What's next?
Reine mechanische Arbeit
Die schwere Altbautür fiel ins Schloss, und der Koffer aus schwarzem Aluminium landete mit einem dumpfen Ton auf dem massiven Eichentisch im Wohnzimmer. Der Neuköllner Micro-Käfig schmiegte sich eiskalt und unnachgiebig an mein Schambein; die fünfunddreißig Millimeter aus mattem Chirurgenstahl pressten mein Fleisch so flach an die Dammnaht, dass jeder Schritt einen stechenden Druck durch mein Becken jagte.
Loona streifte ihren Wollmantel ab und warf ihn lässig über die Lehne der Couch. Sie zog ihr Smartphone aus der Tasche, tippte mit ihren langen Fingernägeln eine kurze Nachricht ein und blickte mit einem berechnenden Glanz zu mir herüber.
„Soeben erledigt“, sagte sie mit samtener Beiläufigkeit und legte das Telefon neben den Koffer. „Ich habe Emma einbestellt. Sie soll in einer halben Stunde hier sein – im schicken Kleid. Sie weiß natürlich noch nicht, warum, aber angesichts des Materials, das ich über sie in den Händen halte, wird sie pünktlich auf der Matte stehen. Wir weihen das Neuköllner Werkstück heute standesgemäß ein.“
Mein Herz setzte einen Schlag aus. Doch bevor ich auch nur einen Gedanken fassen konnte, schnitt ihre Stimme bereits wieder durch den Raum:
„Zieh dich aus, John. Vollständig. Und bring mir das Gleitgel aus dem Bad. Emma müsste jeden Moment hier sein.“
Ich schluckte schwer, die Kehle wie zugeschnürt. Ich streifte Pullover, T-Shirt und die weite Stoffhose ab, bis ich nackt auf dem geölten Parkett stand. Die Kontur des Chirurgenstahls war im warmen Deckenlicht gnadenlos sichtbar: der asymmetrische Ring, der Zylinderverschluss ohne Vorhängeschloss, die winzige Hülse und die feine, scharfe Lasergravur *Loonas Eigentum*. Ich holte die Tube und stellte sie gehorsam auf den Tisch.
Kurz darauf schrillte der Summer der Gegensprechanlage. Loona drückte den Türöffner, ohne ein Wort hineinzusprechen.
Draußen im Flur klackten spitze Absätze auf den Steinstufen. Die Wohnungstür öffnete sich zögernd, und Emma trat herein.
Sie hatte sich genau an die knappe Anweisung gehalten, die Loona ihr geschickt hatte: Sie trug ein elegantes, eng anliegendes Cocktailkleid aus dunkelblauem Satin, feine Nylonstrümpfe und hohe Pumps. Ihre blonden Haare fielen in makellosen Wellen über die Schultern, das Make-up saß perfekt. Doch die Anspannung stand ihr ins Gesicht geschrieben. Sie wusste, dass sie hierher zitiert worden war, ohne den Grund zu kennen – gefangen im eisernen Griff des kompromittierenden Materials, das Loona gegen sie in der Hand hielt.
„Ich bin da, Loona“, sagte Emma bemüht gefasst, schloss die Tür hinter sich und trat ins Wohnzimmer. „Was soll das Theater? Du hast gesagt, ich soll mich schick machen—“
Ihr Satz erstarb mitten im Wort.
Emmas Blick traf mich. Ich stand wenige Meter von ihr entfernt, völlig nackt, die Hände hinter dem Rücken gefaltet. Ihre Augen wanderten unwillkürlich an meinem Körper herab und blieben wie festgebannt an meiner Scham hängen.
Sekundenlang herrschte absolute Stille im Raum. Dann zuckte ein Mundwinkel der Notarstochter nach oben. Das anfängliche Entsetzen über den Anblick wich einem spöttischen, giftigen Funkeln in ihren Augen.
„Mein Gott, John…“, hauchte sie leise, und ein gehässiges Kichern entwich ihren Lippen. „Was zum Teufel ist das denn? Hat sie dir dein Spielzeug jetzt auf Zwergenmaß zurechtfeilen lassen? Das ist ja… das ist ja lächerlich.“
Mein Gesicht brannte wie Feuer. Vor der Frau so dazustehen, die mich an der Charité ohnehin mit hochmütiger Verachtung strafte, ließ mein Inneres zerreißen. Sie sah das eingekerkerte, verkümmert wirkende Fleisch, das unter den fünfunddreißig Millimetern Chirurgenstahl förmlich erstickte.
