bestand darauf, keine Perücken mehr. Einmal pro Woche saß er stundenlang im Friseursalon, die Stylistin redete ihn immer mit „Süße“ an.

Die ersten Schritte auf 15 cm High Heels waren eine Katastrophe – er stolperte, schwankte, fiel fast. Doch Barbara übte hart mit ihm. „Hüften mitnehmen. Rücken gerade. Nicht schlurfen.“

Einmal in der Woche kam die Spritze. „Damit es nicht zu lange dauert“, hatte Vanessa gesagt. Leon stellte keine Fragen mehr. Die Wirkung war spürbar – sein Körper veränderte sich. Die Haut wurde weicher. Die Brust drückte. Die Kurven wurden runder.

Einmal brachte Vanessa einen kleinen Koffer mit. Darin: ein Korsett. Sie half ihm beim Schnüren.

„Form ist alles, Schatz“, sagte sie leise, während sie die Bänder fester zog.

Leon sprach immer weniger. Es war, als würde sein altes Ich in Watte gepackt. Alles war weich, süß, glatt – und fremd.

Doch jedes Mal, wenn Vanessa ihn ansah, lobte oder zurechtwies, schwang dieselbe Botschaft mit: Du bist jetzt mein schönes Mädchen. Und du wirst es bleiben.

Wie geht es weiter?

Comments

      Want to support CHYOA?
      Disable your Ad Blocker! Thanks :)