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Chapter 41 by Bitbuster Bitbuster

Flugstunde

Geradeaus rechts links

Kaum hatte Patrick das Shuttledeck im Hangar erreicht, als er auch schon von Carl in einen kleinen Nebenraum geschickt wurde.

„Hier ist unser Simulator“ erklärte Carl „starten, fliegen und abstürzen, oder auch landen, alles ist möglich“

Patrick setzte sich auf den Pilotenplatz und Carl daneben. Irgendwie kam ihm der Mann immer noch ungeheuer vor.

„Was soll ich denn jetzt als erstes machen ?“
„Nun zuerst einmal starten und dann langsam aus dem Schiff fliegen“

Patrick aktivierte alle Systeme und machte sich bereit für den Start.
Das funktionierte besser als erwartet.

„Gut, dann der Flugkontrolle Bescheid geben, daß man starten möchte“
„Wie mache ich das?“
„Ganz einfach: Shuttle 1 oder den Namen an Flugkontrolle funken und wenn die sich melden, um Startfreigabe bitten. Bei der Landung dann eben um Landeerlaubnis“

Patrick setzte die simulierte Meldung ab und wie nicht anders zu erwarten, bekamen sie ihre Startfreigabe. In der Simulation flog er aus dem Schiff und war „irgendwo“ im All.
Carl erklärte ihm, wie man einen Kurs eingeben oder auch manuell fliegen konnte.
Als Patrick dann einige Zeit geflogen war, sollte er auf manuell umstellen und bekam von Carl die Anweisungen.

„Rechtskurve, 80 Grad, Linkskurve 60 Grad, Geradeaus abfallend um 10 Grad usw.“

Auch das war kinderleicht.

„Schwierig sind nur der Start und die Landung“ meinte Carl.

Nach vier Stunden dufte Patrick den Simulator verlassen und der unheimliche Carl war nicht mehr ganz so unheimlich. Vielleicht lag es auch daran, daß er sich wie ein normaler männlicher Kollege, wie Patrick es kannte, verhalten hatte.
Nach der Verabschiedung ging Patrick in sein Quartier und sah das kleine Licht an seinem Computertisch blinken.

„Computer: Neue Nachrichten vorlesen“
„Sie haben...eine...neue Nachricht. Nachricht 1: Terminerinnerung 20:00 Holodeck, Sophia. Ende der neuen Nachrichten“

Mit einem Lächeln ging Patrick zum Replikator und bestellte sich einen Tee mit Zitrone.
Wieder zurück an seinem Computertisch rief er sich noch einmal einige Flugmanöver auf und versuchte sich die einzuprägen.

Ein Blick auf die Computeruhr verriet ihm, daß es 17:30 war. „Da könnte ich schon mal ins Kasino gehen“.
Gedacht, getan. Wenige Minuten später stand er an der Theke im Kasino.

„Für mich bitte das Tagesgericht und einen schwarzen Tee“

Obwohl er nicht wußte, was er bekommen würde, wollte er sich einfach mal überraschen lassen.
Der Kellner schob ihm ein Tablett zu und Patrick schaute kurz zu den Tellern und dann zur Bedienung.

„Ihr Tagesgericht. Eisbergsalat mit Joghurtdressing, Blumenkohl-Kartoffel-Auflauf, Grießpudding mit Kirschkompott und einen schwarzen Tee"

Patrick überlegte kurz, ob er den Salat gleich stehenlassen sollte, entschied sich dann aber doch ihn mitzunehmen.
Auf der Suche nach einem freien Platz entdeckte er Koshiko mit einer weiteren Frau an einem der Vierertische.

"Wie war das? Wenn zwei an einem Vierertisch sitzen, dann darf man fragen, ob man sich dazu setzen darf?!"
"Hallo" meinte Patrick etwas zurückhaltend zu den Beiden.

"Oh, Hallo Patrick. Suchst Du einen freien Platz?" kam es von Koshiko.
"Äh, ja, wenn ich darf?"

Beide Frauen nickten und so setzte er sich zu ihnen.

"Das ist Susan, ebenfalls aus der Gammaschicht, Susan, das ist Patrick"
"Hallo" meinten Susan und Patrick gleichzeitig zueinander.

Alle drei mussten schmunzeln.

"Und wer ist jetzt bei Dir in der Analysegruppe?" fragte Koshiko und schaute Patrick dabei an.
"Niemand, also das heißt, Sophia und ich untersuchen die Proben"
"Oh" kam es von Koshiko.

Ohne weiter darauf einzugehen, begann Patrick mit seinem Essen.
Susan und Koshiko unterhielten sich über Strahlenphänomene, aber Patrick hörte nicht genau zu.
Wäre er etwas aufmerksamer gewesen, dann hätte er bemerkt, daß Susan ihn immer mal wieder aus den Augenwinkeln beobachtete.

