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Chapter 22 by ThormGravis

Um wen handelt es sich?

Freddy Benson

Warum? Max schüttelte fassungslos den Kopf und verwünschte ihr nicht vorhandenes Glück. Warum um alles in der Welt, musste sie hier und jetzt gerade Freddy Benson begegnen? Einerseits war Freddy Benson der Besitzer einiger Nachtclubs und Stundenhotels in diesem und den benachbarten Blöcken. Außerdem fungierte er als Drogendealer, Zuhälter, Pornoproduzent, Schutzgelderpresser, Hehler, Kredithai und Vermittler für alle möglichen illegalen und unmoralischen Aktivitäten. Wenn es seit dem Untergang der alten Mafia so etwas noch gab, konnte man ihn als eine Art Möchtegern-Paten dieses Viertels bezeichnen. Er war bei Weitem nicht so einflussreich und mächtig wie er sich selbst gern sah und darstellte, doch musste man ihm einen gewissen Erfolg in seinen kriminellen Aktivitäten zugestehen. Er hatte mit einer kleinen Truppe von Schlägern die lokalen Kleinkriminellen aus dem Geschäft gedrängt, von sich abhängig gemacht, durch korrupte Bullen aus dem Verkehr ziehen lassen oder einfach krankenhausreif geprügelt oder gar umgebracht.

Dies war schon unangenehm genug, doch gab es noch ein zweites Problem, mit dem Max sich jetzt auseinandersetzen musste, denn Freddy gehörte wie sie selbst zu den geflüchteten und vom Militär gesuchten, genetisch aufgebesserten Menschen. Er hatte andere Veränderungen durchlaufen als Max, soweit sie sich daran erinnern konnte. Er war nicht mit Katzen-DNA in Verbindung gekommen und daher nicht so schnell, akrobatisch und geschickt wie Max. Stattdessen hatte man seiner DNA die einer Bulldogge und eines Bären beigemischt, wenn die Akten, die Max einst gestohlen hatte, nicht logen. Ganz ohne Zweifel war Freddy wesentlich stärker und robuster als so ziemlich alle anderen Menschen, rein optisch hatte er durch die Neuordnung seines Erbgutes jedoch weniger Glück gehabt. Er war zwar groß und hatte starke Arme, aber auch ein feistes, ausgesprochen unangenehmes Gesicht, einen starken Haarwuchs (auch am Körper) und neigte zur Fettleibigkeit. Er leckte sich bei Max´ Anblick über die wulstigen Lippen und entblößte dabei Zähne, die entfernt an Hauer erinnerten. Und er war nicht allein gekommen. Vier seiner Schläger begleiteten ihn.

"Was willst du von mir, Freddy? Ich hab zu tun." Max gab sich betont lässig und stemmte die Hände in die Hüften.

"Oh, da gibt es einiges." Freddy sog geräuschvoll die Luft durch die Nase ein als versuche er eine Witterung aufzunehmen. Dann zählte er auf: "Erstens treibt mich wie gesagt die Neugier her. Zweitens erinnere ich mich daran, dass du mir noch eine Menge Geld schuldest, Kleine. Was noch? Ach ja: Drittens hätte ich nichts dagegen, deinen geilen Arsch zu ficken, bis dein Verstand sich verabschiedet. Und wenn ich dich so ansehen, würde ich behaupten dass die Gerüchte stimmen, die ich gehört habe. Ich sollte dir vielleicht ein Angebot für einen Job in einem meiner Filmstudios machen. Was hältst du von der Idee?"

"Nicht viel. Eigentlich sogar gar nichts. Und dein Geld bekommst du schon. Wenn ich dich dran erinnern darf, habe ich noch eine Frist von zwei Wochen, um es zurückzuzahlen. Als mach mich nicht blöd von der Seite an."

"Es sind noch genau elf Tage und nicht zwei ganze Wochen. Aber wir können über eine Verlängerung der Frist verhandeln, wenn du ein wenig nett zu mir bist." Er verschluckte sich angesichts dieser Vorstellung fast vor Lachen.

"Gut. Elf Tage. Schön dass du mich dran erinnert hast. Kann ich mich jetzt um meine Angelegenheiten kümmern oder hast du noch was zu sagen?"

"Ja, hab ich in der Tat." Er gluckste wieder vor Lachen und seine Stimme überschlug sich beinahe. "Ich habe auch Gerüchte gehört, du hättest deinen Sektorpass verloren. Wenn schon das mit deinen Monstertitten stimmt, dann vielleicht auch dieses Gerücht. Ich nehme an, du bist auf dem Weg zu Jimmy, um dir einen Ersatz zu besorgen. Ich muss dir fairerweise mitteilen, dass ich Jimmy schon angerufen und ihm einen Deal vorgeschlagen habe." Er grinste böse. "Aber sicher sein kann ich mir da natürlich nicht. Jimmy wird es schwer haben, sich zwischen meinem Geld und deinen Reizen zu entscheiden und vielleicht zieht er eine Nacht auf dir einem Koffer voll Geld vor. Denkbar. Ich würde es machen."

Max funkelte ihn aus kalten Augen an. Dieses Schwein nutzte ihre Situation erbarmungslos aus. Am liebsten würde sie ihn hier und jetzt fertig machen, allerdings war er ein ernstzunehmender Gegner und hatte vier Helfershelfer dabei - oder vielleicht sogar noch mehr. Freddy spielte selten mit offenen Karten.

"Hat es dir die Sprache verschlagen, sexy Maxy?" Er genoss den Moment. "Wo waren wir? Ach ja, Jimmy. Vielleicht macht er dir einen Ersatzpass. Aber ich kenne rein zufällig jemanden, der dein Original hat." Er zog ein Etui aus der Brusttasche seines durchgeschwitzten Hemdes, das exakt jenem glich, in dem Max ihren Sektorpass aufbewahrte. "Und ich habe bekanntlich ganz gute Verbindungen zu den Bullen. Was die wohl sagen, wenn du einen gefälschten Sektorpass benutzen solltest?"

Max atmete schwer durch. Sie wusste, dass sie verloren hatte. Nun galt es, den entstandenen Schaden einzudämmen. "Okay. Du hast gewonnen, Freddy. Wie soll der Deal aussehen?"

Welchen Deal hat Freddy im Sinn?

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