What's next?
Die Reste der anderen
Draußen verebbten die Laute schließlich in ein schweres, gleichmäßiges Atmen. Das Polster knarrte ein letztes Mal, gefolgt von schlurfenden Schritten auf dem Parkett. Das dumpfe Rascheln von Kleidung, das Klirren einer Gürtelschnalle, gedämpfte Worte im Flur.
„War gut… echt gut“, drang Timos heisere, zufriedene Stimme durch das Holz.
„Fand ich auch. Schreib mir später, ja?“, antwortete Loona mit jener samtweichen Leichtigkeit, die mir das Blut in den Adern gefrieren ließ.
Ein dumpfer Klick, das vertraute Geräusch der schweren Altbautür, die ins Schloss fiel, und dann: vollkommene, lastende Stille.
Mein Herz schlug mir bis zum Halse. Meine Finger krallten sich so fest in den Denim meiner Oberschenkel, dass der Stoff riss. Jeder Nerv schrie nach dem Ende dieser Folter.
Schritte näherten sich. Langsam. Gemächlich.
Die Klinke drückte sich herab, und die Tür schwang lautlos auf.
Loona lehnte im Türrahmen. Ihre dunklen Haare fielen ihr leicht zerzaust über die Schultern, das Seidentop war unordentlich in den Bund ihrer Hose gesteckt, und auf ihren Wangen lag noch die verräterische Röte der Anstrengung. Ihr Blick glitt an mir herab – an meinen zitternden Knien auf dem Boden, den geröteten Augen hinter den Brillengläsern und der qualvollen Spannung, die jeden Muskel meines Körpers beherrschte.
In ihrer rechten Hand blitzte das schmale Lederband. Der kleine Messingschlüssel drehte sich träge um ihren Zeigefinger.
„Steh auf und zieh dich aus“, befahl sie leise, ohne jede Eile.
Ich brauchte zwei Anläufe, um mich auf die zittrigen Beine zu hieven. Meine Finger waren taub, als ich das T-Shirt über den Kopf riss und den Gürtel meiner Jeans löste. Der Stoff glitt zu Boden, bis ich vollkommen entblößt im Halbdunkel des Zimmers stand – bis auf das starre, dunkle Harz, das mein Fleisch seit vierzehn endlosen Tagen gefangen hielt. Die Haut darunter war gereizt, tief rot eingekerbt von den Kanten der Ringe.
Sie trat auf mich zu. Ihr Geruch hüllte mich sofort ein – ein schwerer, berauschender Schleier aus ihrem Parfüm, vermischt mit der unverkennbaren, warmen Note von frischem Schweiß und fremder Intimität.
„Auf die Knie“, sagte sie und deutete mit dem Schlüssel auf die Dielen vor ihren Füßen.
Ich sank sofort nach unten.
Loona beugte sich vor. Ihre Finger waren überraschend kühl, als sie das Vorhängeschloss an der Unterseite des Zylinders ertasteten. Der kleine Schlüssel glitt mit einem scharfen, metallischen Klick ins Gehäuse.
Eine halbe Drehung.
Das Schloss sprang auf.
Als sie den Verschlussbolzen herauszog und die beiden Hälften des Harzgehäuses voneinander trennte, strömte die kühle Zimmerluft über meine brennende, gereizte Haut. Der unerträgliche Druck, der mein Becken seit zwei Wochen eingeschnürt hatte, fiel mit einem Schlag ab. Eine Schockwelle aus Erleichterung schoss durch mein Rückgrat; mein ganzer Oberkörper sackte nach vorn, die Hände stützten mich auf dem Parkett ab.
Doch bevor ich auch nur den Hauch einer Bewegung machen konnte, legte sich ihre Hand wie eine eiserne Klammer um mein Handgelenk.
„Nicht berühren“, zischte sie scharf. Ihr Griff schnürte mir fast das Blut ab, während sie mich wieder nach oben zwang, bis ich aufrecht vor ihr kniete. „Keine einzige Bewegung, John. Schau mich an.“
Ich hob den Blick. In ihren smaragdgrünen Augen lag kein Funke von Wärme – nur der absolute, triumphierende Rausch vollkommener Beherrschung.
