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Chapter 2 by Papas_Liebling Papas_Liebling

What's next?

Los geht's

Nach dieser Nacht war alles anders.

Nicht äußerlich. Im Flur hingen immer noch dieselben gerahmten Fotos. Jeden Morgen um sechs Uhr erwachte dieselbe Kaffeemaschine zischend zum Leben. Daniel ging weiterhin in gebügelten Hemden zur Arbeit und kam mit angespanntem, undurchschaubarem Gesichtsausdruck nach Hause.

Aber innerlich hatte sich etwas verändert.

Klara konnte es spüren. Es prickelte wie eine unter der Oberfläche verborgene Stromleitung.

Und sobald sie diese bemerkt hatte, konnte sie nicht aufhören, sie anzufassen.


Drei Nächte später schlenderte sie barfuß die Treppe hinunter. Sie trug nur ein übergroßes graues Nachthemd, das kaum ihre Oberschenkel bedeckte.

Technisch gesehen war es nicht unanständig. Das war ja gerade das Schöne daran. Niemand könnte ihr deswegen etwas unterstellen.

Daniel saß an der Kücheninsel und ging Papiere durch. Die Brille saß tief auf seiner Nase, die Ärmel hatte er hochgekrempelt.

Als er ihre Schritte hörte, schaute er automatisch auf. Und schaute sofort wieder weg.

Zu schnell, als dass es Zufall gewesen sein konnte.

Klara verbarg ihr Lächeln, als sie den Kühlschrank öffnete.

„Stört es dich, wenn ich mir was zu **** hole?“

„Ich arbeite.“ Seine Stimme klang angestrengt.

„Mhm.“

Sie beugte sich leicht vor, um sich eine Flasche Wasser zu nehmen. Nicht dramatisch tief. Nicht zu offensichtlich.

Gerade tief genug, damit das Hemdchen seine Wirkung entfalten konnte.

Hinter ihr wurde es plötzlich still.

Klara richtete sich langsam wieder auf und drückte die Kühlschranktür mit der Hüfte zu.

Daniel starrte noch immer auf dieselbe Seite. Unverändert.

Sie lehnte sich gegen die Arbeitsplatte ihm gegenüber. „Weißt du“, sagte sie leichthin, „du arbeitest zu viel.“

Er hob den Blick. „Was?“

„Du solltest versuchen, lockerer zu werden.“

Daniel nahm seine Brille ab. „Klara.“

Da war er wieder. Dieser Tonfall zwischen Warnung und Gereiztheit.

Sie nahm einen Schluck Wasser und beobachtete ihn über den Flaschenhals hinweg. „Entspann dich. Ich hab nur Spaß gemacht.“

Daniel atmete langsam durch die Nase aus. Sein Kiefer schob sich nach vorn.

Klara wusste, was das bedeutete.

Der Jäger wurde zur Beute.

Wenn sie jetzt ihre Karten richtig ausspielte, würde er sie nie wieder herumkommandieren können.


Nach dieser Begegnung wurde es schlimmer.

Oder lustiger.

Je nachdem, wen von den beiden man fragte.

Sie fing an, ihm auf die Pelle zu rücken.

Sie stellte sich immer zu nah neben ihn. Streifte ihn im Vorübergehen, obwohl genügend Platz gewesen wäre. Legte kurz ihre Hand auf seine Schulter, wenn sie über etwas lachten.

Es waren nur Kleinigkeiten.

Alles wirkte zufällig genug, um abstreiten zu können, dass es Absicht war. Aber offensichtlich genug, um nicht ignoriert werden zu können.

Daniel bemerkte jedes einzelne Mal.

Das Faszinierende: Er sprach sie nie direkt darauf an. Aber sein Körper verriet ihn ständig.

Klara begriff, dass sie aufpassen musste. Denn es fing an, ihr viel zu viel Spaß zu machen.

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