Probiert er sie an?
Alleine probiert er sie an
Julius spürte, wie die Anspannung in seinen Schultern nachließ. Ihre Worte wirkten wie ein Balsam auf seine Unsicherheit. Es war die Art, wie sie ihn sah. "Ich probiere es. Alleine. Und wenn es okay ist rufe ich dich." Sie grinste triumphierend drehte sich wortlos um und lies ihn mit der Unterwäsche alleine. Langsam griff er nach dem schwarzen Spitzenhöschen. Der Stoff fühlte sich unter seinen Fingerspitzen unglaublich leicht und kühl an, ein krasser Gegensatz zu allem, was er bisher getragen hatte – mit Ausnahme des letzten Abends.
Als er den feinen Stoff über seine glatten Beine zog, hielt Julius den Atem an. Die Spitze war kaum mehr als eine textile Membran, ein Hauch von Schwarz, der sich mit einer fast schon aufdringlichen Intimität an seine frisch rasierte Haut schmiegte. Es war ein seltsames Gefühl. Die dünnen Bänder waren widerspenstig und glitten ihm immer wieder aus den Fingern; er verwickelte sich beinahe in dem komplizierten Netz aus Seidenfäden, während er versuchte, die Logik hinter dieser Konstruktion zu verstehen.
Schritt für Schritt arbeitete er sich durch das Ensemble. Der Strapshalter schnappte mit einem leisen, metallischen Geräusch an seinem Bein fest, und die Bänder umschlossen seine Oberschenkel wie ein zärtliches Versprechen. Dann kam der kleine BH, dessen zarte Träger kaum spürbar auf seinen Schultern lasten. Als er das goldene Kettchen im Dekolleté schloss, spürte er, wie sich ein warmer Strom von Erregung und Verwirrung in ihm ausbreitete. Sein rationaler Verstand, der Teil von ihm, der noch in den Hörsälen der Universität saß, schrie auf, dass dies absurd, falsch und völlig außerhalb jeder Norm war. Doch ein anderer Teil – ein tiefer, instinktiver Teil – genoss die Art, wie sich die Kleidung an ihn schmiegte. Er fühlte sich nicht mehr wie ein unsicherer Junge. Ee fühlte sich begehrenswert. Julius drehte sich im Raum um, suchte nach einem Spiegel, um zu sehen, was er eigentlich geworden war. Doch das Zimmer hatte keinen. Er brauchte eine Bestätigung, ein Urteil, einen Blick, der ihm sagte, ob dieses Experiment gelungen war. Er rang mit sich alles wieder auszuziehen, oder sich Maya zu zeigen.
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