What's next?
Ein Griff in den Schritt
Eylem hoffte, dass in der Dunkelheit niemand beobachten konnte, wie sie halbnackt durch die Straßen von Draßburg getrieben wurde. Deshalb war sie anfangs noch froh, dass die vier sie nicht auf dem direkten Weg über die Hauptstraße zu ihrer Wohnung brachten, sondern einen schmalen Weg einschlugen, der sie fort von den Wohnhäusern hinter den Bahnhof führte.
Die Hoffnung endete, als sie im Schatten des alten Güterschuppens zwei Gestalten entdeckte. Dieser Platz war bekannt dafür, dass hier billige Nutten ihre Freier abfertigten, wenn die nicht für ein Hotelzimmer zahlen wollten. Anscheinend gehörte das Pärchen zu dieser Kategorie, denn als sie die Polizeiuniform näher kommen sahen, wollten sie sich verdrücken.
"Halt, wartet", rief Svetlana ihnen zu, "die Bullin tut euch nichts. Die gehört uns."
Neugierig geworden, was das zu bedeuten hatte, blieben die beiden stehen und sahen den Neuankömmlingen entgegen. Die Frau trug ein einteiliges Minikleid, Netzstrümpfe und viel zu viel Makeup. Der Mann hatte einen billigen Anzug an, Typ Geschäftsreisender, sein Hemd war schon bis zum Bauchnabel aufgeknöpft.
Svetlana packte Eylem von hinten an dem Seil, das den Gürtel ersetzte, und ruckte daran. Weil sie Knopf und Reißverschluss aus der Uniformhose herausgeschnitten hatte, klaffte die vorne auseinander. Deutlich konnte man sehen, dass die Polizistin darunter nichts anhatte. Der Geschäftsmann machte große Augen. Eylem lief es eiskalt den Rücken herunter und zwar nicht vor Kälte.
"Na, wie wär's? Die Bullenbraut ist zu vermieten. Noch ganz frisch und kaum benutzt", pries Svetlana sie an.
Der Freier machte einen Schritt auf sie zu, aber die Nutte ging dazwischen.
"Verpisst euch, das ist mein Kunde. Und außerdem hat er schon bezahlt."
"Keine Sorge", beschwichtigte Svetlana, "das Geld kannst du behalten. Unsere kleine Bullette wird ihn dafür entschädigen."
"Na, dann ist es okay." Besänftigt trat die Frau zur Seite.
Der Mann blieb direkt vor der Polizistin stehen und sah ihr fragend in die Augen. Dann glitt sein Blick tiefer zu den festen Brüsten unter dem zerrissenen Hemd. Gierig leckte er sich die Lippen.
"Bitte, nicht", flüsterte Eylem kaum hörbar.
Statt einer Antwort, griff er ihr in den Schritt. Unwillkürlich presste sie ihre Beine zusammen und atmete zischend aus. Aber mit auf den Rücken gefesselten Händen konnte sie nichts dagegen tun, dass er sie schamlos befummelte. Ein Finger schob sich in ihre Spalte. Es brannte und ihr kamen die Tränen. Eylem fühlte sich benutzt und erniedrigt.
"Wie hatte es nur soweit kommen können?", fragte sie sich.
Der Freier wirkte unzufrieden. "Sie fühlt sich zwar geil eng an, aber auch völlig trocken. So mag ich es nicht."
"Sorry", Svetlana hob abwehrend die Hände, "gekauft wie gesehen. Du musst sie schon selber nass machen. Aber wenn du dir das nicht zutraust, dann finden wir jemand anderes, der die Kleine aufreißt."
Der Typ überlegte kurz, dann drehte er sich halb nach hinten zur wartenden Nutte um. "Wenn du sie für mich bereit machst, bekommst du das Doppelte."
"Abgemacht." Ein dreckiges Grinsen breitete sich auf ihrem Gesicht aus.
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