Loona schenkte sich ein Glas Weißwein ein und setzte sich gelassen in den Ohrensessel.
„Amüsiert es dich, Emma?“, fragte sie sanft, doch in ihrem Tonfall lauerte eine Kälte, die Emma sofort den Spott im Hals stecken bleiben ließ. Loona nahm die Fernbedienung des Fernsehers, tippte auf ihr Smartphone und ließ auf dem großen Flachbildschirm an der Wand ein Dokument aufblitzen – die digitale Akte mit Emmas manipulierten Prüfungsdaten und den Mitschnitten aus dem Notariat.
Emma erstarrte. Die Farbe wich aus ihren Wangen.
„Du lachst über mein Eigentum, obwohl deine gesamte Zukunft an einem einzigen Klick von mir hängt“, sagte Loona schneidend. „Wir testen heute die Neuanschaffung. Und da du John an der Uni so gern von oben herab behandelst, darfst du heute seinen neuen Nutzen spüren.“
Loona erhob sich, trat an den Aluminiumkoffer auf dem Tisch und klappte ihn mit zwei satten Klicks auf.
Emma trat unwillkürlich einen Schritt näher, angezogen von einer morbiden Faszination. Ihre Augen weiteten sich, als sie die vier massiven Penissonden aus Platin-Silikon im Schaumstoff liegen sah.
Loona griff nach der mittleren Ausführung: zwanzig Zentimeter fleischfarbenes, prall geadertes Silikon, von einer Dicke, die jeden natürlichen Maßstab sprengte. An der Basis blitzte der massive Edelstahlgewindebolzen.
„Komm her, John“, befahl Loona.
Ich trat vor sie. Loona kniete sich nicht hin; sie blieb stehen und wies mich an, die Beine zu öffnen. Vor Emmas gebanntem, ungläubigem Blick setzte Loona den Gewindebolzen an die zentrierte M10-Bohrung der Frontplatte an. Das Metall griff lautlos. Mit ruhigen, gleichmäßigen Drehungen schraubte sie den gewaltigen Silikonschaft vor meinen Käfig.
Emma starrte auf das Geschehen. Ein ungläubiges, fast hysterisches Kopfschütteln überkam sie. „Das… das meinst du nicht ernst. Das ist eine Maschine. Du willst, dass er… mit *dem Ding*—“
„Er wird dich nehmen, Emma. Ganz tief. Und du wirst jeden Zentimeter davon schlucken“, sagte Loona mit unerbittlicher Härte und zog die Verschraubung handfest an. Sie klopfte gegen den starren Silikonschaft. „Kein Ausweichen. Kein Gezicke. Wenn du dich weigerst, geht der Ordner noch heute Nacht an das Prüfungsamt der Charité und an die Sozietät deines Vaters.“
Emma presste die Lippen aufeinander. Ihre Augen funkelten vor Zorn und gekränktem Stolz. Sie weinte nicht – dafür war ihr Hass zu tief, ihre bürgerliche Fassade zu dick gepanzert. Doch als sie auf den Bildschirm sah und dann wieder zu Loona, wusste sie, dass sie keine Wahl hatte.
„Du bist krank, Loona“, presste Emma zwischen den Zähnen hervor.
„Zieh das Kleid hoch und beug dich über den Tisch. Sofort“, erwiderte Loona unbeeindruckt.
Emma atmete stoßweise aus. Sie griff nach dem Saum ihres dunkelblauen Satinkleides, raffte den edlen Stoff bis zu den Hüften hoch und schob ihren Spitzenstring beiseite. Mit steifen Gliedern trat sie an den massiven Esstisch, stützte die Hände auf die Eichenplatte und beugte den Oberkörper nach vorn. Sie wandte den Kopf zur Seite, die Zähne fest aufeinandergebissen, um mir nicht ins Gesicht sehen zu müssen.
Loona nahm die Tube, verteilte eine großzügige Menge Gel über die Silikoneichel und wandte sich an mich. Ihre Hand legte sich an meinen Nacken, zog mein Gesicht sanft an ihre Wange und hauchte mir ins Ohr:
„Nimm sie, John. Zeig ihr, wie gut mein neues Werkzeug funktioniert. Bis sie kommt. Nicht eher.“
Ich trat hinter Emma. Mein Herz hämmerte wie rasend. Ich setzte die dicke, kühle Silikonspitze an ihren feuchten Eingang an.
Mit beiden Händen umfasste ich ihre schmalen Hüften und stieß die Hüfte nach vorn.
Emma keuchte rau auf, ihr ganzer Körper spannte sich wie eine Sehne, als das monströse Silikon ihren Widerstand überwand und sich unerbittlich in sie hineinschob.