"Gut, daß ich den Salat doch mitgenommen habe, das kommt bei Frauen bestimmt gut an" dachte er, stopfte sich eine Gabel voll Salat in den Mund und kaute weiter.

"Meinst Du wirklich?" war das nächste was er von Susan bewußte hörte.
"Naja, wir sind beide Menschen und Steven sagte, daß er erst einmal mit Menschen zusammenarbeiten sollte."

Patrick schaute auf und sah, daß beide ihrerseits ihn ansahen.

Etwas irritiert fragte er: "Entschuldigung, hattet ihr mich etwas gefragt?"
"Nein, schon gut, ich verstehe jetzt, was Koshiko meinte"
"Susan!" kam es leicht empört von Koshiko.
"Na, stimmt doch" und zu Patrick "Du bist nicht wie heutige Männer"
"Wie sind denn 'heutige' Männer?" fragte Patrick nach.
"Die hätten uns in der Zeit schon mehrfach auf die Titten geschaut. Nicht, daß ich das nicht wirklich ablehe, aber so gar keine Reaktion? Oder stehst Du nicht auf Frauen?"

Und da war es wieder, das Thema.

"Doch natürlich" meinte Patrick mit Nachdruck, vielleicht eine Spur heftiger, als beabsichtigt, steckte doch immer noch Carl irgendwo in seinem Hinterkopf.

„Gut zu wissen“ sagte Susan mit einem grinsen.

Patrick schaute zwischen Susan und Koshiko hin und her und begann dann mit seinem Nachtisch.

„Wenn Du fertig bist, dann könnten wir doch gehen“ kam es leise von Koshiko.
Susan nickte und stand auf. Beide stellten ihr Geschirr auf das Tablett und im Weggehen sagte Susan: „dann noch einen schönen Abend“

„Danke, gleichfalls“ entgegnete Patrick

Koshiko schaute betreten weg und beeilte sich, das Geschirr zur Theke zu bringen.
Patrick hörte noch, wie Susan etwas zu Koshiko sagte, aber leider konnte er das nicht mehr verstehen.
Als er aufgegessen hatte, stellte er ebenfalls sein Geschirr zusammen und brachte es zurück.

Da es gerade einmal 18:20 Uhr Bordzeit war, blieb ihm noch einige Zeit bis zum Treffen mit Sophia. So schlenderte er kurz durch das Aboretum und wunderte sich, daß er bis auf zwei Pärchen niemanden antraf.

Dann eben noch mal ins Quartier“, gedacht, getan.
Im Quartier rief er sich die Crewliste auf und rollte zu den Seiten mit der wissenschaftlichen Abteilung.

Ens. Susan Edington (Mensch, w, 34 Jahre), Spezialgebiet: Astrophysik, Stellardynamik

Aha“ dachte er „also doch ein Mensch“.

Inzwischen war er sich nicht mehr sicher, was für eine Spezies vor ihm stand, da doch kleine Unterschiede eine große Bedeutung haben konnten.
Um die Zeit sinnvoll zu nutzen und vielleicht die Flugstunden abzukürzen, schaute Patrick sich einige kleinere Lehrfilme über Start und Landung per Shuttle an.

Punkt 19:50 Uhr meldete sich die Erinnerungsfunktion.

Patrick ging kurz zur Toilette und machte sich dann auf den Weg zum Holodeck.
Vor dem Holodeck kam Svea aus der anderen Richtung auf ihn zu.

„Hallo, schön, daß Du auch dabei bist“ meinte er erfreut.
„Hallo. Weißt Du, was sie heute geplant hat?“
„Nein, ich dachte, Du könntest es mir sagen“
„Mir hat sie nichts gesagt. Sei eine Überraschung“

Patrick schaute auf die Anzeige an der Tür zum Holoraum.

„Da läuft schon ein Programm“ meinte er erstaunt.

Svea prüfte das kurz und bestätigte: „Ja, und nach der Anzeige sind Sophia und Gorton schon in dem Raum“
„Wer ist Gorton?“
„Ltsg. Gorton, Vulkanier aus der technischen Abteilung“
„Vulkanier?!“
„Jaaa?“ sagte Svea langgezogen mit fragendem Unterton.

Patrick überlegte, was ihm alles zu Vulkaniern einfiel.

„Nicht über die Ohren lustig machen und nie 'Vulki' sagen“
„Aha, da hat jemand seine Hausaufgaben gemacht“. Svea lachte. „Aber keine Angst, für einen Vulkanier ist er recht lustig“
„Vulkanier sind lustig?“ fragte Patrick nach.
„FÜR einen Vulkanier ist er lustig, lass Dich einfach überraschen.

Svea drückte auf die Fläche für den Türöffner und gemeinsam betraten sie den Holoraum.

Holoabenteuer

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