What's next?
Fa caldo
Mit der Erfindung des Buchdrucks begann schließlich die große Verbreitung des Evaporismus. Besonders erfolgreich war der 1512 erschienene Ratgeber:
De Sudore et Otio – Über das Schwitzen und Nichtstun.
Das Werk enthielt unter anderem folgende bahnbrechende Erkenntnisse:
- Ein Platz zum Liegen im Schatten ist einer überhitzten Gelehrtenstube unterm Dach immer vorzuziehen.
- Ein geöffnetes Fenster ist eine soziale Errungenschaft von höchst philosophischer Bedeutung.
- Ein Eimer kaltes Wasser über den Kopf besitzt eine unmittelbar erkenntnisfördernde Wirkung.
- Wer im Sommer lange Hosen trägt, hat entweder einen wichtigen Termin oder die Kontrolle über sein Leben verloren.
Leider ist kein Exemplar der in einem kleinen Florentiner Druckereibetrieb nahe dem Mercato Vecchio produzierten ersten Auflage erhalten. Der einzige Hinweis auf das Werk findet sich in einem Bibliothekskatalog der Medici, der unglücklicherweise wiederum selbst verschollen ist.
Der endgültige Durchbruch gelang dem Evaporismus, als er mit einem schlichten italienischen Satz aus den Gelehrtenstuben ausbrechen und sich im einfachen Volk verbreiten konnte :
„Fa caldo, fare nulla.“ (Es ist heiß, nichts tun.)
Die katholische Kirche beobachtete die Entwicklung zunächst mit Skepsis. Aber das ist ein Thema für ein späteres Kapitel dieser Abhandlung.
Damit war die Renaissance die vielleicht wichtigste philosophische Epoche in der Menschheitsgeschichte.

0 comments
No comments yet
The story has no discussion yet. Leave a note here when a branch gives you something to say.
No chapter comments yet
No one has commented on this branch yet. Add the first note above.