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Chapter 41
by
Papas_Liebling
What's next?
Unsicherheit
Der Wagen kam näher.
Caroline sah ihm entgegen, bewegte sich nicht.
Selbstverständlich wollte sie wissen, weshalb die zwei umkehrten, allein schon aus professioneller Neugier. Der Artikel, den sie schreiben würde, nahm bereits Gestalt in ihrem Kopf an. Die Story ging weit über eine gewöhnliche Recherche im Milieu hinaus. Nicht nur, dass es eine Geschichte aus erster Hand wäre, erzählt aus der Sicht einer Frau. Der Plot war auch noch einzigartig und entbehrte nicht einer gewissen Spannung.
Denn die Situation konnte wieder kippen. Wenn die zwei zurückkamen, um ihren Willen durchzusetzen, notfalls mit ****, dann könnte diese Nacht noch ganz übel ausgehen.
Caroline hatte allerdings nicht die Absicht, die mühsam errungene Kontrolle wieder zu verlieren. Also blieb sie äußerlich ruhig, auch wenn ihr das Herz bis zum Hals schlug. Sie verschränkte die Beine und hoffte, dass niemand das Zucken ihrer Wade bemerkt.
Das Auto stoppte genau neben ihr.
David ließ das Beifahrerfenster runter und beugte sich rüber. Seine Stimme war leise und zitterte etwas.
„Du, sorry. Das eben war vielleicht… ein bisschen zu viel.“
Tom saß mit verschränkten Armen auf dem Rücksitz und schaute starr nach vorne. Sein Kiefer arbeitete.
„Vielleicht hast du recht“, antwortete Caroline an David gerichtet. „Und jetzt?“
Er atmete hörbar aus. „Wir wollen ja schon. Ist nur…“ Er suchte nach Worten. „Die anderen diskutieren davor nicht so viel rum.“
Caroline brachte es auf den Punkt. Sie legte den Kopf schief und übersetzte seine Worte: „Die meisten machen einfach, was ihr wollt. Und das wollt ihr auch von mir.“
Tom schnaubte laut, lehnte sich nach vorne und schaute sie direkt an.
„Die meisten wissen, wo ihr Platz ist und was sich gehört.“
Er spuckte die Worte aus. Der Satz klang schärfer, als er vermutlich gemeint war. Caroline glaubte, ihn zu durchschauen. Aus ihm sprach nicht Überlegenheit, sondern Unsicherheit. Der junge Mann suchte nach der richtigen Art des Auftretens gegenüber einer Frau. Er wollte stark sein, dominant, wie es die überkommene Vorstellung von Männlichkeit scheinbar von ihm verlangte. Er musste eine Rolle spielen, die er nicht beherrschte. Und so glaubte er, sich die Unterwürfigkeit kaufen zu können, die ihm erlaubte, das vermeintliche Ideal auszuleben.
Kurz überlegte sie, ihnen den Gefallen zu tun und die Rolle zu spielen, die sie erwarteten. Wäre das die richtige Lösung? Sie schüttelte den Kopf als Antwort auf ihre unausgesprochene Frage. Das wäre die falsche Botschaft, sie brauchte einen anderen Schluss für ihre Story.
Tom sah das Kopfschütteln und interpretierte es offensichtlich falsch.
„Dann lass es halt“, brauste er auf. Und an David gewandt: „Fahr los. Soll sie doch zusehen, wie sie nach Hause kommt.“
David legte den Gang ein. Die andere Hand umklammerte das Lenkrad. Aber er gab kein Gas.
Caroline fing seinen Blick ein. Er hielt keine fünf Sekunden stand, dann sah er weg.
„Steig ein“, meinte er tonlos.
Tom sagte nichts dazu. Er verschränkte wieder die Arme und starrte an die Decke. Auf Caroline machte er fast den Eindruck eines schmollenden Teenagers, der aufbegehrte, weil er nicht zugeben konnte, dass er Unrecht hatte. Er wirkte labil. Wenn sie ihn zu sehr reizte, könnte seine passive Haltung kippen und er tatsächlich aggressiv werden.
Körperlich war er ein Mann. Die muskulösen Oberarme unter seinem Shirt zeigten, dass er regelmäßig trainierte. Wenn er es darauf anlegte, hätte sie keine Chance, sich gegen ihn zu wehren. Sollte sie zu so jemandem ins Auto steigen?
Bei David war sie unsicher. Würde er ihr im Ernstfall beistehen oder sich von seinem Freund mitreißen lassen?
Caroline musterte die beiden noch einen Moment. Die Alternative wäre, mitten in der Nacht irgendwo zu stranden und nicht zu wissen, wie sie in die Stadt zurückkommen sollte.
Ihre Hand legte sich an den Türgriff. Einen Augenblick zögerte sie. Dann setzte sie sich auf den Beifahrersitz und schnallte sich an.
Der Wagen setzte sich in Bewegung.
Sie schaute David von der Seite an.
„Also, wohin?“
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