Für mich war das Gefühl ein blanker Albtraum aus Taubheit und Schmerz. Mein eigenes Fleisch spürte von ihrer Wärme, ihrer Feuchtigkeit nicht den geringsten Hauch. Es war tief in der kalten Stahlhülse vergraben. Doch der Widerstand ihres Körpers übertrug sich über das M10-Gewinde ungefiltert auf den Basisring an meinem Schambein. Bei jedem Stoß rammte sich die untere Stahlkante brutal in meine gereizte Dammnaht. Es war reine mechanische Schwerarbeit. Ich war kein Liebhaber, ich war der Motor, der Kolben einer Maschine.
„Weiter, John“, befahl Loona gelassen vom Sessel aus, nippte an ihrem Wein und sah dem Spektakel mit kühlem Vergnügen zu. „Tiefer. Bis zum Anschlag.“
Ich stieß zu. Wieder und wieder. Das Klatschen von Haut auf Haut hallte durch das Altbauzimmer. Emma biss sich auf die Lippen, krallte die lackierten Nägel tief in das Holz der Tischplatte. Sie wehrte sich gegen die Empfindung, doch die schiere Dimension der Prothese füllte sie so vollkommen aus, dass ihr Körper unweigerlich zu reagieren begann.
Ihre Atmung ging schneller, unregelmäßiger. Die anfängliche Abscheu in ihren Keuchlauten wandelte sich in heisere, erstickte Stöße.
„Du… elender… Bastard…“, stieß sie hervor, doch ihre Schenkel begannen unkontrolliert zu zittern. Sie warf den Kopf in den Nacken, die Wangen glühten rot.
Mein Schambein brannte wie Feuer unter den Schlägen des Rings. Mein eingesperrter Schaft versuchte unwillkürlich anzuschwellen, doch die fünfunddreißig Millimeter Chirurgenstahl erstickten jede Regung sofort mit stechendem Kompressionsschmerz. Ich schwitzte, keuchte, rammte das fremde Silikon in ihren Leib – getrieben allein von dem Willen, Loonas Befehl zu vollenden.
Nach endlosen Minuten unerbittlicher Stöße riss Emmas Beherrschung endgültig. Ihre Muskeln krampften sich gewaltsam um den Schaft, ein schrilles, ersticktes Stöhnen brach aus ihrer Kehle, und ihr ganzer Körper bebte in einem heftigen Orgasmus. Ihre Knie gaben nach; sie sackte vornüber auf den Tisch und blieb keuchend, mit fliegender Brust liegen.
Ich zog die Silikonattrappe langsam aus ihr heraus.
Erschöpft und zitternd trat ich einen Schritt zurück. Die Haut um meine Scham war dunkelrot gequetscht vom Druck des Rings, doch die M10-Verschraubung saß millimetergenau wie zuvor – keine Lockerung, kein Verbiegen.
Emma lag noch immer vornüber gebeugt auf der Tischplatte, die Handflächen flach auf das geölte Holz gepresst. Ihre Schultern hoben und senkten sich in stoßweisen Atemzügen. Das tiefblaue Satinkleid war an ihren Oberschenkeln zusammengerafft, und ihr feuchter Schoss glänzte im Deckenlicht. Sie zitterte am ganzen Körper – nicht allein vor Erschöpfung, sondern vor einer tiefen, aufwühlenden Zerrissenheit.
Loona nippte ungerührt an ihrem Weinglas und musterte die Szene mit kühler Präzision. Ein gefährliches, amüsiertes Lächeln umspielte ihre Lippen.
„Na sieh mal an“, stellte sie mit samtener Stimme fest. „Du bist zwar einmal gekommen, Emma, aber dein Körper ist noch lange nicht fertig mit ihm. Du willst mehr von diesem kalten Kolben, nicht wahr?“
„Nein…“, brachte Emma keuchend hervor, doch ihre Stimme klang brüchig, ohne die gewohnte Arroganz. Ihre Beine zuckten unruhig gegeneinander.
„Lüg mich nicht an“, schnitt Loona ihren schwachen Protest ab. Sie stellte das Glas ab und wandte sich mit einem knappen Nicken an mich. „Gleich noch einmal, John. Aber diesmal nimmst du dir Zeit. Mach sie richtig fertig. Lass sie spüren, wie sehr ihr dieser gefühllose Ersatz gefällt.“
Ich trat wieder heran. Meine Oberschenkel brannten vor Anstrengung, und mein eigenes Fleisch war tief in den fünfunddreißig Millimetern Chirurgenstahl eingesperrt, ohne den geringsten Hauch von Berührung zu empfinden. Ich packte Emma an den Hüften und führte die pralle Silikonspitze erneut an ihren Eingang.