„Du glaubst doch nicht im Ernst, dass du jetzt einfach bekommst, was du willst?“, flüsterte sie, und ihre Stimme troff vor Verachtung und Lust an meiner Ausweglosigkeit. Sie trat noch einen Schritt näher, sodass der Saum ihrer Kleidung meine nackte Brust berührte. „Du hast brav gewartet, ja. Du hast zugehört, wie er sich genommen hat, was dir niemals gehören wird. Und genau dafür wirst du jetzt büßen – auf meine Art.“
Sie ließ mein Handgelenk los, nur um ihre Hand langsam nach unten gleiten zu lassen, zentimeternah an meinem zuckenden, überreizten Körper vorbei, während sie jedes Zittern meiner Muskeln mit messerscharfem Blick registrierte. Ihr Atem strich heiß über meine Stirn, während ihre Fingerspitzen die empfindlichen Druckstellen am Ansatz meines Beckens umkreisten. Die plötzliche Freiheit brannte fast genauso intensiv wie der Zylinder selbst; die kühle Zimmerluft fühlte sich auf den wunden Einkerbungen an wie Nadelstiche. Jeder Nervenstrang war nach vierzehn Tagen vollkommener Taubheit und Reizüberflutung bis zum Reißen gespannt.
„Du bist so erbärmlich berechenbar, John“, raunte sie, und in ihrer Stimme schwang ein dunkler Spott mit, der mir jede Hoffnung auf Gnade raubte. „Glaubst du wirklich, Freiheit bedeutet, dass du die Kontrolle zurückhast? Dass dein Körper plötzlich wieder dir gehört?“
Ihre Hand legte sich um meinen Nacken. Ihre Finger schlossen sich fest in meinem Haar, rissen meinen Kopf leicht nach hinten und zwangen mich, den Blick starr auf ihr Gesicht gerichtet zu halten. Mit der anderen Hand strich sie langsam, quälend bedächtig über meine gereizte Haut – kein zärtliches Berühren, sondern das kalte Maßnehmen einer Besitzerin, die den Zustand ihres Eigentums begutachtete.
„Ich habe dir versprochen, dich aufzuschließen. Ich habe mein Wort gehalten“, fuhr sie leise fort, während sich ihre Lippen zu einem grausamen Lächeln verzogen. „Aber was jetzt mit dir passiert, bestimme ganz allein ich. Kein eigenmächtiges Zucken. Kein Atemzug ohne meine Erlaubnis.“
Sie trat noch einen halben Schritt näher, schob das Knie zwischen meine Schenkel und presste mich millimetergenau in die Position, die sie verlangte. Der Geruch nach Timo und nach dem, was vor wenigen Minuten auf dem Sofa im Nebenzimmer geschehen war, klebte an ihr wie eine unsichtbare Rüstung. Er schnürte mir die Kehle zu, während gleichzeitig eine unkontrollierbare Welle aus Verzweiflung und Scham durch mein Becken pulsierte. Mein ganzer Körper stand kurz vor dem Kollaps, getrieben von zwei Wochen aufgestauter Hölle.
„Du wolltest es hören. Du wolltest wissen, wie es klingt, wenn ein richtiger Mann sich nimmt, was er will“, flüsterte sie direkt an meinem Ohr, ihre Fingernägel gruben sich schneidend in meine Kopfhaut. „Und jetzt wirst du lernen, was es bedeutet, wenn man dir selbst den letzten Rest verwehrt.“
„Du wolltest es hören. Du wolltest wissen, wie es klingt, wenn ein richtiger Mann sich nimmt, was er will“, flüsterte sie direkt an meinem Ohr, ihre Fingernägel gruben sich schneidend in meine Kopfhaut. „Und jetzt wirst du lernen, was es bedeutet, wenn man dir selbst den letzten Rest verwehrt.“
Ihre Hand glitt tiefer. Nicht zärtlich. Prüfend. Die Finger umschlossen mich, endlich, nach vierzehn Tagen Harz und Leugnung, und der Kontakt war so scharf, dass mir die Luft wegblieb. Die Haut war wund, überempfindlich, jeder Puls ein Schlag. Loona maß den Zustand, als gehöre er ihr – und das tat er.
„Schau nicht weg“, befahl sie. „Du darfst das hier nicht einmal für dich haben.“
Sie bewegte die Hand. Langsam. Zu langsam für Erlösung, zu fest für Hoffnung. Mein Körper zuckte gegen ihren Griff, hilflos, und sie ließ es geschehen, nur um im nächsten Atemzug stillzuhalten, genau dort, wo alles kippte. Ein ersticktes Geräusch stieg mir in die Kehle.
„Nein“, sagte sie leise. „Nicht so.“
Dann zog sie die Hand weg.
Die unterbrochene Welle riss mich auseinander. Es kam trotzdem – nicht als Höhepunkt, sondern als ruiniertes, nutzloses Zucken, ein kurzer, unvollständiger Stoß, der ins Leere ging, ohne Wärme, ohne Abschluss, nur nass und beschämend über ihre Finger und meine eigene Haut. Ich keuchte, der Kopf nach vorn, die Knie schmerzten auf dem Holz. Es war keine Befreiung. Es war Diebstahl.
