Erfüllen Vanessa und Sebastian den Auftrag?

Im Kartellversteck

Chapter 12 by SmartWriter SmartWriter

Der Nieselregen prasselt gegen die Windschutzscheibe, ein unregelmäßiges Trommeln, das die Stille nicht bricht, sondern unterstreicht.

Er hat mich noch nie angesehen, nicht wirklich, nicht mit Worten.

„Willst du den Auftrag allein zu Ende bringen?“

Meine Stimme ist ruhig, kein Zittern, kein Zögern. Die Frage steht im Raum zwischen uns, massiv wie der Betonklotz vor der Windschutzscheibe. Er wendet den Kopf langsam, als koste ihn die Bewegung Kraft. Sein Blick trifft meinen, aber er ist leer, ein dunkles Fenster, durch das ich nicht hindurchsehen kann. Der Kiefer bleibt hart, die Lippen geschlossen, ein Strich in einem Gesicht, das keine Antwort gibt. Die Stille verhärtet sich, wird zu etwas Greifbarem, das mir die Kehle zuschnürt. Kein Nicken, kein Kopfschütteln, kein Wort. Nur dieser Blick, der nichts preisgibt und alles fordert. Ich warte einen Atemzug, zwei. Dann greife ich zurück zur Türklinke.

Ich löse die Finger von der Klinke, drehe mich zu ihm.

„Wir gehen zusammen.“

Er sagt nichts, aber er lässt das Lenkrad los. Die Knöchel entspannen sich langsam, als müsste er die Bewegung erst wieder erlernen. Er öffnet die Tür, ein metallisches Klicken, dann feuchte Nachtluft, die hereinströmt und den Geruch von feuchtem Moos und verrottendem Holz mitbringt. Ich steige aus, der Schotter knirscht unter meinen Sohlen, der Nieselregen setzt sich auf meine Haut wie eine zweite, kältere Schicht.

Wir gehen nebeneinander auf den Betonklotz zu, keine Taschenlampen, keine Worte. Er bewegt sich lautlos, ich höre nur meine eigenen Schritte, ein unregelmäßiges Knirschen, das ich nicht abstellen kann. Am Eingang eine Stahltür, nicht abgeschlossen, nur angelehnt, ein Spalt, aus dem schwaches Licht fällt. Er stößt sie mit der Schulter auf, die Angeln ächzen, ein leiser, ziehender Laut.

Ein langer Flur, nackte Betonwände, eine nackte Glühbirne, die summt. Am Ende eine Tür, dahinter Stimmen, tiefe, raue Stimmen, die über Geld sprechen. Er hebt die Hand, ich bleibe stehen. Er zählt an den Fingern ab, drei, zwei, eins.

Die Tür fliegt auf. Zwei Männer am Tisch, Karten in den Händen, der Boss mit dem grauen Bart in der Mitte, das Glas Whiskey vor sich. Er sieht auf, die Augen weiten sich, er greift nach der Waffe am Gürtel. Ich bin schneller, die Bewegung sitzt, ich habe sie hundertmal geprobt, der Schuss geht durch die Stille, einmal, zweimal. Der Boss kippt nach hinten, das Glas zerspringt auf dem Boden, der Whiskey mischt sich mit dem, was aus seiner Brust läuft.

Sebastian hat den zweiten Mann bereits erledigt, lautlos, ohne einen Laut. Er steht da, die Hände leer, das Gesicht unbewegt. Er nickt mir zu, ein einziges Mal, dann dreht er sich um, zurück durch den Flur, zurück zur Tür, in die Nacht hinaus.

Ich folge ihm. Der Nieselregen hat aufgehört, aber die Luft ist noch schwer, voller Feuchtigkeit und Stille. Der Motor springt an, die Scheinwerfer fressen sich durch die Dunkelheit, und wir rollen zurück über den Schotter, die Reifen knirschen, die Bäume schlagen gegen die Außenspiegel, und hinter uns bleibt nur der Betonklotz, dunkel, fensterlos, still.

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Was macht Vanessa noch mit Sebastian?

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