Chapter 40
by
Papas_Liebling
What's next?
Ego
Tom schnaubte.
„Du redest ganz schön viel für eine kleine Nutte, die eigentlich nur ihre Beine breitmachen muss und dafür eine Scheiß Menge Geld haben will. Und was war das da gerade eben? Wolltest du abhauen?“
Mit zusammengekniffenen Augen, kaum eine Handbreit entfernt, starrte er ihr ins Gesicht. So nah, Caroline konnte Speichelspritzer auf ihrer Haut spüren.
Seine Nähe, die Enge des Wagens, die Hitze, die er abstrahlte, all das nahm ihr beinahe den Atem.
Das Herz schlug ihr bis zum Hals. Aber sie **** sich, locker und entspannt auszusehen. Sie ließ Toms Ausbruch über sich ergehen, dann hob sie eine Augenbraue.
„Ihr hört nicht zu. Darum erkläre ich es euch nochmal. Ihr haltet euch an die Regeln, oder ich bin raus. Ihr setzt mich ab und sucht euch eine andere.“
David verfolgte das Gespräch im Rückspiegel. Seine Augenwinkel zuckten, die Hände strichen unruhig übers Lenkrad.
Tom glotzte sie an, als könne er nicht glauben, was er hörte.
„Ach? Was für Regeln sollen das sein?“
Caroline antwortete nicht sofort. Sie legte den Kopf schief, als überlege sie, ob es sich überhaupt lohnte, sich weiter mit den Jungs abzugeben. In Wahrheit sortierte sie ihre Gedanken.
Vorsicht jetzt. Sag nichts Falsches. Hol die Informationen aus ihnen raus.
„Ihr habt sowas noch nicht oft gemacht, oder? Sonst wüsstet ihr’s.“
Ihr Gegenüber verzog das Gesicht zu einer Grimasse. „Doch. Schon x-mal.“
‚Touché‘, dachte sie. Ein kurzer Stich in sein Ego. Und schon redet er.
Allerdings konnte es auch schrecklich schiefgehen, wenn der Gesprächspartner aggressiv wurde, weil er sich in seiner Männlichkeit verletzt fühlte. **** schätzte Caro ihre Chancen ab, sich in dem eng begrenzten Raum auf dem Rücksitz in einem fahrenden Auto gegen einen körperlich überlegenen Angreifer zu wehren.
Aber ihre Menschenkenntnis sagte ihr, dass Tom vermutlich nicht der Typ war, der übergriffig würde. Sie konnte es sich nicht leisten, sich in diesem Punkt zu irren. Deshalb hielt sie ihn genau im Auge.
„Na, dann erzählt mal, wie’s bisher lief“, sagte sie laut.
„Kommt drauf an“, rief der Fahrer von vorne.
„Worauf?“
„Na ja … wie die Frau drauf ist.“
„Und wie sollte sie eurer Meinung nach drauf sein?“
„Na, locker halt. Und keinen Stress machen.“
Caroline nickte leicht. ‚Stress machen‘ war vermutlich das Synonym für ‚Grenzen setzen und sich nicht alles gefallen lassen‘. Anscheinend ging es den Männern nicht nur um Sex. Sie wollten bestimmen. Sich mächtig fühlen.
Müsste sie sich in dieses Rollenbild einfügen, um hier heil wieder rauszukommen? Es war ein schmaler Pfad, auf dem sie wandelte.
„Das heißt, ihr sucht einfach nur eine schnelle Nummer und keine Frau, die euch auch mal was Neues bietet?“, hakte sie nach.
David lachte. „Am besten beides.“
Tom warf sich mit Schwung zurück ins Polster, verschränkte die Arme und brummte unzufrieden.
„Musst du eigentlich so viel labern? Da vergeht einem ja total die Stimmung.“
Caroline antwortete nicht. Sie nutzte die Stille. Ließ sie wirken.
Allmählich spürte sie, wie sich der Druck im Wagen veränderte – weg von ihr, hin zu den Jungs.
David trommelte mit den Fingern aufs Lenkrad. Er war vom Gas gegangen. Das Auto rollte am Straßenrand langsam aus.
Carolines Puls ging immer noch zu schnell. Sie hatte die Kontrolle zurückgeholt, zumindest fühlte es sich so an. Noch konnte die Situation kippen. Sie entschied sich, nicht weiter zu provozieren. Sekunden dehnten sich.
Tom rieb sich übers Gesicht. Seine Hand zitterte.
„Ey, ganz ehrlich. Ich hab keinen Bock mehr auf Gelaber. Entweder jetzt oder gar nicht.“
Er starrte ins Leere.
Caroline sah ihn an, studierte ihn. Was ging in seinem Kopf vor? War das die Trotzreaktion eines Kindes, das die Süßigkeit nicht bekam und behauptete, sie sowieso nicht zu wollen?
Sie atmete ein und aus. Ganz bewusst. Sie richtete sich im Sitzen auf.
„Dann eben gar nicht.“
David drehte sich um und schaute mit großen Augen. Zu ihr. Zu Tom.
Klick – die Zentralverriegelung sprang auf.
Caroline bewegte sich nicht sofort. Es sollte nicht wie eine Flucht aussehen. Gemächlich fasste sie nach dem Türgriff.
Kalte Nachtluft schlug ihr entgegen.
Ein Schritt weg vom Wagen.
Die Tür fiel zu.
Für einen Moment schien die Zeit stillzustehen.
Der Motor wurde lauter. Das Auto rollte an.
Caroline blieb zurück am Straßenrand. Allein. In Kälte und Dunkelheit.
Sie schaute den Rücklichtern nach, die sich entfernten. Ihr Herzschlag beruhigte sich.
Dann rotflammende Bremslichter. Weiße Rückfahrscheinwerfer.
Er kam zurück.
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Updated on Apr 15, 2026
by Papas_Liebling
Created on Aug 3, 2023
by kleinehexe
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