Mit einem langsamen, unnachgiebigen Druck schob ich die volle Länge wieder in sie hinein.
Emma stieß ein langes, heiseres Keuchen aus. Diesmal krampfte sie sich nicht abwehrend zusammen; ihre Muskeln nahmen das übermächtige Silikon förmlich auf. Ein unwillkürliches Wimmern entglitt ihren Lippen, und sie presste ihr Becken gegen den Widerstand nach hinten. Die pure Scham, von einem willenlosen Werkzeug und einem leblosen Gegenstand derart übermannt zu werden, schien ihre Erregung nur noch weiter anzuheizen.
Ich stieß in gleichmäßigem, mechanischem Rhythmus zu. Das Klatschen von Haut hallte durch den Raum. Emma warf den Kopf in den Nacken, ihre Wangen glühten dunkelrot, und ihr Schluchzen wandelte sich in schamlose, unverhohlene Laute der Lust. Sie hasste mich, sie verachtete diese Situation – und doch verlor sie die Beherrschung vor den Augen ihrer Erpresserin.
„Gott… verflucht… ja…“, entfuhr es ihr mit erstickter Stimme.
Ihre Schenkel vibrierten, ihre Hände griffen ins Leere, ehe sie von einer zweiten, noch heftigeren Orgasmuswelle erfasst wurde. Ein spitzer Laut brach aus ihrer Kehle, und ihre Beckenbodenmuskeln pulsierten minutenlang rhythmisch um den starren Schaft. Schließlich sackte sie vollkommen kraftlos in sich zusammen, die Wange auf das kühle Holz gelegt, unfähig, sich auf den Beinen zu halten.
Ich hielt inne und zog die Attrappe behutsam aus ihr heraus. Mein eigener Schambereich pochte dumpf vom wiederholten Aufprall des Rings, doch es war ein reiner Gewebeschmerz, keine Schnitt- oder Risswunde.
Loona trat gelassen an den Tisch heran. Sie strich Emma mit zwei Fingern beinahe herablassend über die schweißnassen Schläfenhaare.
„Steh auf, Emma“, befahl sie leise. „Zieh dich an. Und bedank dich gefälligst bei mir für diese Lektion.“
Emma stützte sich mühsam an der Kante ab. Ihre Beine zitterten so heftig, dass sie fast das Gleichgewicht verlor, als sie ihr Satinkleid nach unten strich und den String richtete. In ihren Augen lag eine zerstörerische Mischung aus blanker Demütigung, Schock über ihr eigenes Verlangen und tiefer Verbitterung. Sie wusste, dass sie von Loona nicht nur erpresst, sondern auch innerlich entblößt worden war.
Sie schluckte schwer, senkte den Blick auf den Dielenboden und brachte mit heiserer, belegter Stimme hervor:
„Danke… Loona.“
„Sehr brav“, erwiderte Loona kühl. „Nimm deine Tasche und verschwinde. Du weißt, was passiert, wenn du an der Charité den Mund aufmachst.“
Emma griff mit fahrigen Fingern nach ihrer Handtasche und hastete aus dem Zimmer, ohne mich auch nur eines einzigen Blickes zu würdigen. Kurz darauf fiel die schwere Wohnungstür ins Schloss.
Nun waren wir allein. Die Stille im Wohnzimmer war greifbar.
Loona wandte sich langsam zu mir um. Ihr Ausdruck wandelte sich: Die schneidende Härte wich jener ruhigen, besitzergreifenden Gründlichkeit, die mir jedes Mal die Kehle zuschnürte.
„Bleib genau so stehen, John“, wies sie mich an.
Sie trat an mich heran, fasste die feuchte Silikonattrappe mit beiden Händen und drehte sie vorsichtig aus der Frontplatte meines Käfigs. Das M10-Gewinde löste sich sauber, ohne zu klemmen. Sie legte die Sonde auf ein Papiertuch und kniete sich dann ruhig vor mir auf den Teppich.
Ihre schlanken Hände griffen um mein Becken. Mit kühlen Fingern strich sie behutsam über die Hautränder entlang des maßgefertigten Rings. Sie drückte tastend auf mein Schambein, prüfte die Dammnaht und musterte die Rötung mit dem geschulten Blick einer Aufseherin.