Loona betrachtete ihre Hand einen Moment, gleichgültig, und wischte die Finger an meiner Wange ab.
„Das war’s“, sagte sie. „Mehr bekommst du nicht. Nicht heute.“
Sie trat zurück, zog das Seidentop über den Kopf und ließ es achtlos auf den Sessel gleiten. Dann schob sie die Hose samt Unterwäsche über die Hüften, Schritt für Schritt, ohne Eile, als wolle sie mir Zeit lassen, zu begreifen, was sie mir zum ersten Mal wirklich zeigte. Ich hatte sie schon oft geleckt, blind, mit dem Tuch über den Augen, den Mund voll von ihr, ohne je sehen zu dürfen, wovon ich lebte. Jetzt, nackt und noch zitternd vom ruinierten Orgasmus, durfte ich den Blick heben.
Zwischen ihren Schenkeln lag sie offen vor mir: die weiche, dunklere Haut, leicht geschwollen von dem, was Timo ihr gerade angetan hatte, die inneren Lippen noch feucht und gerötet, ein schmaler, glänzender Spalt, aus dem langsam, schwer und unübersehbar sein Sperma tropfte. Ein dicker Faden löste sich, zog sich silbrig nach unten und blieb einen Atemzug lang an der Innenseite ihres Oberschenkels hängen, bevor er weiterfiel. Der Geruch wurde dichter, wärmer, unverkennbar sie und er zugleich, und trotzdem war da diese erschütternde Schönheit darin – die klare Linie ihrer Hüften, das weiche Dunkel der Scham, die Art, wie ihr Körper nach dem Ficken noch offen und erfüllt wirkte, als gehöre genau dieser Anblick nicht mir, sondern dem Beweis, dass ein anderer sie genommen hatte.
Loona trat näher, bis ihre Füße links und rechts neben meinen Knien standen. Sie sah hinab, nicht prüfend diesmal, sondern mit jener ruhigen, fast feierlichen Verachtung, mit der man einem Besitz zeigt, was er nie haben wird.
„Schau mich an“, sagte sie leise. „Du siehst sie zum ersten Mal offen vor dir. Nicht, weil du es wert wärst, sondern damit du ganz genau siehst, was er in mich gepumpt hat, während du nicht mal deinen eigenen Höhepunkt behalten durftest.“
Sie griff in mein Haar, zog meinen Kopf nach hinten, und dann senkte sie sich. Langsam. Bewusst. Wie jemand, der sich auf einen Thron setzt, der extra für sie gebaut worden ist. Die Wärme ihrer Schenkel schloss sich um meine Ohren, ihre Feuchtigkeit berührte zuerst meine Lippen, dann den Nasenrücken, und der Geschmack von ihr und von Timo füllte meinen Mund, bevor ich überhaupt atmen konnte. Sie ließ sich ganz auf mein Gesicht nieder, das Gewicht fest, unmissverständlich, und rieb sich in einer langsamen, herrischen Bewegung über Mund und Zunge, als benutze sie mich nicht zum Liebkosen, sondern zum Abwischen.
„Mund auf“, hauchte sie von oben, die Stimme schon wieder enger. „Und schluck, was er dir übrig gelassen hat. Tief. Sauber. Denk daran, während du sie siehst: Er hat sie gefüllt. Du räumst nur auf.“
Ich leckte, gehorsam, den Blick nach oben gezwungen in das Dunkle zwischen ihren Schenkeln, wo noch immer nachtropfte, was nicht mir gehörte. Jeder Laut, den sie machte, schnitt durch mich hindurch. Ihr Becken schob sich schwerer gegen meinen Mund, ungeduldig und genau, und ich gab ihr den Rhythmus, den sie verlangte, die Zunge flach, die Lippen offen, bis ihre Schenkel zu zittern begannen und sie sich mit einem langen, erstickten Laut über meinem Gesicht entlud. Warm. Nass. Direkt gegen Zunge und Kinn, vermischt mit dem, was Timo schon hinterlassen hatte.
Sie blieb sitzen, atmete aus, die Finger noch in meinem Haar, und ließ mich darunter, bis ihr Atem sich wieder gefangen hatte. Erst dann hob sie sich ein Stück, gerade weit genug, dass ich sie noch sehen musste: feucht, offen, schön und benutzt, ein letzter Tropfen, der sich von ihr löste und auf meine Unterlippe fiel.
Sie strich sich eine Strähne aus dem Gesicht und sah auf mich herab, nackt, ungeschützt, immer noch kniend, das Glied schlaff und gereizt, die Spuren des ruinierten Höhepunkts und ihres Orgasmus an Haut und Kinn.
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