Darf der Gast seine 'Studie' vertiefen?

Nicht jetzt

Chapter 28 by gruetze

Doch bevor der Mann seine Untersuchungen vertiefen konnte, erhob Maya sich mit einer eleganten Bewegung. Sie legte eine Hand auf den Arm des Gastes, ein Lächeln auf den Lippen, das sowohl Dankbarkeit als auch eine sanfte Grenzziehung ausdrückte. „So verführerisch das Angebot auch ist“, sagte sie mit ihrer gewohnten Souveränität, während sie Julius sanft an der Schulter berührte, „ich kann es mir schlichtweg nicht leisten, mein schwarzes Bunny so lange an der Bar zu entbehren. Die Gäste dürsten, und seine Anwesenheit ist... unverzichtbar.“ Mit einem letzten, wissenden Blick zum Gast bedeutete sie Julius, wieder aufzustehen, wobei die unterschwellige Spannung zwischen ihnen nun noch intensiver war als zuvor.
Julius zog sich mit einem letzten, fast schüchternen Blick zurück in den geschützten Raum hinter die Bar. Während er die wenigen Schritte zurücklegte, bemerkte er mit einer gewissen Genugtuung, wie sicher sein Gang geworden war. Das anfängliche Taumeln auf den hohen Absätzen war einer fließenden, fast schon rhythmischen Bewegung gewichen. Die Schuhe fühlten sich nicht mehr wie Fremdkörper an, sondern wie eine natürliche Erweiterung seiner Gestalt, die ihm eine neue, aufrechte Haltung verlieh, die gleichzeitig zerbrechlich und elegant wirkte. Er spürte das leichte Ziehen in seinen Waden, doch es war ein angenehmes Gefühl der Spannung, das perfekt zu der elektrisierenden Atmosphäre des *L’Éclipse* passte.
Doch die Sicherheit, die er durch den geschützten Bereich der Bar gewann, wurde schnell durch eine neue Welle der Aufmerksamkeit ersetzt. Sobald er wieder in Position war, die Bestellungen entgegenzunehmen, bemerkte er, dass die Blicke der Gäste nun eine andere Qualität hatten. Es war nicht mehr nur die allgemeine Neugier auf das exotische Etablissement; die Zuschauer des kleinen „Spank-Spektakels“ hatten seine Position markiert. Besonders die männlichen Gäste musterten ihn nun mit einer Mischung aus Begehren und einer fordernden Dominanz. Die Perücke, die seine Züge weich zeichnete, und das Wissen um seine Unterwürfigkeit machten ihn zu einem Magneten für jene, die Macht auszuüben liebten.
Es begann mit kleinen Gesten. Ein Gast streckte die Hand aus, nicht um ein Getränk zu nehmen, sondern um „zufällig“ seinen Handrücken über Julius Hand zu streichen, während er eine Bestellung aufgab. Ein anderer flüsterte ihm Komplimente über seine zierliche Taille zu, die durch das eng anliegende Bunny-Outfit betont wurde. Die Luft hinter der Bar war plötzlich geladen mit einer Spannung, die Julius fast körperlich spürte. Er spürte, wie die Blicke der Männer wie eine Berührung auf seiner Haut lasteten, besonders auf dem roten Handabdruck auf seinem Gesäß und die Erinnerung an den kräftigen Schlag auf seinen Po ließ seine Knie weich werden. Der Cage an seinem Unterleib fühlte sich in diesem Moment nicht mehr nur wie eine Einschränkung an, sondern wie ein Verstärker für jede noch so kleine Aufmerksamkeit.
Maya beobachtete das Ganze aus einer Distanz, einem wissenden Lächeln auf den Lippen. Sie genoss es sichtlich, wie Julius unter der Last dieser männlichen Blicke fast zu schmelzen begann. Sie sah, wie er versuchte, professionell zu bleiben, während seine Finger leicht zitterten und seine Wangen eine dauerhafte Röte annahmen. Für sie war er in diesem Moment das perfekte Accessoire: schön, unterwürfig und für alle sichtbar begehrt. Sie ließ ihn absichtlich ein wenig länger auf sich alleine gestellt, um ihn die Gier der Gäste spüren zu lassen. Außerdem hatte sie ja vor ihm heute ihre eigene devote Seite zu zeigen.
Maya spürte, wie die Elektrizität der Situation auch in ihr nachhallte. Die kurze, öffentliche Zurschaustellung ihrer Unterwürfigkeit unter dem Gast hatte eine Glut in ihr entfacht, die nun pulsierend in ihrem Unterleib arbeitete. Während sie den Raum überblickt, bemerkt sie, wie die Aufmerksamkeit der Männer nicht nur Julius galt; auch sie wurde nun mit einer neuen, fast schon fordernden Intensität gemustert. Gelegentlich streift eine Hand, fast beiläufig, beim Vorbeigehen über die Rundung ihres Gesäßes, ein kurzer, besitzergreifender Moment, der sie jedes Mal leicht erschauern lässt. Es war ein Spiel mit dem Feuer, das sie normalerweise kontrollierte, doch heute fühlte sie sich ungewohnt durchlässig.

In ihrem Geist begann ein gefährliches Szenario Gestalt anzunehmen. Sie stellte sich vor, wie sie vor den Augen von Julius einem der Gäste vollkommen huldigen würde – wie sie seine Anweisungen ohne Widerspruch ausführen würde, während Julius zusehen musste, wie seine Herrin selbst zum Objekt degradiert wird. Der Gedanke, seine Verwirrung und seine gleichzeitige Erregung zu sehen, während sie ihre eigene Dominanz für einen Moment aufgab, löste einen kleinen Schauer an ihrem Rücken aus. Doch sie zügelte den Impuls. Solche Experimente bedurften der richtigen Bühne und des richtigen Gegenübers; für den Moment blieben diese Bilder ein privater, glühender Schatz in ihrem Kopf.

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