„Wie fühlt es sich an?“, fragte sie sachlich, ohne den Blick von meinem versiegelten Fleisch abzuwenden. „Hast du stechende Schmerzen an der Knochenhaut?“
„Nein…“, antwortete ich wahrheitsgemäß, wenn auch mit rauer Stimme. „Es drückt nur. Ein dumpfer, schwerer Druck… wie ein blauer Fleck.“
„Und der Damm? Scheuert die Kante bei Belastung?“
„Nein, Loona. Die Aussparung… sie federt es gut ab.“
Sie nickte zufrieden und strich mit der Daumenkuppe sanft über die rote Druckstelle an meiner Leiste, ein überraschend kühler, zärtlicher Kontrast zu der vorangegangenen Brutalität.
„Die Manufaktur hat hervorragende Arbeit geleistet“, stellte sie fest und sah nun zu mir auf. Ihre smaragdgrünen Augen ruhten forschend auf meinem Gesicht. „Keine Schwellungen, keine Risse im Gewebe. Wenn du den Winkel sauber hältst, kannst du diese Belastung mehrmals pro Woche aushalten, ohne dass dein Körper Schaden nimmt. Du bist stabil gebaut.“
Sie stand auf, strich ihr Kleid glatt und tippte mit dem Zeigefinger leicht gegen die Stirnseite des Käfigs, auf der die Gravur *Loonas Eigentum* matt glänzte.
„Und wie geht es deinem Kopf, John?“, fragte sie mit leiser, beiläufiger Schärfe. „Du hast ihr gerade vor meinen Augen die Beherrschung geraubt – und dein eigenes Fleisch hat keinen einzigen Zentimeter davon berührt. Es war reine mechanische Arbeit für dich.“
„Es… fühlt sich seltsam an“, flüsterte ich und senkte beschämt den Blick. „Ich habe nichts gespürt. Gar nichts. Nur die Kälte des Metalls.“
Loona neigte den Kopf leicht zur Seite, ein feines, forschendes Lächeln auf den geschminkten Lippen.
„Und trotzdem hat dein Körper funktioniert wie ein Uhrwerk“, sagte sie sanft, trat einen Schritt näher und legte zwei kühle Fingerspitzen unter mein Kinn. Sie zwang mein Gesicht nach oben, bis meine Augen ihre smaragdgrünen Iriden fixieren mussten. „Du hast ihr vorhin jeden Funken Stolz aus dem Leib gerammt. Ausgerechnet der arroganten Notarstochter, die dich im Hörsaal nicht einmal mit dem Hintern ansieht. Vergiss nicht, wer dir diese Macht überhaupt erst in die Hände gelegt hat. Wer hat dir erlaubt, sie zu nehmen, John?“
Ein Schauer lief mir über den Rücken. Die perfide Logik ihrer Worte grub sich tief in mein Bewusstsein ein: Sie hatte mich vor Emma nackt entblößt, versiegelt und zu einem leblosen Stoßkolben degradiert – und doch stellte sie es nun so dar, als sei es ein unerhörtes Privileg gewesen. Mein eigener Verstand war so von Scham, Erschöpfung und ihrer Nähe betäubt, dass ich das Bedürfnis spürte, genau diese Fiktion zu bedienen.
Ich sank langsam vor ihr auf die Knie. Der kühle Chirurgenstahl drückte hart gegen mein Schambein, die Lasergravur *Loonas Eigentum* glänzte im Deckenlicht. Ich blickte zu ihr auf, schluckte schwer und brachte mit erstickter, ehrlicher Demut hervor:
„Danke… danke, Loona. Danke, dass ich sie nehmen durfte.“
Loonas Augen blitzten vor vollendeter Genugtuung auf. Sie strich mir mit den Nägeln fast zärtlich durch das Haar, als belohne sie einen abgerichteten Jagdhund.
„Brav, mein Werkzeug“, hauchte sie mit samtener Wärme. „Sieh es dir gut an: Wenn du folgst, schenke ich dir Triumphe, von denen andere nur träumen können – selbst wenn du dabei im Käfig sitzt. Und jetzt hol dir einen feuchten Lappen, mach den Tisch sauber und säubere die Sonde gründlich mit warmem Wasser und Seife. Danach gehst du duschen.“
„Ja, Loona“, flüsterte ich und neigte den Kopf.
Sie wandte sich um und ging in Richtung Flur, blieb an der Türschwelle jedoch noch einmal stehen.
„Wenn du alles ordentlich erledigt hast, darfst du dich ausruhen“, fügte sie mit einem Tonfall fast mütterlicher Fürsorge hinzu. „Du hast dir heute eine Pause verdient.“
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