What's next?
Chantal riss ihren Kopf zur Seite
Chantal riss den Kopf zur Seite, entwand sich Johannes' Griff, und ihre Augen sprühten Funken trotziger Wut. Sie presste den Rücken gegen die Tür, die Hand weiterhin auf der Klinke, doch sie drückte nicht. Stattdessen reckte sie sich zu ihrer vollen Größe auf und bohrte ihren Blick in Johannes' Gesicht.
"Ich ziehe mich nicht aus", schleuderte sie ihm entgegen. "Ihr könnt mich alle kreuzweise. Ich habe eure bescheuerten Regeln nie akzeptiert. Ich bin nur hier, um euch meine Meinung zu sagen. Und jetzt macht die Tür auf."
Sie drückte die Klinke herab, doch Johannes' Hand legte sich über ihre - fest, eisern, unbeweglich.
"Nein", entgegnete er, seine Stimme flach und gleichmütig. "Du bleibst. Du hast den Ball ins Rollen gebracht. Jetzt rollt er weiter."
Chantal lachte auf, ein schneidendes, beißendes Lachen. "Weiterrollen? Ich roll gar nichts. Ich gehe. Und wenn ihr mich nicht rauslasst, dann schrei ich die ganze Herberge zusammen. Dann erfährt jeder von eurem lächerlichen Zirkus."
"Timo", sagte Johannes, seine Augen unverwandt auf Chantal gerichtet, "hol die große Schere aus dem Verbandskasten."
Chantals Körper erstarrte. Ihre Pupillen weiteten sich. Sie hörte Timo aufstehen, seine Schritte zum Schrank, das Knarren der Tür, das Klirren von Metall. Die Schere. Das konnte er doch nicht tun.
Timo kehrte zurück, die Schere in der Hand, sein Gesicht in einem grellen Rot - ob vor Erregung oder Scham, das vermochte Chantal nicht zu deuten. Er hielt das Werkzeug wie einen Dolch, als könne es ihm beißen.
"Festhalten", befahl Johannes, seine Stimme klang gelangweilt, fast teilnahmslos. "Lukas, Marco, Daniel. Sie zappelt."
Hände griffen nach ihr - Daniels Finger krallten sich um ihren linken Arm, Lukas um den rechten, Marco legte seine breiten Pranken auf ihre Schultern und presste sie gegen die Tür. Sie wehrte sich, stieß mit den Füßen, aber sie war allein, und sie waren vier, stärker, schwerer, unerbittlicher.
"Lasst mich los!", hauchte sie, die Stimme voller Fassungslosigkeit.
Timo trat näher. Seine Augen wirkten riesig, fast ängstlich, doch seine Hand zitterte nicht, als er die Schere öffnete und das kalte Metall an den Kragen ihres Tops legte.
"Timo, bitte nicht", flehte Chantal, und ihre Stimme zerbrach. Die laute, wütende Anführerin war verschwunden. Übrig blieb ein Mädchen, das sich nicht mehr wehrte. Sie hatte keine Ahnung warum.
Timo zögerte. Sein Blick flog zu Johannes.
"Mach schon", sagte Johannes. "Sie hat sich das selbst eingebrockt."
Timo drückte zu. Das Reißen des Stoffs durchfuhr den Raum wie ein Schuss. Der schwarze Stoff ihres Tops gab nach, klaffte von oben bis unten auseinander, und Chantal spürte, wie die kühle Luft ihre Haut umschloss. Ihr Top fiel zur Seite, ihre Brüste entblößt. Sie starrte auf ihre nackte Haut, als gehöre sie einem anderen Körper.
"Die Jeans", sagte Johannes, seine Stimme schnitt wie Glas. "Weiter."
Chantals Knie gaben nach. Sie kämpfte nicht länger. Sie stand nur noch da, zitternd, während Timos Schere den Stoff ihrer Jeans durchtrennte - erst den Bund, dann das Bein. Das kalte Metall glitt über ihre Haut, und sie zuckte zusammen. Der Stoff fiel zu Boden, und sie stand nur noch im Slip, einem schlichten weißen Baumwollslip, der ihre Blöße nur notdürftig verbarg.
"Timo, den auch", befahl Johannes.
Chantal schloss die Augen. Sie konnte nicht mehr hinsehen. Sie spürte, wie Timos Schere den Slip durchtrennte, wie der Stoff wegfiel, wie sie nun völlig nackt vor ihnen stand, festgehalten von vier Jungs, die sie nicht losließen.
Tränen brannten hinter ihren Lidern, aber sie weinte nicht. Sie verweigerte sich der Träne, verweigerte ihnen diese letzte Genugtuung.
Sie atmete tief, keuchend, ihre nackte Brust hob und senkte sich.
"Na also", sagte Johannes und lächelte. "Das war doch gar nicht so schwer, oder?"
Chantal öffnete die Augen. Sie sah ihn an, ihr Blick glühte vor Hass, vor Demütigung, vor einem Gefühl, das sie nicht zu benennen wusste. Nackt. Völlig nackt. Umringt von Jungs, die sie festhielten, die sie musterten, die sie ausgelacht hätte, wenn nicht jede Faser ihres Körpers vor Angst geschrien hätte.
"Was jetzt?", fragte sie, und ihre Stimme klang erstaunlich ruhig.
Johannes grinste. "Jetzt", sagte er, "jetzt geht das Spiel erst richtig los."
Chantal starrte auf die Schachtel mit den Losen, die Johannes ihr entgegenhielt. Lukas ließ sie los. Es gab keine Wahl mehr. Die Jungs um sie herum, die sie festgehalten, die ihr die Kleidung vom Leib geschnitten hatten - sie würden sie nicht gehen lassen. Nicht, bevor sie das Spiel gespielt hatte.
Ihre Finger griffen in die Schachtel und berührten die gefalteten Zettel. Einer davon würde ihr Schicksal für diese Nacht bestimmen. Sie zog einen heraus.
Sie faltete den Zettel auf.
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