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Darwin oder die Evolution des Evaporismus
Darwin hatte mit seiner Evolutionstheorie gezeigt, dass alle Lebewesen sich über lange Zeiträume an ihre Umwelt angepasst hatten. Die Evaporisten waren begeistert. Denn damit lag endlich der wissenschaftliche Beweis vor, auf den sie seit zweitausend Jahren gewartet hatten:
Der Evaporismus war kein Irrweg der Menschheit – er war das natürliche Ergebnis eines langen Anpassungsprozesses. Die entscheidende Frage war nur: Woran angepasst? Die Antwort der Evaporisten war selbstverständlich: An die Hitze.
Nach ihrer Interpretation war die gesamte Evolution eine gigantische Geschichte der Wärmeabgabe.
Die ersten Hominiden hatten noch keine vernünftige Möglichkeit gehabt, ihre Körpertemperatur zu regulieren. Daraufhin setzte die natürliche Selektion ein.
Erst entwickelte sich das Schwitzen.
Dann die Fähigkeit, sich mittags hinzulegen.
Dann das Bedürfnis nach kühlen Getränken.
Dann das Verlangen nach kaltem Fruchteis.
Und schließlich der aufrechte Gang – eine evolutionäre Notwendigkeit, um schneller unter einen Baum mit Schatten laufen zu können. Der Mensch war damit der vorläufige Höhepunkt eines jahrmillionenlangen Optimierungsprozesses.
Doch die Evaporisten gingen noch weiter. Sie behaupteten, das menschliche Gehirn habe sich überhaupt nur deshalb so stark entwickelt, weil irgendwann die Frage beantwortet werden musste:
„Wie bekomme ich es hier kühler?“

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