What's next?
Paul's Bierkeller fünfzehn
Fragt mich bitte nicht, wie lange ich da auf dem Tisch im Land der Ekstase gewesen bin.
Ich hatte keine Ahnung, wie lange es gedauert hatte und wer mich da noch alles – einmal oder mehrfach – gefickt hatte. Es war einfach nur geil gewesen. Ich lag noch eine ganze Weile regungslos auf dem alten Holztisch, bis die Wellen irgendwann abebbten und mein Kopf langsam wieder klarer wurde.
Als ich mich schließlich aufrichtete, spürte ich sofort, wie ein gewaltiger, warmer Schwall Sperma aus meiner Fotze lief und auf den Tisch tropfte. Die Innenseiten meiner Oberschenkel glänzten nass und klebrig. Ich blinzelte und sah mich im Raum um.
Die drei Opas saßen immer noch an ihrem Tisch, der Wirt stand hinter der Theke, und die beiden Männer, die vorher an der Theke gesessen hatten, waren ebenfalls noch da. Doch dazu gesellten sich jetzt sechs weitere Typen, die sich offensichtlich gut mit den beiden kannten. Sie unterhielten sich lachend, grinsten in meine Richtung und musterten meinen nackten, vollgespritzten Körper ganz offen. Mir wurde klar, dass auch diese sechs mich gefickt haben mussten – wahrscheinlich mehrfach. Ich hatte davon nur noch verschwommene Bruchstücke mitbekommen.
Ja, ich war überrascht. Aber es störte mich nicht. Es war einfach nur geil gewesen.
„Da ist die kleine Sperma-Fotze ja wieder zur Besinnung gekommen“, sagte Opa eins plötzlich mit einem breiten Grinsen. Er lehnte sich zurück und fügte hinzu: „Ich hoffe, das war okay, dass der Hannes noch ein paar Kumpels angerufen hat.“
Jetzt verstand ich, woher die zusätzlichen sechs Männer gekommen waren.
„Das ist schon okay“, antwortete ich etwas heiser. „War geil.“
Was für eine blöde, direkte Antwort, dachte ich mir im selben Moment. Aber sie entsprach einfach der Wahrheit. Ich hatte keine Erklärung dafür, warum ich plötzlich so unersättlich geworden war. Warum es mir plötzlich egal war, wer mich fickte – solange ich nur gefickt wurde. Die Gedanken darüber schob ich beiseite. Gerade hatte ich Wichtigeres zu klären.
Ich musste mir langsam Gedanken machen, wie ich nach Hause kommen sollte. Und bei dem warmen Wetter wollte ich auf keinen Fall wieder in dieses enge, schwarze Ganzkörper-Kondom steigen.
Zum Glück kam der Wirt mir zuvor. Er holte hinter der Theke ein knallgelbes T-Shirt hervor, das er vor einiger Zeit hatte bedrucken lassen. Auf der Rückseite prangte in großen schwarzen Buchstaben: Paul’s Bierkeller.
„Hier, zieh dir das über“, sagte er und reichte es mir. „Ist zwar eine Nummer zu groß, aber dafür kannst du’s wie ein Kleid tragen.“
Ich nahm es entgegen und zog es über den Kopf. Das Shirt reichte mir tatsächlich bis kurz über die Mitte der Oberschenkel. Zusammen mit meinen schwarzen High Heels sah das knallige Gelb irgendwie frech und gar nicht mal schlecht aus. Zumindest konnte ich damit auf die Straße gehen, ohne sofort festgenommen zu werden.
„Danke“, sagte ich.
Der Wirt grinste und lehnte sich über die Theke.
„Du darfst übrigens gerne öfter vorbeikommen. War eine der besten Stimmungen hier im Laden seit langem.“
Ich wusste nicht genau, was ich darauf antworten sollte. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass ich hier nicht noch einmal auftauchen würde. Solche Extreme wiederholen sich selten – und selbst wenn, würde es wahrscheinlich nicht mehr genauso intensiv sein. Aber wer konnte schon sagen, welche Gedanken ich in ein paar Tagen oder Wochen haben würde?
„Mal sehen“, sagte ich ausweichend und ging Richtung Toilette, um mich wenigstens einigermaßen sauber zu machen.
Als ich zurückkam, hörte ich Opa Nummer eins telefonieren. Der Wirt hielt mich noch kurz mit einer Bemerkung über den Abend auf, sodass ich von dem Gespräch nur Bruchstücke mitbekam:
„Bist du bescheuert…“
„Nein, die ist total willig und geil…“
„Wie du willst, ja mit deinen Kumpels PlayStation spielen…?“
„Hast du sie noch alle…?“
„Was ist denn mit euch los, die ist total willig…“
„Ich hätte so eine Chance nicht ausgelassen…“
„Garantiert besorgt sie es euch. Die ist total willig. Und eine echte Schlampe…“
„Ich habe doch gesagt, wegen deiner Kumpels einfach mit. Das ist garantiert kein Problem…“
„Wie kann man nur so begriffsstutzig sein…“
„Ja, wirklich hundertprozentig…“
Am Ende legte Opa eins auf und schüttelte den Kopf.
„Die Jugend von heute ist total bescheuert. Dass man die bei so einer Gelegenheit noch überreden muss. Unglaublich.“
Die anderen beiden Opas nickten zustimmend.
Als ich wieder an ihren Tisch trat, schaute Opa eins mich an und sagte:
„Ich habe mich darum gekümmert. Mein Enkel bringt dich gleich nach Hause. Er dürfte ungefähr in deinem Alter sein. Also denke ich mal, dass ihr euch verstehen werdet.“
Ich bedankte mich höflich bei ihm.
Endlich hatte ich eine konkrete Möglichkeit, nach Hause zu kommen. Und ich musste nicht länger darüber nachdenken, wie ich halb nackt und ohne Geld durch die Stadt kommen sollte.
Das reichte mir für den Moment völlig.
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