Geht Wanderung noch lange?
Bank am Wegrand
Nach einer guten Stunde Wanderung deutet Lukas auf eine Bank am Wegrand, etwas abseits unter einem großen Baum.
„Setz dich.“
Ich gehorche stumm. Kaum sitze ich, rückt er eng neben mich. Seine Hand gleitet sofort unter meinen kurzen Rock, die Finger fahren über die Strapse und die nackte Haut darüber. Er küsst mich tief, fordernd, fast schon besitzergreifend. Seine andere Hand knöpft zwei Knöpfe meiner Bluse auf und schiebt sich hinein, umfasst meine Brust.
Immer wenn Schritte anderer Wanderer zu hören sind, unterbricht er abrupt, zieht die Hand zurück und tut so, als würden wir einfach nur vertraut nebeneinandersitzen. Sobald die Leute vorbei sind, geht es weiter. Intensiver. Hungriger.
Ein Liebespaar auf einer Bank – das wäre heute noch akzeptabel. Aber mit meinem Outfit? Wir sind etwas ganz anderes. Ich kann förmlich spüren, wie die Blicke der Vorbeigehenden länger an uns haften bleiben. Manche werden rot, andere grinsen vielsagend. Ich bin mir sicher, so mancher Zuschauer entwickelt gerade wilde Fantasien.
Früher hätte mich allein der Gedanke, was andere Leute über mich denken, völlig blockiert. Heute spüre ich etwas ganz anderes: einen verbotenen, aufregenden Reiz. Die Vorstellung, welche Fantasien ich in fremden Köpfen auslöse, lässt mich innerlich glühen.
Fünfzehn Minuten lang spielt Lukas mit mir – mal zärtlich, mal grob, immer genau so lange, bis die nächste Person in Sichtweite kommt. Ich bin schon völlig erregt, feucht und atemlos, als er plötzlich aufhört und eine kleine Decke aus dem Rucksack holt.
Ein Picknick.
Er hat an alles gedacht: belegte Brote, Obst, sogar eine kleine Flasche kühlen Weißwein und zwei Gläser. Oh verdammt, schießt es mir durch den Kopf, er ist ein richtig guter Organisator. Nicht nur im Job, sondern auch privat.
Während wir essen, schaut er mich lange an und fragt leise:
„Wie fühlst du dich, Sklavin?“
Ich lächle, beuge mich vor und flüstere nur:
„Ich liebe dich. Und ich bin glücklich, wie kreativ du bist.“
Er streicht mir sanft über die Wange. Für einen kurzen Moment ist er wieder ganz der liebevolle Lukas. Dann packt er zusammen, steht auf und sagt nur:
„Weiter.“
Ich trotte wieder zwei bis vier Meter hinter ihm her. Die kurze Pause war nur ein Vorspiel. Das spüre ich deutlich.
Es bleibt peinlich, wenn wir anderen Wanderern begegnen. Besonders auf schmalen Wegen, wo wir fast Körperkontakt haben, wenn wir aneinander vorbeigehen. Viele grüßen Lukas freundlich – ein nettes „Hallo“ oder „Schöner Tag heute“. Bei mir laufen die meisten irritiert und schweigend vorbei. Manche starren, manche schütteln kaum merklich den Kopf. Und wenn doch einmal jemand freundlich grüßt, darf ich nichts sagen. Ich nicke nur stumm, den Blick gesenkt.
Jede dieser Begegnungen erinnert mich erneut an meine Position. An meine Unterwerfung. An die Demütigung, die gleichzeitig so erregend ist.
Die Sonne steht höher. Mein Körper ist angespannt. Und ich frage mich, wie weit Lukas heute noch gehen wird.
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