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Chapter 6
by
Papas_Liebling
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Reue
Die Stille danach war das Schwerste.
Sie war nicht ruhig, nicht friedlich. Sie war – schwer.
Lukas stand am Fenster des Schlafzimmers. Seine Hand lag auf der Fensterbank. Die Finger krallten sich ins Holz, als müsste er sich daran festhalten, um nicht abzustürzen.
Die Welt draußen sah genauso aus wie am Vormittag. Derselbe Rasen. Dieselben Hecken. Derselbe Gehweg. Dieselben Passanten.
Dieselbe belanglose Vorstadtidylle.
Alles unverändert.
Nur hier drinnen nicht.
Der Geruch hing intensiv im Raum. Scharf und unverkennbar. Unvermeidlich.
Hinter ihm gleichmäßiger Atem. Hannah schlief. Er musste nicht hinsehen, um zu wissen, wie sie aussah.
Nackt. Wehrlos. Wahrhaftig.
Das Bild hatte sich tief in ihm eingebrannt.
Er legte die Stirn ans Fenster. Das kalte Glas konnte die heiße Wut in ihm nicht abkühlen.
„Verdammt.“
Das Wort presste sich zwischen seinen zusammengebissenen Zähnen hervor.
Er schloss die Augen.
Es war nicht einfach passiert. Er hatte es zugelassen.
Nein – er hatte es gewollt.
Es war kein Ausrutscher gewesen. Keine Notwehr, die außer Kontrolle geraten war.
Er hatte es von Anfang an gewusst. Und sich dennoch dafür entschieden.
Ärger stieg in ihm auf, bitter wie Galle, und wollte ihm die Kehle zuschnüren.
Niemand trug die Schuld daran, was geschehen war. Niemand außer ihm selbst.
„Idiot.“
Sein wohldurchdachter, akribisch vorbereiteter und makellos ausgeführter Plan stand vor dem Scheitern, weil er sich nicht unter Kontrolle gehabt hatte. Für einen kurzen Moment des Rauschs hatte er alles in Gefahr gebracht.
Er fuhr sich mit den Fingern durchs Haar.
Macht war gefährlich. Am meisten für den, der sie ausübte.
Er drehte sich um. Ruckartig. Sein Blick fiel aufs Bett. Auf sie.
Ein kurzer Blick genügte.
Er stieß sich von der Wand ab und ging, ohne sie noch einmal anzusehen, hinaus.
Nicht aus Schuld oder Scham oder Reue.
Aus Berechnung.
Ja, es gab ein Problem.
Und Probleme löste man.
Bewegung half ihm, seine Gedanken zu ordnen. Schritt für Schritt.
Einordnen. Sortieren. Bewerten. Kontrollieren.
Im Grunde war nichts passiert. Zumindest nichts, was sich nicht korrigieren ließ.
Niemand hatte etwas gesehen. Es gab keine Beweise. Keiner wusste etwas.
Außer Hannah.
Sie war der entscheidende Faktor. Und dadurch wurde die Situation berechenbar.
Er konnte sie bereinigen. Vielleicht sogar… auslöschen.
Sein Puls wurde ruhiger. Die Spannung wich aus seinen Schultern.
Nur die Wut, die blieb.
Er hatte einen Fehler gemacht. Das durfte sich nicht wiederholen. Er musste vorsichtiger sein. Strenger zu sich selbst. Dem Verlangen nicht mehr nachgeben.
Sein Blick glitt wieder durchs Fenster.
Autos fuhren vorbei. Leute unterhielten sich. Eine Katze strich an einem Zaun entlang.
Ganz normale Häuser. Ganz normale Menschen.
Genau das, was er gewollt hatte.
Noch ließ es sich retten.
Er durfte nur keinen weiteren Fehler machen.
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Lukas - Es wäre so einfach
Er weiß, wie es endet. Und beginnt trotzdem.
Lukas versucht, ein neues, unauffälliges Leben zu beginnen. Doch schon die erste Begegnung mit seiner neugierigen Nachbarin Hannah bringt ihn an die Grenze seiner Selbstkontrolle – und weckt Impulse, die er eigentlich hinter sich lassen wollte. Zwischen Anziehung, Widerstand und einer Vergangenheit, die ihn einzuholen droht, beginnt ein gefährliches Spiel.
Updated on May 10, 2026
by Papas_Liebling
Created on May 3, 2026
by Papas_Liebling
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