Wie ist das Essen am Freitagabend?
Der Funke springt über - von Sonja
Freitagabend kochte Lukas bei mir.
Er hatte darauf bestanden, alles allein zu machen. Als ich in die Küche gehen wollte, um zu helfen, lächelte er nur und sagte sanft, aber bestimmt:
Lukas: „Du musst gar nichts machen. Heute bin ich dran. Setz dich einfach hin und genieß es.“
Ich durfte ihm nicht einmal helfen. Er schmückte den Tisch wunderschön – mit Kerzen, frischen Blumen und ordentlich gedeckten Tellern. Alles war perfekt. Die Wohnung roch herrlich nach dem Essen, das er vorbereitete. Ich saß im Wohnzimmer und beobachtete ihn durch die offene Tür. Mein Herz wurde ganz warm.
Ich bin richtig stolz auf ihn, dachte ich.
Markus kam pünktlich. Er brachte eine Flasche Wein mit und war wie immer – charmant, selbstsicher, mit einem kleinen, spitzbübischen Grinsen.
Markus: „Riecht schon mal sehr gut. Hast du gekocht, Lukas?“
Lukas: „Ja, ich wollte etwas Besonderes machen. Hoffe, es schmeckt euch.“
Markus (grinsend): „Bei dem Geruch bin ich schon mal optimistisch.“
Während des Essens wurde die Stimmung immer lockerer. Markus war wie gewohnt initiativ, aber diesmal war Lukas bedeutend gesprächiger. Die Rolle als Gastgeber schien ihm massives Selbstvertrauen zu geben.
Markus: „Der große Auftrag läuft übrigens richtig gut. Die Kunden sind begeistert von deinem Konzept, Sonja.“
Ich: „Danke. Aber ohne deine Hilfe bei den Verhandlungen wäre das nie so glatt gelaufen.“
Markus (zu Lukas): „Deine Analysen haben uns auch sehr geholfen. Du hast die Zahlen wirklich gut aufbereitet.“
Lukas (etwas überrascht, aber stolz): „Danke. Ich dachte, du hättest das gar nicht bemerkt.“
Markus: „Doch, klar. Du bist still, aber deine Arbeit ist top. Das habe ich schon immer gesagt.“
Die beiden Männer begannen sogar, gemeinsam Witze zu machen. Markus erzählte eine Anekdote aus einem früheren Projekt, Lukas ergänzte trocken:
Lukas: „Und dann hast du dem Kunden gesagt, dass wir das in zwei Wochen liefern – obwohl wir noch nicht mal angefangen hatten.“
Markus (lachend): „Ja, das war vielleicht etwas optimistisch… aber es hat ja geklappt!“
Ich saß daneben und genoss es still. Es war faszinierend zu sehen, wie die beiden miteinander umgingen. Anfangs noch vorsichtig, dann immer lockerer. Es sah plötzlich so aus, als wären sie gute Kollegen – nicht mehr Konkurrenten.
Als Markus gegen Mitternacht ging, umarmte er mich kurz und klopfte Lukas freundschaftlich auf die Schulter.
Markus: „War wirklich schön. Danke für die Einladung, Lukas. War eine gute Idee.“
Lukas: „Gerne. Bis bald.“
Nachdem die Tür ins Schloss gefallen war, strahlte Lukas über das ganze Gesicht. Er sah so glücklich und stolz aus, wie ich ihn selten gesehen hatte.
In diesem Moment war ich mir sicher: Jetzt ist alles gut.
Ich ging zu ihm, umarmte ihn fest und flüsterte:
Ich: „Du warst großartig heute.“
Lukas drückte mich an sich und küsste mich sanft.
Alles fühlte sich plötzlich richtig an.
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